Wie in Abrahams Schoß

Volvo S80 im Alltagstest

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Im Alltagstest ist der Volvo S80 ein zurückhaltender, eleganter Begleiter.

„Hey, ihr fahrt jetzt wirklich Volvo – bei euch piepst’s wohl?“, fragen die Nachbarn. „Aber sicher doch“, sage ich. „Bei uns piepst’s jetzt, und das ist auch gut so!“

So ein Dialog gehört natürlich erklärt und eines angemerkt: Unsere Nachbarn haben rein gar nichts gegen Volvo. Wir haben uns nur zufällig beim Einparken getroffen und da war es einfach unüberhörbar, wie sich der Parkassistent des Volvo S80 T5 meldete.

Vorne, hinten, seitlich – das Umfeld wird genau überwacht bei dieser Limousine, alle möglichen Arten von Elektronik sollen für Rundum-Sicherheit bei den Passagieren sorgen. Was damit auf jeden Fall geschaffen wird, ist ein gutes Gefühl: Man fühlt sich geborgen wie in Abrahams Schoß. Es ist ein schönes Gefühl – auch wenn es nicht besonders prickelnd ist.

Aber Aufregung ist ohnehin das letzte, was ein Volvo vermitteln will, und es will ja auch nicht jeder ein aufregendes Auto haben – der Verkehr um einen herum ist oft aufregend genug …

Den alten, aber für 2014 neu gewandeten Schweden verbindet man eher mit anderen Aspekten: Verlässlichkeit, Werthaltigkeit, Gediegenheit, Seriosität oder eben Sicherheit. Das klingt alles ziemlich deutsch, und vielleicht hat der Konzern daher auch gute Karten bei seinem Projekt, bis 2020 die Absatzzahlen hierzulande zu verdoppeln. Wobei man dazusagen muss, dass der Volvo-Marktanteil bei etwa einem Prozent liegt, also noch deutlich Luft nach oben ist.

Auf dem Weg dorthin sollte eigentlich nichts passieren – Sie wissen schon: das Thema Sicherheit. Allein, was die Schweden in ihr Auto einbauen, füllt ganze Seiten der Bedienungsanleitung. Vor allem das City Safety System und BLIS (Blind Spot Information System) sind dabei erwähnenswert. Beide Systeme sind ein echter Mehrwert: zum einen der Sensor, der am Außenspiegel anzeigt, ob sich etwas im toten Winkel befindet und zum zweiten der Notbremsassistent mit automatischer Fußgänger- und Fahrradfahrer-Erkennung.

Volvo S80 Facelift

Das ist wie gesagt längst nicht alles, was an Sicherheitselektronik im Volvo arbeitet, aber es gibt ja auch noch andere Aspekte an einem Auto: zum Beispiel die Optik. Da hat Volvo mit einem Facelift versucht, dem S80 etwas mehr Dynamik zu verpassen, doch der Eindruck, der bleibt, ist eher die typisch nordisch zurückhaltende Eleganz, um es mal ebenso zurückhaltend auszudrücken. Aber das ist ja bekanntlich Ansichtssache – ganz im Gegensatz zu diesem Faktenfazit: Im Volvo S80 T5 funktioniert einfach alles perfekt, schon beim ersten Einsteigen findet man sich sofort zurecht, fühlt sich in perfekten Sitzen wohl und erfreut sich an der tollen Ausstattung – wer nicht aufs Geld schauen muss, der ist mit einem Volvo gut beraten. Für alle anderen zur Info: Los geht’s mit 42.330 Euro, die Ausstattungsvariante Executive kostet 56.830 Euro, und mit weiterem Zubehör lässt sich das natürlich locker steigern.

Klaus Heydenreich

Volvo S80 T5 ­Powershift Summum

  • Motor: Reihenvierzylinder, 1999 ccm
  • Getriebe: 6-Gang-DKG, Frontantrieb
  • Leistung: 240 PS
  • Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h,
  • 0 – 100 km/h in 7,5 sec.
  • Verbrauch: 11,4 – 6,2– 8,1 l/
  • 100 km (Test: 10,1 Liter)

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