Enorme Unterschiede in den Bundesländern

Wo in Deutschland die meisten Blitzer stehen

Geschwindigkeitskontrollen sollen optimiert werden. Foto: Jens Wolf/Archiv
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Geschwindigkeitskontrollen sollen optimiert werden. Foto: Jens Wolf/Archiv

München/Düsseldorf  - Autofahrer geraten vor allem in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen häufig ins Visier von Blitzern, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt scheinen dagegen Paradiese für Temposünder zu sein.

Autofahrer geraten in Bayern deutlich seltener ins Visier eines Blitzgerätes als in Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen. Wie das Magazin „auto, motor und sport“ berichtet, gibt es im Freistaat 85 Standorte, an denen regelmäßig die Geschwindigkeit gemessen wird. In Baden-Württemberg sind es dagegen 1102 Standorte - mehr als in jedem anderen Bundesland.

Dem Innenministerium in München zufolge gibt es in Bayern „eine ausreichende Anzahl von Geschwindigkeitsmessgeräten“. Allerdings soll die Tempoüberwachung „weiter optimiert“ werden, wie ein Sprecher sagte. Die Polizei im Freistaat hat den Angaben nach etwa 100 mobile Großgeräte, 330 Laser-Handmessgeräte sowie an Autobahnen neun stationäre Messanlagen im Einsatz.

So viele Blitzer gibt es in den Bundesländern

4000 Blitzer-Standorte gibt es laut der Automobilzeitschrift in Deutschland. Zwischen den Bundesländern sind die Unterschiede enorm: Neben Baden-Württemberg machen auch Nordrhein-Westfalen (959 Standorte), Hessen (772) und Niedersachsen (477) Rasern Druck. Ähnlich „unbehelligt“ wie in Bayern blieben Autofahrer dem Bericht nach in Thüringen (67), Schleswig-Holstein (45), Sachsen-Anhalt (40) und Rheinland-Pfalz (37). In den Stadtstaaten Berlin und Hamburg gibt es jeweils 30 Blitzer, in Bremen sind es 46.

Zu hohes Tempo gehört dem Ministerium zufolge zu den häufigsten Unfallursachen. Deswegen kontrolliere die Polizei regelmäßig mit mobilen Messgeräten an unfallträchtigen Streckenabschnitten. Im Jahr 2014 wurden allein 35 112 Fahrverbote verhängt und 319 461 Raser angezeigt. Dazu kamen 870 498 Verwarnungen. Gegenüber dem Vorjahr waren die Zahlen durchgängig gestiegen.

Der Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberland erarbeitet zurzeit zusammen mit dem Polizeipräsidium Oberbayern Süd ein Pilotprojekt, bei dem Unfallstatistiken mit Verkehrsüberwachungsdaten verknüpft werden. Nach Angaben des Ministeriumssprechers sollen Gefahrenpunkte so gezielter überwacht werden. Ein neues Analysesystem soll präziser aufzeigen, wo und wann gerast wird und wo vermehrt mit Unfällen gerechnet werden muss.

Eine weitere hilfreiche Maßnahme sei der TraffiStar S330, der im vergangenen Sommer an der Autobahn 99 bei Aschheim angebracht wurde. Der Super-Blitzer liefert hochwertige Beweisfotos und erleichtert so die Identifizierung von Rasern. Eine zweite Anlage dieses Typs wurde inzwischen auch an der Autobahn 8 installiert.

dpa

Zeitschriftenbericht

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