König der Technik

Erste Details vom neuen BMW 7er

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Er ist noch komplett abgeklebt, der neue BMW 7er. Einige Technik-Highlights durften wir schon kennenlernen.

Nein, wir können Ihnen noch nicht zeigen, wie der neue 7er von BMW genau aussehen wird. Und nein, wir können Ihnen auch noch nicht sagen, welche Motorisierungen, welche Konfigurationen möglich sind...

...wie viel das Ganze kosten wird. Was wir Ihnen aber schon zeigen und sagen können, sind einige Technik-Highlights, mit denen das BMW-Flaggschiff von Herbst an den Thron in der Luxusklasse erringen will.

Denn wir waren dabei, als BMW in Frankreich die Prototypen erstmals in einem Technologie- und Innovations-Workshop präsentiert hat – fünf Monate vor der Messepremiere des neuen BMW 7er auf der IAA im September.

Fahrzeugbedienung

  • Aufgabe: Die Bedienung des Autos – auf BMW-Denglisch „Connected Drive“ – dem Zeitgeist anpassen und ihm sogar ein bisschen voraus sein.
  • Umsetzung: Wenn Ihnen künftig ein 7er begegnet, dessen Fahrer mit der rechten Hand Kreise in die Luft malt, mit Zeige- und Mittelfinger gleichzeitig zum Bordmonitor in der Mittelkonsole zeigt oder mit der flachen Hand eine abweisende Bewegung macht, wundern Sie sich nicht: Er oder sie „spricht“ mit dem Auto. Denn die Bedienung einiger Fahrzeugeinstellungen wird auch per Geste möglich sein.

Zunächst beschränkt auf die Annahme oder Ablehnung von eingehenden Telefongesprächen, auf die Regelung der Lautstärke und auf eine selbst zu programmierende Zwei-Finger-Geste, ist die Steuerung verblüffend einfach, praktisch und schnell. Darüber hinaus ist die komplette Bedienung nun auch per Touch möglich.

Autor Peter Schiebel testet die neue mögliche Bedienung des 7er per Geste.

Zwar bleibt das bewährte iDrive als zen­trales Bedien­element in der Mittelkonsole erhalten, dennoch lassen sich sämtliche Funktionen von Navigation über Entertainment bis Klimaanlage künftig per Wischbewegung steuern. Das sei eindeutiger Wunsch der Kunden gewesen, sagt Stephan Peters, Projektleiter Bediensysteme, und verweist auf eine Umfrage unter 2953 7er-Kunden in Deutschland, USA und China. Zudem soll die Sprachsteuerung der natürlichen Sprache angepasst werden, z. B. durch Sätze wie „Bring mich nach Hause“ anstelle der eher abstrakten und appellativen Befehle, die bisher nötig sind.

Leichtbau

  • Aufgabe: Das Gewicht der Luxuskarosse und damit Verbrauch und CO2-Ausstoß reduzieren und gleichzeitig die Technologie-Führerschaft unter Beweis stellen.
  • Umsetzung: Netto 130 Kilo weniger Gewicht. Diese Zahl werden die BMW-Verantwortlichen nicht müde zu betonen. Netto 130 Kilo weniger Gewicht bedeutet irgendetwas um die 1800 Kilo, die ein 7er je nach Ausstattung auf die Waage bringen dürfte. Geschafft haben die Ingenieure das durch den konsequenten Einsatz von carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK) und Aluminium in vielen Fahrzeugteilen. An A- und B-Säule, an der Hutablage und am Deckenrahmen etwa wird das ultraleichte, gleichzeitig aber mega­steife Carbon eingebaut. Die Technologie hat BMW beim Elek­tro-Vorzeigemodell i8 bereits im Einsatz, nun wird sie erstmals auch in einer konventionellen Serie verwendet. Der Deckenrahmen etwa wiegt auf jeder 7er-Seite nun weniger als drei Kilo. „Ein Maximum an Gewichtsreduzierung“, sagt Michael Ahrens, Karosserie-Verantwortlicher beim 7er.

Fahrdynamik

  • Aufgabe: Der Projektleiter des 7er BMW, Walter Schindlbeck, drückt es so aus: „Auftrag war es, eine extreme Spreizung hinzubekommen, zwischen hoch dynamisch und sehr luxuriös.“
  • Umsetzung: Das manuelle Einstellen des Fahrmodus – Comfort, Comfort Plus, Sport oder EcoPro – ist weiter möglich. Je nach Wahl werden Fahrwerk und Lenkung eingestellt. Viel moderner ist aber die „Adaptive Drive“ genannte neue fahrdynamische Wunderwaffe der Münchner. Dabei ermittelt der 7er pausenlos, wie der Fahrer seinen BMW über die Straßen bewegt. Geschieht dies zügiger, wird der Fahrmodus automatisch in Richtung Sport eingestellt, was zu einem strafferen Fahrwerk und bissigerer Lenkung führt.
Der neue Modus „Adaptive Drive" passt sich dem Fahrverhalten des Fahrers an.

Hat der Fahrer eher Spaß am Dahingleiten, stimmt sich der BMW auf eben diesen Fahrstil ab. Wonach einem auch der Sinn stehen mag: Der neue 7er gehorcht auch bei höheren Geschwindigkeiten in engen Kurven bzw. bei plötzlich auftretenden Hindernissen jederzeit dem Fahrer. Die schwere Limousine folgt auch dank Vierradlenkung (künftig auch im Allrad-7er erhältlich) punktgenau den Anweisungen des Herrn und Gebieters. Und die serienmäßige Ausstattung mit einer Zweiachs-Luftfederung vermittelt einem selbst auf rumpligen Straßen das Gefühl, auf einem Sofa zu sitzen.

Assistenzsysteme

  • Aufgabe: Die Sicherheit der Insassen und anderer Verkehrsteilnehmer erhöhen, ohne den Fahrer aus der Verantwortung zu entlassen.
  • Umsetzung: Ob die aktive Geschwindigkeitsregelung ACC (quasi ein Tempomat mit Abstandshalter) oder der Spurhalteassistent – BMW bietet bereits jetzt eine Vielzahl von Assistenzsystemen an. Im neuen 7er werden diese weiter optimiert und aufeinander abgestimmt. Beispiel Lenkassistent: Der unterstützt nicht nur das Lenken, sondern übernimmt es bis zu einer Geschwindigkeit von 210 km/h und bis zu einem gewissen Radius gleich ganz, wenn es der Fahrer wünscht.
Optimierte Assistenten unterstützen die Sicherheit.

Oder der Spurhalteassistent: Er lenkt künftig aktiv dagegen, wenn bei einem beabsichtigten Spurwechsel Gefahr im toten Winkel droht – übrigens nicht nur bei eigenem Fehlverhalten, sondern auch dann, wenn ein anderer Verkehrsteilnehmer auf die eigene Spur wechseln möchte.
Oder das ACC-System: Es übernimmt Infos von Verkehrsschildern und aus dem Navi, um gegebenenfalls frühzeitig die Möglichkeit einzuräumen, mit einem einzigen Tastendruck die Geschwindigkeit zu drosseln und Radarfallen zu entgehen.

Fernparken

  • Aufgabe: Die große Limousine perfekt in enge Parklücken und Garagen platzieren und trotzdem bequem ein- und aussteigen können.
  • Umsetzung: Auch hier könnte man sich Gedanken machen über das, was ein BMW-Fahrer so mit seinem Fahrzeug anstellt. Er stellt seinen Wagen nämlich vor der Garage ab, steigt aus, nimmt den Fahrzeugschlüssel wie eine TV-Fernbedienung in die Hand, drückt darauf und – der 7er fährt wie von Geisterhand allein hinein. Schrammen in die Tür machen beim Aussteigen ist also passé.

Nein, wir können den neuen BMW-König noch nicht abschließend bewerten. Und wir wissen auch noch nicht, ob er das Zeug hat, den ewigen Konkurrenten aus Stuttgart abzulösen und König der Luxusklasse zu werden. Aber wir sind uns ziemlich sicher, dass er zumindest ein König der Technik in seinem Segment wird.

Peter Schiebel

Neuer 7er BMW fahrerlos in Parklücken und Garagen

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