Audi RS4 Avant

Der Wolf im Schafspelz

Audi RS4 Avant
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Fahrspaß garantiert: Der RS4 hat nicht nur dynamische Formen, er ist ein Sportler für jede Lebenslage. Im Herbst soll sein Nachfolger an den Start gehen.

Wenn es um Understatement geht, dann ist man beim Understatement-Weltmeister Audi schon richtig. Die RS-Varianten der Kombis von A4 und A6 sind Legende.

Vor allem mit dem kleineren lassen sich zwei eigentlich Unvereinbare aufs Feinste miteinander kombinieren. Auf der einen Seite praktische Alltagstauglichkeit in einem wendigen Familien-Papamobil, auf der anderen Seite sportliche Höchstleistungen mit sattem Sound, wenn Papa dann auch mal alleine unterwegs ist.

Wir sind üblicherweise und privat ebenfalls mit einem A4-Kombi auf der Straße, allerdings mit der kleineren Dieselvariante und in der zweiten Generation eigentlich sehr zufrieden mit diesem Auto. Eigentlich: Denn seit dem Facelift vor zwei Jahren hat Audi einige praktische Dinge zum Nachteil verändert und stellt die Nerven des Autobesitzers seither auf eine gelegentlich harte Geduldsprobe.
Stichwort Scheibenwischer. Die sind so verbaut, dass man sie nächtens nicht nach vorne klappen kann, um ein der Lebensdauer abträgliches Festfrieren zu vermeiden, oder um die Gummis beim Eiskratzen zu schonen.

Nervig auch: Das Permanentgepiepse, wenn man den Motor laufen lässt und kurz aus dem Auto aussteigt, um eine schlecht geschlossene Autotür zuzuschlagen oder das Garagentor zu öffnen… Allerdings eine Petitesse im Vergleich zum Laderaum, den man beim Vorgänger leicht durch das Umklappen der Rückbank vergrößern konnte. Rücksitze, Querstrebe und Abdeckung in einem! Ruckzuck ging das – auch im umgekehrten Fall. Jetzt muss man die Strebe nach dem Umklappen der Rücksitzbank separat herausnehmen, irgendwo deponieren (wo?) und – noch schlimmer – mühselig wieder hineinfummeln. Indem man a) mit gekrümmtem Rücken und in Nahkampfpose durch das Heck krabbelt, oder b) ungelenk vom Rücksitz aus versucht, die Ziehharmonika-Mechanik in den Griff und die Strebe in die Mulden zu bringen. So viel zur Kritik, was den praktischen Part des RS4angeht.

Audi RS4 Avant.

Nun zu den reinrassigen Renneigenschaften des RS-Tiers, das ab Herbst neu in den Handel kommt – wir waren zum Abschied mit dem Vorgänger unterwegs. Ausgestattet mit einem Achtzylinder-Benzin-Sauger mit fast schon grotesken 450 PS und einem Drehmoment von 450 Nm, ist man eher über- als untermotorisiert. Auf jeden Fall für jede Lebenslage ausgerüstet, ob zum blubbernden Cruisen auf der Autobahn, zum sicheren Überholen eines dieser immer länger werdenden Lkw-Würmer auf den Landstraßen, aber auch zum zackigen Sprint über die Bergpässe. Dabei empfiehlt sich das Doppelkupplungsgetriebe, denn so schnelles und exaktes Schalten wie der Automat kriegt kein Untrainierter hin. Wer das Schaltgefühl partout haben will, kann immer noch mit den Wippen am Lenker operieren.

Audi RS4 Avant: Knackig in den Kurven

Knackig in den Kurven, souverän auch im unteren Drehzahlbereich macht der RS4 in allen Lebenslagen Spaß. Und Spaß kostet meistens ein wenig mehr Geld. Das äußert sich im Verbrauch (wer gerne im strammen Sportmodus S oder S+ fährt, braucht schon mal 13 Liter) und auch im Preis. Der Motorwolf unter der Haube des A4-Schafs kostet im Grundpreis stattliche 76.600 Euro. Also zurück in den Dieselkombi und schnell noch einen Lottoschein ausfüllen.

RDF

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