Auffällig in jeder Hinsicht - Citroën C2 als Gebrauchter

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Ungewöhnliche Seitenlinie: Der Citroën C2 hebt sich optisch ab vom Kleinwagen-Einerlei. Foto: Citroën

Der Citroën C2 ist in doppelter Hinsicht ein Hingucker: Zum einen ist sein Design etwas Besonderes. Zum anderen muss man beim Gebrauchtwagenkauf genau unter die Motor sehen. Denn sehr zuverlässig der Kleine laut Tüv und ADAC nicht.

Berlin (dpa/tmn) - Mit seiner knuffigen Optik bringt er ein wenig Abwechslung ins Einerlei der Kleinwagen. So gehört es sich für einen Citroën, denn eine gewisse Extravaganz ist Teil des Markenimages. Doch wer sich in das Design verguckt, muss sich auch auf einige Unannehmlichkeiten gefasst machen.

Besonders solide zeigt sich der Citroën C2 nicht. In kaum einer Kategorie zeigt sich der Citroën C2 laut dem "Tüv-Report 2015" zuverlässiger als andere Autos im jeweiligen Alter. Besonders oft werden bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) die Achsfedern und Dämpfer moniert. Die Bremswirkung lässt oft zu wünschen übrig, und die Bremsscheiben weisen hohen Verschleiß auf. Ebenfalls problematisch: hoher Ölverlust und die Rostanfälligkeit der Auspuffanlage. Einen kleinen Lichtblick gibt es dennoch. Die Lenkung ist bei neueren C2 meist in Ordnung, Bremsschläuche und Leitungen auch.

Laut dem ADAC müssen C2-Fahrer mit einem erhöhten Pannenrisiko leben. Zumindest bis zum Baujahr 2006 machte der kleine Citroën oft Probleme. Danach wurde es etwas besser. Defekte Anlasser sorgten aber noch bis zum Baujahr 2008 für Liegenbleiber. Die Baujahre 2005 bis 2007 fielen den Pannenhelfern durch gebrochene Federn und gerissene Zahnriemen negativ auf, auch Fehler im Motormanagement gab es öfter. Modelle von 2005 und 2006 mit automatischer Schaltung sorgten ebenfalls für Ärger.

Während der Vorgänger Saxo noch eng mit dem Peugeot 106 verwandt ist, ging Citroën beim C2 einen anderen Weg. Er entstand auf einer verkürzten Plattform des größeren Bruders C3, und es gab ihn nur mit drei Türen. Auf nur 3,67 Metern Länge brachten die Franzosen einige praktische Details unter. So lässt sich unter anderem die Rückbank verschieben. Ebenso gibt es eine zweigeteilte Heckklappe, deren oberer Teil nach oben schnellt, während der untere Teil waagerecht nach unten klappt und bis zu 100 Kilo tragen kann.

Insgesamt drei Benziner und zwei Diesel kamen zwischen 2003 und 2009 im Citroën C2 zum Einsatz. Während es den kleinen 1,2-Liter-Benziner nur mit 44 kW/60 PS gab, wurde das 1,3-Liter-Aggregat mit 54 kW/73 PS und mit 65 kW/88 PS angeboten. Einen 1,6-Liter-Ottomotor gab es mit 80 kW/109 PS und als VTS mit 90 kW/122 PS. Der Diesel mit 1,4 Litern Hubraum leistete stets 50 kW/68 PS, die VTS-Variante schöpfte 80 kW/109 PS aus 1,6 Litern Hubraum.

Wer einen kleinen Benziner aus dem ersten Baujahr 2003 sucht, kann schon für deutlich unter 2000 Euro fündig werden. Schwacke listet den C2 1.1 X Gold-Edition mit 146 000 Kilometern Laufleistung für etwa 1600 Euro. Der stärkere 1.4 Comfort von 2005 kostet rund 3200 Euro (122 000 Kilometer). Für den 1.4 Sportchic von 2008 werden 4650 Euro fällig (86 000 Euro). Der quirlige Top-Benziner C2 1.6 16V VTS des Baujahres 2009 wird mit 5550 Euro gelistet (74 000 Kilometer).

Wer auch im Kleinwagen einen Diesel bevorzugt, bekommt laut Schwacke mit dem C2 1.4 HDI Advance ein Modell von 2006 für etwa 2800 Euro. Der ist dann immerhin 152 600 Kilometer gelaufen. Etwas weniger hat ein C2 HDI VTS mit dem 80 kW/109 PS starken 1,6-Liter-Diesel von 2009 auf der Uhr (105 800 Kilometer), er kostet allerdings auch 5800 Euro.

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Kommentare

Ulrich Geis
(0)(0)

Was für ein merkwürdiger Artikel.
Ohne nähere Begründung muss man unter den Motor schauen?
Empfielt sich beim Gebrauchtwagenkauf nicht immer ein Blick unter das Auto?
Ich muss mich also bei einem gebrauchten C2 auf einige Unannehmlichkeiten gefasst machen?
Ich fahre einen gebrauchten C2 mit über 100.000 km. Welche Unannehmlichkeiten meinen Sie denn? Mir wären keine aufgefallen.
Ich fahre mit der Orginalbremsanlage von 2007. Also bei mir hat der TÜV diesbezüglich nichts moniert.
Im Gegenteil. Der kleine C2 hat exzelente Bremsen. Ich bin schon einige andere Autos gefahren, die bei weitem schlechter gebremst haben.
Die Aussagen z.T. Ölverlust halte ich rundheraus für Unsinn. Kein Auto hat Aufgrund seiner Bauweise Ölverlust. Woran soll das konkret liegen?
Gleiches gilt für die angedeuteten angeblichen Probleme mit Bremsen und Leitungen.
Bis zu diesem Punkt hatte ich schon einen gewissen verdacht.
Durch folgenden Satz sehe ich diesen bestätigt:
"So lässt sich unter anderem die Rückbank verschieben"
Mein C2 hat keine Rückbank. Der kleine Citrön hat 2 Einzelsitze, die sich unabhängig von einander verschieben umklappen und sogar im umgeklappten Zustand nach oben wegklappen lassen.

Kann das sein, dass der Autor dieses Artikels den C2 zu keinem Zeitpunkt gefahren hat, oder sich auch nur näher mit dessen Eigenarten befasst hat?

Und kann es sein, dass es hier ehr darum geht, dass der C2 nicht aus dem Hause VW/AUDI/BMW kommt?

Meiner Meinung nach ist der C2 (er wird leider nicht mehr gebaut), ein ganz ausgezeichneter und sehr zuverlässiger Kleinwagen, der mich bis jetzt stets sicher und zuverlässig von A nach B transportiert hat.
Dabei ist der Kleine sparsam und klappt man die Sitze weg hat der einen sensationell großen Kofferraum.
Auch die geringe Zahl der Werkstattbesuche sowie den sehr kundenfreundlichen und kulanten Hersteller Citrön will ich hier nicht unerwähnt lassen.

Vielleicht möchte der Autor ja mal bei Gelegenheit noch Belge für seine abenteuerlichen Aussagen nachreichen.
Würde mich echt mal interessieren, ob der ADAC tatsächlich behautet, dass ein C2 von 2006 pannenanfälliger ist als etwa ein Opel aus dem selben Jahr bei gleicher Laufleistung.