Erste Testfahrt mit dem BMW i3

Der Konsequente

BMW i3
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Beeindruckt von der konsequenten Umsetzung: Auto-Tester Peter Schiebel mit dem neuen BMW i3.

Wohl selten hat es in den vergangenen Jahren ein neues Auto gegeben, das mit einer solchen Konsequenz entwickelt worden ist wie der BMW i3.

Konsequent, was den Antrieb anbelangt: Der i3 ist das erste Fahrzeug, das ausschließlich für die Elektromobilität entwickelt wurde. Also kein bestehendes Modell, dessen Verbrennungsmotor lediglich gegen eine Batterie ausgetauscht wurde.

Konsequent, was die Materialien anbelangt: ultraleichte Carbonbauteile, Sitzbezüge aus nahezu 100-prozentig recyceltem Polyester, Holzverkleidungen aus zertifizierter Forstwirtschaft.

Edel, schick und gleichzeitig ökologisch: Die Cockpit-Materialien des i3 sind nachhaltig produziert.

Konsequent, was die Vernetzung anbelangt: Das Navi des i3 ist mit den Angeboten des Öffentlichen Personennahverkehrs vernetzt, wodurch in Echtzeit der günstigste Weg von A nach B errechnet werden kann. Konsequent, was das Umfeld anbelangt: BMW bietet seinen i3-Kunden Beratung durch Elektriker für die Infrastruktur zu Hause genauso an wie eine vertraglich vereinbarte Bereitstellung von herkömmlichen Fahrzeugen, falls es mal in den Urlaub oder zu Verwandten gehen soll, die weiter als die 160 Kilometer Reichweite entfernt sind.

Konsequent, was den Glauben ans Modell anbelangt: Zusätzlich zur Zwei-Jahres-Garantie auf alle Teile versieht BMW die Batterie mit einer achtjährigen Garantiezeit.

Kein Wunder, dass die 2007 begonnene Entwicklung des Modells lange bei BMW-Boss Norbert Reithofer direkt angesiedelt war. Dessen Produktionsvorstand Harald Krüger sagt nun: „Der BMW i3 hat unsere Unternehmenskultur verändert.“ Ab 16. November können sich davon auch die Kunden überzeugen. Bei 45 ausgewählten Händlern und Niederlassungen wird der i3 in den Schaufenstern stehen. Und wer eine Probefahrt macht, wird aus dem Staunen vermutlich kaum mehr herauskommen.

Aufladen an der „Wallbox“: Voll in fünf Stunden

Zum einen ist der i3 vom Design her extrem gelungen. Die hohe Form, die großen Fenster und das interessante Türenkonzept (durch den Wegfall der B-Säule lassen sich die Türen gegenläufig öffnen und bieten so äußerst großzügigen Einstieg auf die hinteren Plätze) geben ihm ein unverwechselbares Äußeres. Der Innenraum besticht trotz des Außenmaßes von nur vier Metern durch ein erstaunliches Raumgefühl. Selbst Menschen jenseits der 1,90 Meter sitzen sogar im Fond bequem und mit ausreichend Kopffreiheit. Ein deutliches Plus beispielsweise gegenüber einem 1er oder 3er. Warum sich allerdings die hinteren Fenster nicht öffnen lassen, bleibt wohl Geheimnis der BMW-Ingenieure. Ebenso die Frage, warum das Display im Cockpit so extrem klein ist.

Zum anderen ist die Fahrdynamik einfach verblüffend. Der 170 PS starke Elektromotor entwickelt seine Kraft aus dem Stand heraus. In gerade mal 3,7 Sekunden sind 60 km/h erreicht, in 7,2 Sekunden die 100 km/h. Das macht beim Anfahren im Stadtverkehr ’ne Menge Spaß. Gewöhnungsbedürftig ist dagegen die Bremsdynamik. Sobald man den Fuß vom Gaspedal nimmt, wird der i3 spürbar langsamer, was die Passagiere immer einen leichten Ruckler nach vorne machen lässt. Das erinnert an eine Fahrt im Autoscooter, wie auch der extrem geringe Wendekreis von 9,86 Metern. Gleichzeitig wird beim Ausrollen Energie gewonnen, was wiederum die Konsequenz des Fahrzeuges unterstreicht.

Der BMW i3 überzeugt bei der ersten Testfahrt

Die Spitzengeschwindigkeit ist auf 150 km/h gedrosselt, im Schon-Fahrmodus „Eco-Pro+“ sogar auf 90 km/h. All das belegt: Der i3 ist in erster Linie ein Stadtauto. Die allermeisten Fahrten täglich sind nicht weiter als 50 Kilometer. Das lässt sich mit dem Elektromotor locker absolvieren, ehe er wieder an die Steckdose muss. Zwischen 30 Minuten und acht Stunden dauert das komplette Aufladen – je nachdem, ob der Wagen an eine normale Hauhaltssteckdose oder eine Schnelllade-Einheit angeschlossen wird. Lieferbar ist derzeit bereits eine sogenannte Wallbox für die heimische Garage, die den vollständigen Ladevorgang auf etwa fünf Stunden reduziert. 895 Euro kostet diese Einheit zusätzlich, wobei wir auch schon beim Preis wären. 34 950 Euro werden für den i3 fällig. Wie viele Menschen bereit sind, dieses Geld auszugeben, wollen die BMW-Verantwortlichen bislang nicht sagen. Allerdings sei das Interesse bei Privat- wie Firmenkunden sehr groß. Wer jetzt bestellt, dürfte seinen i3 wohl kaum vor Frühjahr 2014 bekommen, heißt es.

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