Für's grüne Gewissen

BMW i8: Zurück aus der Zukunft

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Neue Designsprache beim BMW i8: Die extrem schmalen Laserlichter ermöglichen eine flachere BMW-Frontpartie.

Das Auto sieht aus wie aus einem Science-Fiction-Film und heißt auch noch so: BMW i8, das ist mehr ein Prototypen-Kürzel für einen neuen Raumgleiter als der Name eines Kraftfahrzeugs.

Aber der BMW i8 ist real, zurück direkt aus der Zukunft. Und nicht nur das Design, auch die Technologie kommt aus der Zukunft. Drei Motoren, 2,1 Liter Verbrauch, – und die Scheinwerfer sind eher zwei veritable Laserschwerter, die bis zu 600 Meter leuchten.

Der BMW i8 ist das fortschrittlichste Auto derzeit auf dem Markt. Entwickelt von einem schlagkräftigen Team rund um Chef Carsten Breitfeld, steht der BMW i8 nach nur 36 Monaten nun (fast) so da, wie ihn eine Studie gezeigt hat. Augenfällig sind neben den Flügeltüren das kantige Heck mit den beiden aerodynamischen Luftkanälen, die an den Hinterbacken entlang fließen und zwischen den Rückleuchten durchstrudeln. Die Karosserie ist aus Karbon, das Chassis aus Aluminium, was den Flitzer nur 1.485 Kilo schwer macht.

Raumschiff-Look im BMW i8

Die inneren Werte sind mindestens genauso interessant. Obwohl ganz BMW ist das Innenleben eher Raumschiff als Straßenkreuzer. Die digitalen Instrumente sind wandlungsfähig. Sie leuchten blau, wenn man rein elektrisch fährt (bis zu 37 Kilometer), funkeln aber in giftigem Rot, wenn man im Sportmodus mit der Kraft der drei Herzen durchstartet. So unterschiedlich ist auch der Sound. Im E-Modus gibt es ein leicht pfeiffendes Geräusch, das an die nahende U-Bahn erinnert, im Sportmodus wirbelt der Soundgenerator so, als ob man mindesten sechs Zylinder unter der Haube hätte und nicht drei. Ganz wie bei einem Supersportwagen gibt es kräftige Stöße beim Hochschalten und beim Runterschalten spratzelt er fast wie ein Großer. Ein echter Ohrenschmaus zum Augenschmaus dazu. Und dann das Eigentliche: Die Lobhudelei ist dem Tester schon fast peinlich, aber mit diesem BMW entdeckt man die Freude am Fahren ganz neu. Der tiefe Schwerpunkt, die fein austarierte Antriebsmomentsteuerung und ein ausbalanciertes nicht zu hartes, aber strammes Fahrwerk, machen einfach nur Spaß. Nur eingefleischten Zylinderfetischisten und Verbrennungsmotor-Fans mag das stinken, aber solchen Hybrid-Antrieben gehört auch die Sportwagen-Zukunft.

Kofferraum

Kommen wir zum Platz: Als 2+2-Sitzer ist der i8 ein Klassiker. Zum Sitzen zu wenig, als Zusatzplatz zum Kofferraum absolut notwendig. Denn der Kofferraum hat mit rund 150 Litern Fassungsvermögen gerade mal die Ausmaße einer ausgewachsenen Damenhandtasche.

Fazit

Mit diesem Auto fällt man auf, vor allem in einer Stadt, in der die Porsche-Dichte ähnlich groß ist wie in Zuf­fenhausen. Lange wird man mit dem i8 aber nicht der Star der Straße sein. Denn trotz des Grundpreises von 126.000 Euro dürfte dieser BMW, auch weil er ein Sportwagen mit grünem Gewissen ist, das (Geschäfts-)Auto der Chefs werden. Und davon gibt es in München ja jede Menge. Einziges Manko: Der Einstieg erfordert Gelenkigkeit und Übung. Sonst sieht es leicht so aus, als ob ein Mehlsack ins Auto plumpst.

Der neue BMW i8

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RDF

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