Extravaganz

Hauch von Dolce Vita - Alfa Giulietta

Alfa Giulietta
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Alfa Giulietta: Extravaganz und Alltagstauglichkeit. 

Wer in der Kompaktklasse das Außergewöhnliche sucht, ist bei Alfa Romeo gut aufgehoben. Und zwar nicht erst seit die Modellpalette auf nur noch drei Modelle geschrumpft wurde.

Von den Anfängen nach 1910 bis in die 1970er Jahre galten die italienischen Produkte als gleichermaßen exklusiv wie sportlich, bis Massenprodukte wie der Rostbeschleuniger Alfasud den Ruf der stolzen Marke ramponierten.

Heute halten der handverlesene Sportwagen 4C, der kleine MiTo und die kompakte Giulietta das Alfa-Fähnchen im Fiat-Chrysler-Konzern hoch. Und vor allem die mit klangvollem Namen auftretende Giulietta zieht bewundernde Blicke auf sich, mit ihrem von einer Chromleiste gerahmten dreieckigen Kühlergrill, „Scudetto“ genannt, den nach hinten gezogenen Scheinwerfern und prägnanten LED-Heckleuchten.

Schon beim seligen Mittelklässler 159 gelang der Trick, den Viertürer mittels nach oben verlegter Türgriffe als Zweitürer zu tarnen. Der Fronttriebler ist nicht nur äußerlich ein Augenschmaus. Auch das Interieur hält, was der modische Auftritt verspricht. Gut geformt und mit langen Oberschenkelauflagen ausgestattet, verwöhnen die Sportsitze groß gewachsene Fahrer mit Komfort.

Die rote Lederausstattung wartet mit schicken Ziernähten und dem in die Kopfstützen geprägten Alfa-Emblem auf. Glatte, klar strukturierte (Kunststoff-)Flächen, gut ablesbare Instrumente und geschmackvolle Details an Luftausströmern und Klimabedienung machen Eindruck. Die Fondpassagiere werden hingegen stiefmütterlich behandelt. Schmale Türauschnitte und eine abgesenkte Dachlinie erschweren den Zustieg vor allem für Erwachsene, die nur wenig Kopf- und Beinfreiheit vorfinden.

Die Lehnen der Rücksitze klappen asymmetrisch geteilt nach vorn, ergeben eine leicht ansteigende Ladefläche. Der vom Heck aus gut zugängliche Kofferraum wächst dann von 350 auf maximal 1045 Liter.

Seit der jüngsten Modellpflege hat die gefahrene „Turismo“-Ausstattung serienmäßig das Bluetooth- und Spracherkennungssystem uconnect an Bord, das mit einer Mischung aus Touchscreen und Tasten leicht zu bedienen ist und zuverlässig funktioniert. Lob verdienen Smartphone-Anbindung, Sprachsteuerung und die famose 3D-Kartenansicht des Navis.

Wenn doch nur die Karosserie genau so übersichtlich wäre! Dicke B-Säulen stören beim Schulterblick, das schmale Heckfenster erschwert das Rangieren. Man muss sich auf die Einparkhilfe verlassen.

Der mit Start-Stopp-Automatik und Schaltpunktanzeige verbundene 1,4-Liter-Vierzylinder läuft seidenweich und dreht willig nach oben. Im „Dynamic“-Modus der serienmäßigen Fahrdynamikregelung giert der Turbomotor nach Drehzahl, während die elektromechanische Lenkung angenehm direkt arbeitet und das Sportfahrwerk präzise Manöver ermöglicht. Flott und ohne jedes Hakeln geht es durch das manuelle Sechsgang-Getriebe.

Der Giulietta-Antrieb ist ohne Frage ein Sahnestück, doch selbst bei zurückhaltender Fahrweise lag der ermittelte Testverbrauch bei 8,6 Litern - ziemlich weit von den Prüfstandswerten entfernt. Die Trinksitten muss man der Signorina noch abgewöhnen.

Von Carsten Müller

Alfa Romeo Giulietta 1.4

  • Hubraum: 1398 ccm
  • Leistung: 125 kW/170 PS
  • Drehmoment: 250 Nm
  • Beschleunigung 0-100 km/h: 7,8 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 218 km/h
  • Verbrauch: 5,7 l/100 km
  • CO2-Emission: 131 g/km Effizienzklasse: C
  • Leergewicht: 1365 kg
  • Gesamtgewicht: 1795 kg
  • Preis: ab 25.400 Euro

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