Behörde darf nicht vorschnell Fahrtenbuch-Auflage verhängen

Nicht nur das Fahrtenbuch, sondern auch Geschäftsbücher können den Fahrer ermitteln.
+
Nicht nur das Fahrtenbuch, sondern auch Geschäftsbücher können den Fahrer ermitteln.

Es passiert schneller, als man denkt: der Unfall mit dem Firmen-Fahrzeug. Deckt das Unternehmen ihren Fahrer zunächst, darf der Landkreis nicht ohne Weiteres eine Fahrtenbuch-Auflage verhängen. Die Ermittlungen müssen erst abgeschlossen werden.

Lässt sich der Fahrer eines Fahrzeugs nach einem Verkehrsverstoß nicht feststellen, kann die zuständige Behörde eine Fahrtenbuch-Auflage gegen den Halter verhängen. Zunächst muss sie jedoch ermitteln.

In dem Fall war ein Autofahrer wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung geblitzt worden. Halter des Fahrzeugs war eine GmbH. Die Polizei legte der Seniorchefin das Tatfoto vor. Sie berief sich auf ihr Zeugnisverweigerungsrecht. Ohne weitere Ermittlungen und Befragungen erließ der zuständige Landkreis daraufhin eine Fahrtenbuch-Auflage. Zu Unrecht, so die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Trier (Az.: 1 L 349/15.TR).

Die Behörde hätte weitere Ermittlungen durchführen müssen, um den Fahrer ausfindig zu machen. Dazu hätte zum Beispiel die Frage nach Geschäftsbüchern gehört, anhand derer die Fahrten nachvollzogen werden könnten. Nur wenn solche Ermittlungen erfolglos bleiben, sei eine Fahrtenbuchauflage rechtens.

Darauf weist die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hin.

dpa

auch interessant

Meistgelesen

Pinkel-Pause im Stau kostet Schweizer 550 Euro 
Pinkel-Pause im Stau kostet Schweizer 550 Euro 
E-Auto aus den 1970er Jahren knackt Weltrekord
E-Auto aus den 1970er Jahren knackt Weltrekord
Audi Q2: Der coole kleine Bruder
Audi Q2: Der coole kleine Bruder
Maut-Sündern drohen saftige Strafen
Maut-Sündern drohen saftige Strafen

Kommentare