IAA Innenraum-Ideen

Couchfeeling: Das Auto als Wohnzimmer

Die Handtasche immer griffbereit: Im Konzeptauto von Yanfeng bietet ein Fach in der Mittelkonsole ungeahnt viel Stauraum. Foto: Frank Rumpenhorst
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Die Handtasche immer griffbereit: Im Konzeptauto von Yanfeng bietet ein Fach in der Mittelkonsole ungeahnt viel Stauraum.
Ablage zum Ausfahren: Yanfeng zeigt eine neue Idee zur Brillenaufbewahrung im Auto. Foto: Frank Rumpenhorst
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Ablage zum Ausfahren: Yanfeng zeigt eine neue Idee zur Brillenaufbewahrung im Auto.
Wohlfühlsessel: Geoffroy de Grandmaison von Faurecia demonstriert einen Sitz, der anhand der Herzfrequenz und der Atemleistung erkennen soll, wie es dem Fahrer geht. Foto: Frank Rumpenhorst
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Wohlfühlsessel: Geoffroy de Grandmaison von Faurecia demonstriert einen Sitz, der anhand der Herzfrequenz und der Atemleistung erkennen soll, wie es dem Fahrer geht.
Form folgt Funktion: In Dekorationen im Autoinnenraum sollen künftig mehr Bedienelemente stecken - Faurecia zeigt dies auf der IAA anhand einer Klimanalage ohne Knöpfe. Foto: Frank Rumpenhorst
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Form folgt Funktion: In Dekorationen im Autoinnenraum sollen künftig mehr Bedienelemente stecken - Faurecia zeigt dies auf der IAA anhand einer Klimanalage ohne Knöpfe.
Lesen statt lenken: Künftig sollen Fahrer im Auto zum Beispiel Mails checken können - wie hier im Display des Konzeptautos von Yanfeng. Foto: Frank Rumpenhorst
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Lesen statt lenken: Künftig sollen Fahrer im Auto zum Beispiel Mails checken können - wie hier im Display des Konzeptautos von Yanfeng.
Autopilot auf Knopfdruck: Yanfeng zeigt ein Konzeptfahrzeug für die Vision des autonomen Fahrens. Foto: Frank Rumpenhorst
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Autopilot auf Knopfdruck: Yanfeng zeigt ein Konzeptfahrzeug für die Vision des autonomen Fahrens.
Beide Hände frei: Han Hendriks von Yanfeng demonstriert das Auto von morgen. Das Lenkrad fährt zurück und macht Platz für einen schwenkbaren Tisch, etwa für einen Laptop. Foto: Frank Rumpenhorst
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Beide Hände frei: Han Hendriks von Yanfeng demonstriert das Auto von morgen. Das Lenkrad fährt zurück und macht Platz für einen schwenkbaren Tisch, etwa für einen Laptop.
Das Auge fährt mit: Faurecia zeigt beim Armaturenbrett der Giulia von Alfa Romeo, wie sich Armaturenbretter veredeln lassen - zum Beispiel mit Elementen aus Schiefer. Foto: Frank Rumpenhorst
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Das Auge fährt mit: Faurecia zeigt beim Armaturenbrett der Giulia von Alfa Romeo, wie sich Armaturenbretter veredeln lassen - zum Beispiel mit Elementen aus Schiefer.

Auf der IAA zeigen die Hersteller nicht nur ihre Neuheiten - sie werfen auch einen Blick in die Zukunft. Und hier zeigt sich: Die Innenräume werden sich in den kommenden Jahren deutlich verändern - es wird vor allem bequemer.

Erst kam das Navi, das den Weg weist. Dann die Einparkhilfe, die dem Fahrer beim Rangieren ein Stück Arbeit abnimmt. Jetzt dreht sich bei den Autobauern viel um das autonome Fahren, bei dem der Fahrer es sich im Auto gemütlich machen soll.

Mehr Komfort

Das Auto wird zum Wohnzimmer. Es soll bequem sein. Und darf ruhig edel wirken. "Der Innenraum der Autos wird sich in den kommenden 10 bis 20 Jahren stärker verändern als in den vergangenen 100 Jahren", ist sich Han Hendriks vom Autozulieferer Yanfeng sicher. Hauptgrund dafür ist der große Trend zum automatisierten Fahren. Auch Alexandre Malval ist überzeigt, dass das autonome Fahren das Verständnis von Autos insgesamt verändern wird: "Es wird künftig nicht mehr so sehr um Leistung gehen", sagt der Designdirektor von Citroën. "Der Komfort wird eine viel wichtigere Rolle spielen."

Wie das passende Ambiente für diese Zukunftsvision aussehen kann, zeigt etwa der Zulieferer Faurecia auf der Internationalen Automobil Ausstellung IAA in Frankfurt (Publikumstage: 17. bis 27. September). Neben dem großen Touchscreen, der aus der Mittelkonsole wie eine Säule herausragt, hinterlassen bei dem Faurecia-Studiencockpit vor allem die verwendeten Materialien einen bleibenden Eindruck: Griffe in der Türverkleidung sind aus Emaille, auf dem Aludekor auf dem Armaturenbrett sind wichtige Schalter platziert.

Schieferstein am Armaturenbrett

Die Dekoration im Autoinnenraum soll in Zukunft also nicht mehr einfach nur gut aussehen: "Dekorelemente werden künftig eine Funktion übernehmen" erklärt Andreas Wlasak, der stellvertretende Designdirektor von Faurecia. Wie das schon heute praktisch aussieht, zeigt Faurecia beim Armaturenbrett der neuen Alfa Romeo Giulia auf der IAA: Wird der zentrale Touchscreen in dem Armaturenbrett ausgeschaltet, bleibt eine glänzende schwarze Fläche, die dann wie ein hübsch platziertes Dekoelement wirkt. Und wer denkt, Holzfurnier im Innenraum ist die edelste aller Möglichkeiten, sollte vielleicht umdenken: Denn Faurecia hat das Armaturenbrett seiner Studie mit Schieferstein veredelt. "Es können sogar Furniere aus Granit verwendet werden", erklärt Wlasak.

Fahren die Autos der Zukunft irgendwann von alleine über die Straßen, können die Insassen sich außerdem ganz anderen Dingen widmen als bisher. "Statt sich auf die Straße zu konzentrieren, können Sie zum Beispiel E-Mails beantworten oder sich der Zeitung widmen", gibt Han Hendriks zwei Beispiele. Wie bequem das sein kann, zeigt Yanfeng mit seinem Konzeptfahrzeug mit dem etwas sperrigen Namen "Innovation Demonstrator 2016" (ID16) auf der IAA.

Ausgestattet ist die Studie mit allem, was derzeit denkbar ist. Zum Beispiel mit großflächigen Touchscreens für alle wichtigen Funktionen, hinter denen sich die Lüftung versteckt. Oder mit verdeckten LED-Leisten, die im Innenraum die gewünschte Stimmung zaubern können. Die Mittelkonsole bietet ungeahnten Stauraum: Die einzelnen Fächer lassen sich durch Schiebetüren individuell einstellen. Im unteren Teil versteckt sich eine Kühlbox, die nach vorne und hinten geöffnet werden kann.

Besonders beeindruckend aber wird es, wenn über das zentrale Display der Autopilot eingeschaltet wird. Sobald der Modus aktiviert ist, fährt das Lenkrad langsam in die Instrumententafel zurück. Zugleich schwenkt der Fahrersitz automatisch ein Stück nach hinten, und die Sitzposition neigt sich um 18 Grad. In der oberen Mittelkonsole versteckt sich ein schwenkbarer Tisch, der Platz zum Beispiel für einen Laptop bietet. "So kann ich auf dem täglichen Weg zur Arbeit schon mal meine E-Mails bearbeiten und gewinne Zeit", schwärmt Hendriks. 

Damit sich der Fahrer im autonomen Auto richtig wohlfühlen kann, zeigt Faurecia einen Sitz, der über Sensoren die Vitalfunktionen der Insassen messen kann. Anhand der Herzfrequenz und der Atemleistung erkennt das System, wie es dem Fahrer geht. "Stellt das System zum Beispiel fest, dass Sie unter Stress stehen, beginnt automatisch eine im Sitz integrierte Massagefunktion", erklärt Marketing-Direktor Geoffroy de Grandmaison. Zugleich strömt als kleine Erfrischung kalte Luft aus dem Sitz.

dpa/tmn

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