Bergtour mit 310 PS

Der Typ für Kurven: Audi TTS 

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Teufelskerl in den Kurven: Der Audi TT als S-Version in "Vegasgelb". 

Auf Bergstraßen durften wir mit dem neuen Audi TT und dem TTS so richtig rumkurven. Erst gemütlich, später mit Tempo auf der "Ascari Race Resort"-Rennstrecke. Der erste Eindruck? Der TTS steht auf Kurven.

Gelb ist normalerweise eine mutige Farbe, selbst für einen Audi TTS Quattro mit 310 PS. Entgegen aller Vorurteile wirkt das zweisitzige Sportcoupé gerade in seinem „Vegasgelb“ bei der ersten Fahrvorstellung in Marbella (Spanien) sogar richtig lässig: mehr wie ein bunt glasiertes Bonbon als wie ein giftiger TTS. Neben dem Lack sind auf alle Fälle auch die Matrix-LED-Schweinwerfer im Rennwagen-Design ein echter Hingucker.

Eine klare Linie bestimmt den Innenraum. Daneben prägen Sportledersitze, Alu-Details und eine aufgeräumte Mittelkonsole einen puristischen Stil auf höchstem Niveau. Eine kühle Brise strömt aus den Luftdüsen. „22 Grad“ ist dort auf einem der Minidisplays zu lesen. Die Ziffern verführen den Beifahrer sofort zum Drehen. „Guck mal die Temperaturanzeige ändert sich ja“. Für Mann oder Frau hinterm Steuer ist das kein Problem. Der Fahrer hat nur Augen für den sechseckigen Bildschirm hinter dem Lenkrad. Die Grafik von Tacho, Drehzahlmesser und Navi auf dem 12,3-Zoll-Display (31 Zentimeter) in den verschiedenen Ansichten sind gestochen scharf. Beim ersten Mal lässt sich das digitale Cockpit nicht so leicht und intuitiv bedienen. Über Drückdrehknopf oder doch Multifunktionslenkrad, Backtaste links oder mit der rechten Maustaste ins Menü? Es ist wohl nur eine Frage der Übung.

Der runde Drehdrücksteller auf der Mittelkonsole hat eine berührungsempfindliche Oberfläche: Das MMI-Touchpad erkennt handgeschriebene Buchstaben, das verkürzt die Suche nach Zielen ungemein. Dazu kann man sich wie beim Smartphone mit zwei Fingern durch Listen und Ansichten scrollen oder zoomen.

Go-Kart-Feeling im neuen Audi TT

Das virtuelle Cockpit ist aufregend, keine Frage, doch schon nach den ersten Metern ist eines klar: Der Audi TTS Quattro hat auch andere Qualitäten. Beim Schalten läuft erwartungsgemäß alles wie geschmiert. Aber in der Kurve, da zeigt der 4,18 Meter lange Audi TTS sein wahres Talent. Seine Reifen kleben am Asphalt; egal was kommt. Hinter dem sicheren Fahrgefühl steckt unvorstellbar viel Hightech. Permanent verarbeitet eine Software neben dem Lenkwinkel mehr als 100 Signale und reagiert unmittelbar. Fahrfehler auf der Rennstrecke gleicht der Sportler unbemerkt aus. Da bricht kein Heck aus, dank der Assistenzsysteme.

Kleines Manko: Beifahrer haben es bei Kurven – ohne spießigen Haltegriff - immer ganz schön schwer. Bei Testfahrzeug rutschte der Gurt dazu noch von der Schulter. Aber Vorsicht! Der feinabstimmte Motorsound hat einen extrem hohen Suchtfaktor.

Design-Ikone Audi TT

„Der Audi TT ist eine Ikone für die Entwicklung der Marke Audi“, sagte Audi-Chef Rupert Stadler bei der Fahrvorstellung in Marbella. Die Ingolstädter sind mächtig stolz auf ihren Audi TT und ihren Audi TTS. Das kann man wohl verstehen: Im Jahr 1998 erblickte das Sportwagen-Coupé das Licht der Autowelt. Das Modell entwickelte sich zum Bestseller. Mit seiner strengen Form, wie der flachen Linie im Profil avancierte der TT vom ersten Tag an zu einem automobilen Design-Klassiker. Seitdem sind fast 16 Jahre vergangen. Kinder sind in diesem Alter aus dem gröbsten raus, heißt es. Die letzten Pubertätspickel verschwinden, wie das Spielzeug in einer Kiste auf dem Speicher. Die Zeiten ändern sich, auch für den mittlerweile fast erwachsenen Audi-Nachwuchs.

„Wir wollen den Audi TT cool und frisch halten“, betont Stadler. Dabei spielt, laut Audi-Chef, unter anderem auch das virtuelle Cockpit eine bedeutende Rolle. Wie sich der Audi TT und sein sportlicher Bruder, der Audi TTS, in der Zukunft weiter entwickelt, wird sich zeigen. Sicher ist: Der Audi TT als Roadster feiert sein Debüt im Herbst auf dem Autosalon in Paris. Marktstart für die TT- Version mit Stoffverdeck ist Frühjahr 2015.

ml

Audi TTS Coupé 2.0 TFSI quattro

  • Leistung: 310 PS 
  • Drehmoment: 380 Nm 
  • Getriebe: 6-Gang Schaltgetriebe 
  • Länge/Breite/Höhe: 4,18 Meter /1,83/1,35 
  • 0 auf 100: 4,7 Sekunden 
  • Preis: ab 49.100 Euro
Martina Lippl

Martina Lippl

E-Mail:martina.lippl@merkur.de

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