Zeitlos elegant

BMW 7er: Prunkstück

BMW 7er Modell 2012
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Standesgemäß: Der 7er vor dem Katharinenpalast in St. Petersburg – chauffiert von Redakteur Peter Schiebel.

Da steht er nun vor den Toren des Katharinenpalastes in St. Petersburg. Leicht verstaubt zwar nach 300 Kilometern Testfahrt durch russische Wälder, innerlich aber von technologischer Reinheit.

BMW hat seinen neuen 7er vorgestellt – in Russlands zweitgrößter Metropole, der Hauptstadt des ehemaligen Zarenreichs.

Zeitlos elegant: Der überarbeitete 7er ist 5,08 Meter lang, 1,90 Meter breit und wiegt rund zwei Tonnen

Der Ort ist – natürlich – bewusst gewählt. „Als einer unserer am schnellsten wachsenden Märkte ist Russland von besonderer Bedeutung für uns“, sagt Vertriebsvorstand Ian Robertson. 30.000 Fahrzeuge hat BMW voriges Jahr dort verkauft, heuer sollen es mindestens (!) 20 Prozent mehr werden. In der Premiumklasse liefern sich die Münchner ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Mercedes um die Vorherrschaft zwischen St. Petersburg und Moskau.

Der neue BMW 7er

Der neue BMW 7er

Und weil dabei der neue 7er eine maßgebliche Rolle spielen soll, wollten die Münchner in dieses Fahrzeug nur das Beste packen, was sie zu bieten haben, wie Einkaufsvorstand Klaus Dräger erläutert. Nur das Beste bedeutet beim neuen BMW-Flaggschiff an Veränderungen im Vergleich zum Vorgänger: außen wenig, innen eine ganze Menge.

Sportlich-gediegen: Zentral in der Mittelkonsole der Flachbildschirm, über den auch per Internet und Sprach­erkennung kommuniziert werden kann.

Wer den neuen 7er an der Optik identifizieren will, muss genau hinschauen. Voll-LED-Scheinwerfer, eine etwas schmalere Niere und eine dezent geänderte Frontschürze – das war’s schon. Dafür hat sich unterm Blech umso mehr getan.
Die Motoren – drei Benziner mit 320, 450 und 544 PS sowie der Drei-Liter-Sechszylinder-Diesel mit wahlweise 258, 313 oder 381 PS – wurden komplett überarbeitet. Mehr Power, weniger Verbrauch und Emission waren die Vorgaben des Vorstands – und sind auch die Ergebnisse der Ingenieurleistungen. Der Achtzylinder im 750i beispielsweise kommt nun mit 199 Gramm CO2 pro Kilometer aus und verbraucht im EU-Zyklus 8,6 Liter Super. Durchs russische Flachland benötigten wir freilich runde elf Liter. Dabei entwickelt der Motor enorme Power, sprintet in 4,8 Sekunden aus dem Stand heraus auf 100 km/h und besticht bei aller Sportlichkeit durch eine außergewöhnliche Laufruhe. Die serienmäßige Acht-Gang-Automatik tut ihr Übriges dazu.

Kleiner Kick: Der Kofferraum des 7er lässt sich bequem mit dem Fuß öffnen. 500 Liter Ladevolumen bieten ausreichend Platz für Gepäck.

Sportlichkeit gepaart mit Komfort und Luxus – dafür steht das BMW-Flaggschiff seit seiner Premiere 1977. Welchen Fahrstil der Fahrer pflegt – das sehen die Passagiere im 7er fortan auf den ersten Blick. Nämlich im Cockpit, das auf klassische Instrumente zugunsten digitaler Angaben verzichtet.
Je nach Fahrmodus – Sport, Comfort oder Eco Pro – erscheint das in einem anderen Design. Sportlich in Feuerrot mit großer digitaler Geschwindigkeitsanzeige, komfortabel mit herkömmlichen Rundinstrumenten im typischen BMW-Design, effizient in Umwelt-Blau mit Angaben über eingesparten Kraftstoff. Wobei: Der Passagier merkt auch am Auto selbst, welcher Modus gerade gefahren wird. Im Sport-Modus ist der 7er nämlich viel bissiger und bei Federung, Lenkung und Motor viel straffer als in den beiden anderen Varianten. Gleichwohl geben die neuen Sitze und die immense Ruhe eher das Gefühl zu schweben als über eine russische Buckelpiste zu fahren. Und wer weiß: Wenn Katharina die Große sich heute für ein Gefährt entscheiden müsste – der 7er wäre ganz vorne in der Auswahl dabei.

Seit Samstag steht er bei den Händlern, die Grundpreise liegen bei 74.900 Euro für den 730d und 80.700 Euro für den 740i.

P. Schiebel

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