„American way of life"

Sprinter im Smoking: Cadillac CTS-V-Limousine

Cadillac CTS-V-Limousine 2016
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Cadillac will mit V-Serie durchstarten: Unser Autor Hans Moritz zwischen CTS-V (l.) und ATS-V Coupé.

Die Marke Cadillac ist 112 Jahre alt, ihr Name war einst klangvoll. Doch zuletzt war es ruhig geworden um die Kultautos aus Vereinigten Staaten. Passé, denn Cadillac will wieder durchstarten.

Der neue Cadillac Europachef Andreas Schaaf kündigt bis 2020 acht neue Modelle an. Ganz vorne: die überarbeitete und erweiterte V-Serie. Diese Woche fand die Fahrpremiere statt.

Die V-Serie verkörpert den neuen Anspruch: „Zurück ins Premiumsegment“, proklamiert Schaaf. Mit der komplett überarbeiteten Cadillac CTS-V-Limousine sowie den ganz neuen Modellen ATS-V-Coupé und -Limousine könnte das gelingen. Auf einzigartige Weise kombiniert Cadillac rennsportliche Ambitionen, Eleganz und perfekte Verarbeitung innen wie außen. Cadillac will mitten rein in die High Society von Mercedes, Porsche, BMW und Audi – der Sprinter im Smoking.

Autos für Individualisten

Diese Strategie ist ambitioniert, erfreut sich das Luxussegment doch besonders markentreuer Kunden. Mit der V-Serie geht Cadillac folgerichtig den „american way of life“. CTS-V und ATS-V sind Autos für ausgeprägte Individualisten, für Menschen, die aus dem automobilen Uniformismus herausstechen wollen. Dafür spricht schon das äußere Erscheinungsbild. Auffallend sind die markante Front mit ihren Cadillac-typischen Viereckscheinwerfern und Rücklichtern, die von Lufteinlässen doppelt geschlitzte Motorhaube, die Bremslichtleiste, die fast so breit ist, wie das gesamte Heck sowie die vor allem die vier bulligen Auspuffrohre, die in Carbon eingefasst sind und unverschämt röhren. Nicht minder markant: der stattliche Heckspoiler.

Cadillac CTS-V mit 649 PS

Dass der kein Zierwerk ist, sondern für den nötigen Anpressdruck sorgt, zeigt der Blick unter die Haube. Beim CTS-V raubt dieser dem Betrachter schier den Atem. Der 6,2-Liter-V8-Kompressormotor, der stärkste, den Cadillac je gebaut hat, leistet unglaubliche 649 PS, sein Drehmoment von 855 Newtonmetern macht ihn zur Kampfmaschine. 320 km/h pro Stunde schafft der CTS-V. Nein, abgeriegelt ist er nicht. Da verwundert es nicht, dass der ambitionierte Cadillac-Pilot zwischen den Modi Sport und Rennstrecke wählen kann. Im Handling ist der CTS-V mit einer dann harten Lenkung und einer phänomenalen Beschleunigung eine echte Herausforderung – eben wie auf einer Rennstrecke. Nicht ganz so ungestüm kommt der ATS-V daher. Er ist eher der Elegante, Ausgeglichene, der mit 470 PS und 304 Sachen in der Spitze ebenfalls in der Champions League fährt – dank seines 3,6 Liter-Twin-Turbo.

Luxus im Cadillac

Markant innen: so richtet sich der Cadillac CTS-V an Individualisten.

Purer Luxus herrscht im Innenraum – hochwertige, top verarbeitete Materialien – viel Leder und Carbon-Look – ein Touchscreen mit Apple Car Play und sportlich-elegante Recaro-Sessel. Ein Gimmick muss man aus der Vielzahl der Instrumente und Assistenten herausgreifen: Der Performance Data Recorder filmt jede Fahrt aus der Frontscheibe und speichert die Daten mit technischen Einblendungen wie aus der Formel 1 auf die SD-Card im Handschuhfach.

All das hat seinen Preis. Die ATS-V-Limousine beginnt bei 69.900 Euro, die Premium-Version bei 74 900 Euro. Das Coupé bewegt sich zwischen 72 500 und 77 500 Euro. Die CTS-V-Limousine hat einen Listenpreis ab 98 500 Euro. Verkaufsstart ist im Frühjahr 2016.

Hans Moritz

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