Austausch von Daten für Echtzeitkarten

Deutsche Autohersteller fordern Google heraus

Stuttgart - Die deutschen Autohersteller wollen beim Austausch von Daten für Echtzeitkarten über Konzerngrenzen hinweg eine Allianz bilden und so externen Anbietern wie Google &. Co die Stirn bieten.

„Wir haben ein gemeinsames Interesse an einer sehr guten Karte. Und sehr gut wird die Karte dadurch, dass viele Autos ihr Informationen liefern. Beispielsweise, wo es einen Unfall gegeben hat“, sagte BMW-Entwicklungschef Klaus Fröhlich der Automobilwoche. „Das ist für uns sehr wohl eine Geschäftsgrundlage, an der die Autoindustrie auch arbeitet.“

Daimler-Entwicklungschef Thomas Weber rief in der Branchen- und Wirtschaftszeitung ebenfalls zur Kooperation auf: „Wenn wir unsere Backends für den Datenaustausch zusammenschließen, ist das eine große Chance für die Sicherheit auf den Straßen in ganz Deutschland.“ Technisch werden die Informationen der Kameras, Radar- und anderer Sensoren in den Fahrzeugen erfasst und im Backend der einzelnen Hersteller analysiert.

Das sollen Echtzeitkarten liefern

Mit dem Austausch der Fahrzeugdaten soll eine Echtzeitkarte mit allen Verkehrsinformationen, unter anderem zu Wanderbaustellen, Unfällen, Falschfahrern oder kurzfristigen Sperrungen, entstehen. Noch fehlt ein gemeinsamer Standard zur Weiterverarbeitung dieser Daten durch alle Unternehmen. Dabei sind diese Informationen die technische Grundlage für das automatisierte und autonome Fahren. Der Verband der Automobilindustrie VDA begrüßte die Allianz der Hersteller: „Er darf langfristig nicht bei Insellösungen der Hersteller bleiben. Die Vernetzung der Backends bedeutet, dass sich wenn möglich alle Hersteller auf einheitliche Standards einigen.“

Nach Informationen der Automobilwoche soll die künftige Allianz allein den Herstellern vorbehalten bleiben. Nach anfänglichen gemeinsamen Gesprächen werden seit Mitte 2014 Zulieferer nicht mehr in die Runden eingeladen. Heute werden solche Karten bereits für optimierte Navigationssysteme genutzt. Google sieht in diesem Markt ein großes Potenzial und hat 2013 für gut eine Milliarde Dollar den Echtzeitkarten-Anbieter Waze übernommen. Hersteller von klassischen Navigationsgeräten und -software sind auf GPS-Daten angewiesen, die die detaillierten Informationen nicht bieten können.

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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