Abarth 595 Competizione

Süße Knutschkugel? Von wegen!

Gaby Kink in ihrem privaten Fiat 500 „Diesel“ (l.). Zwei Wochen testete sie die getunte Version, den Abarth 595 Competizione: „Ein Riesenspaß“.
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Gaby Kink in ihrem privaten Fiat 500 „Diesel“ (l.). Zwei Wochen testete sie die getunte Version, den Abarth 595 Competizione: „Ein Riesenspaß“.

Jeder Besitzer eines Kleinstwagens kennt das Gefühl: Man wird im Verkehr nie ganz ernst genommen, gern ausgebremst, von rechts überholt und auf der linken Spur einer Autobahn...

...hat man nach Ansicht diverser Verkehrsteilnehmer schon gleich gar nichts zu suchen. Da wird aufgeblendet, gedrängelt und gestenreich geschimpft. Umso diebischer ist die Freude, wenn man als dennoch leidenschaftlicher Fiat-500-Fahrer (68 PS) mal in dessen getunte Version umsteigen kann: 160 PS macht unser Testmodell Abarth 595 Competizione locker.

Abarth 595 Competizione

Leistung: 160 PS
Max. Drehmoment: 230 Nm bei 3 000 U/min
Höchstgeschw.: 209 km/h
0 auf 100 km/h: 7,6 sek.
Hubraum: 1368 ccm
Verbrauch EU-Drittelmix: 6,5 l/100km (Werksangabe
Leergewicht: 1120 kg
Basispreis:23.600 Euro
Preis Testwagen: 24.260 Euro

Die aufgemotzte Knutschkugel beweist Temperament und schießt über die linken Spuren. Und während an der grünen Ampel die anderen soeben noch den ersten Gang einlegen oder ihre Automatik bemühen, sind Cinquecento Abarth-Fahrer längst um die nächste Biegung verschwunden. Vor allem im zweiten Gang geht der Kleine ab wie eine Rakete, lässt sich ohne Maulen auf bis zu 70 km/h hochziehen. Und noch ein Wort zur Autobahn: Obwohl der Kraftzwerg nur 3,7 Meter lang und 1,6 Meter breit ist, fühlt man sich auch bei schneller Hatz auf der linken Spur (!) nahe der 200 km/h sicher. Der aufgebaute Ladedruck lässt den Kleinen am Asphalt kleben. Drückt man die Sporttaste, lässt sich das Fahrvergnügen noch einmal steigern: Die Federung und Lenkung des Abarth wird noch straffer und scheint der Lichtgeschwindigkeit noch ein Quentchen näher zu kommen. Nichts wackelt oder wankt, die Sportsitze (leider nicht höhenverstellbar) sorgen für zusätzliche Entspannung, das kleine Sportlenkrad liegt genial in der Hand. Noch ein Plus: Der Tacho lässt sich durch seine Skalierung 30-60-90 usw. besser ablesen als im „normalen“ Fiat 500, der in 20-40-60 etc. unterteilt ist.

An der Tankstelle stellt sich jedoch heraus: Die Leichtfüßigkeit hat ihren Preis. Während der „normale“ Fiat 500 sich im Alltag mit durchschnittlich 6,5 Litern Super pro 100 km begnügt (auch nicht wenig), verlangt der

Abarth im Test stolze 9 Liter. Teuer wird’s auch beim Händler: Hier müssen für den Abarth 595 Competizione mindestens 23.600 Euro hingelegt werden.

Nach zwei Wochen Test fällt die Rückkehr in den eigenen Fiat 500 mit dem großen Glasdach dennoch leicht. Geschwindigkeit ist schön, strengt aber auch mächtig an.

Gaby Kink

Hommage an Kraftzwerg

1963 sorgte Autoveredler Carlo Abarth mit einem aufgemotzten Fiat 500 für Aufsehen: dem Abarth 595. Fünf Jahrzehnte später erinnert Fiats Werkstuner mit dem Jubiläumsmodell „50th

Anniversary“ auf Basis des aktuellen Cinquecento an den damaligen Kraftzwerg. Wie sein Urahn hat er eine matt-weiße Außenlackierung mit roten Seitenstreifen und ein großes Skorpion-Logo auf der Motorhaube. Der 1,4-Liter-Turbobenziner mit 180 PS macht ihn zum stärksten Abarth 595 aller Zeiten. Das Interieur erinnert hingegen wieder an den Klassiker: Es dominieren rotes und weißes Leder, die Armaturentafel ist rot. Das auf 299 Exemplare limitierte Modell hat jedoch einen stolzen Preis: fast 35.000 Euro.

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