Bentley Continental GT

Unterwegs im fahrenden Luxusmöbel

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Bentley Continental GT: außen sportlich.

Die Engländer mögen das: Auf dem geklöppelten Tischdecklein ganz fein oder fett prangend über dem offenen Kamin thront gerne das britische Credo „My home is my castle“.

Die Engländer mögen das: Auf dem geklöppelten Tischdecklein ganz fein oder fett prangend über dem offenen Kamin thront gerne das britische Credo „My home is my castle“. Mein Zuhause ist mein Schloss. Nach Ausfahrten mit einem Bentley Continental GT könnte über dem Kamin prangen: My home ist my Bentley. Mein Zuhause ist mein Bentley.

Üblicherweise mit einem Audi A4 unterwegs ist das Umsteigen auf einen Bentley so, als ob man ein Upgrade im Flieger von der Economy in die First Class bekommt.

So ein Bentley ist – mit Ausnahme eines Rolls-Royce – das tollste fahrende Luxusmöbel der Welt. Und der GT Continental das faszinierendste Coupé, das man derzeit über die Straßen bewegen kann. Das Facelift, erst bei der Autoshow in Genf vorgestellt, fällt Gott sei Dank eher feinsinnig aus. Abgesehen von den neu gestalteten Schürzen, einem schmaleren Grill und etwas mächtigeren Kotflügeln kombiniert der Bentley Continental auch weiterhin gediegene Luxusklasse mit einem dynamischen Sportwagen-Image. Dazu passen auch die neuen Entlüftungskiemen, und bei den Modellen V 8S und GT Speed kommt noch ein neuer Diffusor dazu.

Ein besonders starkes Stück ist der Motor. Feine acht Zylinder im einfachen GT V8 leisten stattliche 507 PS und jagen das holzgetäfelte Wohnzimmer in der atemberaubenden Zeit von 4,8 Sekunden von 0 auf 100 Stundenkilometer.

Eine Breitling-Uhr thront auf dem Armaturenbrett.

Satt, aber dynamisch rollt der Continental, mit seinen 20-Zoll-Felgen auch mit einer adäquaten Schuhnummer ausgestattet, über die Straßen und hat ob des gewaltigen Gewichts von knapp 2,3 Tonnen natürlich entsprechend Durst. 15 Liter sind da eher die ungeschminkte Wahrheit als der angegebene Normverbrauch von 10,6. Nicht gerade wenig, aber Luxus wiegt schwer und Gewicht kostet beim Auto halt immer Sprit.

Ob die Breitling-Uhr, die im Zentrum des Armaturenbretts thront, der wie Gold in der Hand liegende Tankdeckel oder die schweren nur mit Mühe als Autositze identifizierbaren Ledersessel – an diesem Fahrzeug ist wirklich alles konsequent luxuriös. Wir wollen ja nicht schon wieder den längst ausstehenden und vermutlich nie eintretenden Lottogewinn bemühen, aber soviel sei verraten: Der Fünfer mit Zusatzzahl reicht nicht zum Erwerb dieses Bentleys, denn der Continental kostet ab 175.000 Euro.

Das Doppelte V

Wenn man glaubt, es geht nicht mehr, dann kommt plötzlich dieser Motor daher. Übertragen auf die zum Wolfsburger VW-Konzern gehörende Automarke Bentley heißt das: Wenn man glaubt, dass es zum Continental GT V8 keine Steigerung mehr gibt, der kennt die 12-Zylinder-Ausgabe nicht. Unter der Haube pocht nämlich ein Doppelherz. Das W steht für einen doppelten V-6-Motor. Ein Triebwerk mit aktuell 625 PS. Wenn das Benzin-Luft-Gemisch in den Brennkammern explodiert (ab 700 Nm Drehmoment), gibt es für das Coupé definitiv kein Halten mehr. Man möge es verzeihen, aber das ist schon ein irres Gefühl: Das Auto geht ab wie der Blitz, dass es aber – dank einer wirklich ausgeklügelten Abgasanlage – auch noch den Donner dazu macht, das verleiht dem W 12 wirklich ein absolutes Alleinstellungsmerkmal.

LBL

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