Mit Hingucker-Faktor

Fahren ohne Kompromisse - Alfa Romeo 4C

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Ein optischer Hochgenuss: der neue Alfa Romeo 4C.

Ja, man kann für 50.500 Euro mehr Auto bekommen. Aber mehr Fahrspaß, mehr Individualtät und einen noch höheren Hingucker-Faktor – das gibt es derzeit vermutlich nicht.

Autor Hans Moritz kam ordentlich ins Schwitzen

Mit dem 4C meldet sich Alfa Romeo mit einem Paukenschlag auf dem eitlen Markt der Modellneuheiten zurück. Nach der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt versuchen sich die Hersteller, mit enthüllten Erlkönigen auf den Straßen zu übertrumpfen. Das buchstäbliche Rennen könnten heuer die Autobauer aus Modena machen. Und das, weil der Alfa 4c eine entscheidende Frage offen lässt: Ist er Rennwagen für gesperrte Pisten, oder ist er Sportflitzer für die Straße? Die Antwort verhilft der Fiat-Tochter auf die Pole Position: Der 4c ist nämlich beides.

Ein bisschen Geduld brauchen die Fans noch: Erst Ende Oktober kommt der Alfa Romeo 4C auf den Markt. Die ersten 1000 Modelle sind weltweit bereits reserviert. Nicht mehr als 350 sollen jährlich auf den deutschen Markt abbiegen. Ab 50 500 Euro ist der würdige Nachfolger des Spider zu haben. Dafür bekommt der Kunde jede Menge Ausstattung, für die das Gros anderer Hersteller tausende Euro Aufschlag verlangen – etwa Sportsitze, Lederlenkrad, Alu-Pedale und Leichtmetallräder. Auf alles gibt es eine kilometerunabhängige Vier-Jahres-Garantie.

Der 4c ist der beste Beweis, dass man nicht nur durch Größe auffällt. Der Italiener ist gerade 1,18 Meter hoch.

Alfa Romeo ist nicht gerade durch seine Modellvielfalt bekannt. Derzeit rollen lediglich die legendäre Giuliettas und die MiTos auf unseren Straßen. Der 4c ist das dritte Modell, der über 45 Jahre edles italienisches Design in sich vereint: Elemente des Scarabeo (1966), des Tippo Stradale (1967) und des Trenta Tresta Stradale (1967) finden sich in dem Asphaltfloh, der mit den Kräften eines Geparden ausgestattet ist.

Der 4c ist der beste Beweis, dass man nicht nur durch Größe auffällt. Der Italiener ist gerade 1,18 Meter hoch. Hinter den beiden Schalensitzen sitzt gleich der Motor. Übertragen wird die Kraft auf 18-Zoll-Räder hinten, und 17-Zoller vorne. Der 4c scheint sich auch optisch regelrecht in den Asphalt verbeißen zu wollen. Auf der Strecke wird aus dem Kleinen endgültig ein ganz Großer. Denn die aus Kohlefaser gebackene Fahrgastzelle, die aus Hightech-Kunststoffen gefertigte Karosserie sowie ein um 20 Kilo leichterer Aluminiummotor als in der Giulietta machen den 4c nur 875 Kilogramm schwer. Das wirkt wie Doping auf die 240 Pferdchen im Heck der Sportskanone. 258 km/h schafft er in der Spitze – in einer eindrucksvollen Geräuschkulisse. Den Durchschnittsverbrauch von 6,8 Liter auf 100 Kilometer schafft man so aber nicht.

Heißer Italiener! Der Alfa Romeo C4

Heißer Italiener! Der neue Alfa Romeo C4

Ein kleiner Italiener …ausgestattet mit der Kraft eines Geparden.

Wir sind den 4c auf der Fiat-Testrecke in Balocco bei Turin gefahren – lange Geraden, weite Bögen, aber auch fiese Haarnadelkurven. Egal, in welchem Modus wir den Alfa durch die Radien heizten – aus der Kurve befördern ließ er sich nicht. Platt wie eine Flunder liegt er auf dem Asphalt, was das Ein- und Aussteigen ein bisschen beschwerlich und nicht gerade bandscheibenfreundlich macht. Mindestens so faszinierend wie die Beschleunigung ist das Bremsverhalten des 4c. Nach 36 Metern kommt der 4c von 100 km/h zu stehen. Schon nach ein paar Metern ist der Ungeübte nassgeschwitzt. Die kompromisslose Fahrmaschine ist eine permanente Herausforderung – Motorsport eben.

Hans Moritz

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