Fahrbericht

BMW X4 – mehr als der x-te SUV

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Fühlt sich wie ein Schlossherr im BMW X4: Unser Autor und Auto-Tester Klaus Rimpel.

„My home is my castle“ – dieses Schlachtschiff von Auto ist ein Gefährt, in dem man sich sicher und geborgen wie im eigenen Schloss fühlt.

Das mag einer der Gründe sein, warum BMW mit seinen SUVs so erfolgreich ist – und warum die Münchner Autobauer mit dem X4 ein weiteres Modell in diesem Segment nach X1, X3, X5 und X6 vorlegen.

Dieser BMW X4 ist sicher nichts für Leute, die nur im Stadtverkehr unterwegs sind: Mit seiner stattlichen Breite von 1825 mm ist es im Münchner City-Gedrängel schon ein Wagnis, an Bussen oder Lkw vorbeizuziehen, die breiter als ihre eigene Spur sind – zumindest wenn man im „normalen“ Leben außerhalb solcher Testfahrten ein kleines Auto fährt. Und auch die Segnungen eines Allrad-Antriebs sind auf dem Asphalt der Großstadt eher seltener gefragt.

Aber auf der Landstraße oder der Autobahn macht dieser Wagen deutlich, warum so viele Kunden ihn haben wollen: Wir testeten die Automatik-Variante, den BMW 430 d xDrive Coupé– und erlebten, wie die Kraft von 258 PS den SUV scheinbar mühelos in 5,1 Sekunden auf 100 Stundenkilometer beschleunigt.

Selbst auf längeren Fahrten bleiben die Sitze komfortabel, der Innen-Komfort ist BMW-typisch groß: Ob Head-up-Display oder Sitzheizung – Luxus ist das alles schon, aber einer, der Sinn macht.

Der X4 bietet also alles, was den BMW-Fans lieb und teuer ist – aber was ist dann der Mehrwert? Warum gibt es nun noch eine SUV-Variante in der langen X-Reihe? Es ist vor allem ein optischer Grund: Der X4 wirkt einerseits wie ein robuster Geländewagen, gleichzeitig aber auch wie ein edles Coupé. So liegen die Sitze vorne um 20 Millimeter tiefer als beim X3 – alles wirkt ein bisschen sportlicher als bei den herkömmlichen SUVs, weshalb BMW in der Eigenwerbung auch von einem „Sports Activity Coupé“ spricht.

Das kostet der BMW X4

Markant und trotzdem elegant: Der neue X4 von BMW macht vorne wie hinten eine gute, vor allem auch eine sportliche Figur.

Derartige Optik-Vorzüge, mit denen der Fahrer ein wenig protzen will, muss er sich schon was kosten lassen: Die günstigste Variante, den Benziner xDrive20i, gibt‘s ab 46 300 Euro. Für den Diesel mit 258 PS legt man in der Grundausstattung 55 500 Euro hin, für den xDrive35d mit 313 PS sogar 60 500 Euro. Aber BMW bietet hier nicht nur Optik, sondern wie immer auch beeindruckende Technik: etwa die „Hill Des­cent Control“, also eine Bergabfahrthilfe, die die Geschwindigkeit auf steilen Gefällstrecken automatisch regelt. Oder eine Spielerei für die sportlichen Fahrer wie die Performance Control: Zur Erhöhung der Wendigkeit wird das kurveninnere Hinterrad abgebremst und die entstehende Bremswirkung über den Motor ausgeglichen.

Wer all das, was sich die genialen BMW-Techniker so ausdenken, mit an Bord haben will, muss noch mal ordentlich in die Tasche greifen – was sich zumindest in Puncto Sicherheit durchaus empfiehlt: So kostet etwa der Spurwechselwarner, also die radargestützte Überwachung des toten Winkels, 560 Euro zusätzlich – eine Vibration im Lenkrad und eine Leuchte im Außenspiegel warnt vor einem überholenden Wagen im toten Winkel.

Gerade bei den hohen Geschwindigkeiten, die dieser Wagen ermöglicht, können solche Anzeigen zum Lebensretter werden. Auch derartige Technik trägt also zu dem Schlossherren-Gefühl auf vier Rädern bei: My X4 is halt my castle…

Der neue BMW X4

Klaus Rimpel

Klaus Rimpel

Klaus Rimpel

E-Mail:Klaus.Rimpel@tz.de

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