Vorstellung auf der IAA

Diskussion um neuen Porsche 911: Turbo- statt Saugmotor

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Der neue 911er  wird im September auf der IAA vorgestellt.

Bei Porsche zeichnet sich ein Paradigmenwechsel ab: Im neuen 911er wird unter der Haube von nun an ein Turbomotor statt eines Saugmotors verbaut sein. Fans des Kult-Wagens fürchten um den Sound.

Er ist der Klassiker unter den Porsche-Modellen: Der Porsche 911. Anlässlich der IAA 2015 im September enthüllt der Stuttgarter Autobauer bereits jetzt sein neuestes Werk: Der Porsche 911 Carrera S. Optisch gibt es nur wenige Veränderungen, wie die neuen Scheinwerfer mit Vierpunkt-Tagfahrlicht und dem neugestalteten Heckdeckel mit vertikalen Lamellen.

Doch die eigentliche Neuerung findet sich unter der Motorhaube: Die bisherigen Saugmotoren mit 3,4 und 3,8 Litern Hubraum, die in dem Klassiker-Modell zum Einsatz kamen, haben ausgedient. Stattdessen werden in dem Vorzeigemodell von Porsche nun Turbo-Motoren verbaut. Rund 20 Prozent mehr Leistung verspricht der Hersteller mit der neuen Motorengeneration: den aufgeladenen Sechszylinder-Boxermotoren. Mit der Biturbo-Aufladung können der 911 Carrera mit 370 PS (272 kW) und der 911 Carrera S sogar mit 420 PS (309 kW) auf je drei Liter Hubraum aufwarten.

Laut dem Unternehmen resultiert die höhere Leistung des Carrera S aus Turboladern mit geänderten Verdichtern, einer spezifischen Abgasanlage und einer abgestimmten Motorsteuerung. Das zeigt sich auch in der Leistung: Das Coupé mit Porsche-Doppelkupplungsgetriebe (PDK) und Sport Chrono-Paket schafft es von Null auf Hundert in 4,2 Sekunden. Der Carrera S knackt als erster der 911-Familie mit 3,9 Sekunden die magische Vier-Sekunden-Marke.

Ja zum Turbo - Nein zum Sound?

Doch nicht die verbesserte Leistung bereitet den Fans des schnittigen Kult-Flitzers Kopfschmerzen: Sie fürchten mit der Abschaffung der Saugmotoren um den typischen Porsche-Sound. Auf der englischsprachigen Facebook-Seite des Unternehmens diskutieren die User eifrig über die Pros und Kontras des Turbos.

Leonhard N. schreibt dort: "Der Sound überzeugt mich noch nicht, bin mal gespannt, optisch ein Traum". Das Unternehmen versichert hingegen, am "gewohnt Porsche-typischen sonoren Motorklang" habe sich nichts verändert. Doch die Enttäuschung ist auch bei den internationalen Fans groß: "You Killed something with that Turbocharger", schreibt Niklas Hook bei Facebook.

Neuerungen haben ihren Preis

Was diese Fans allerdings ein wenig besänftigen könnte, sind die vielen kleinen Verbesserungen, die Porsche mit dem 911 vorlegt. Nicht nur der Verbrauch ist moderat wie nie - mit 7,4 Litern für das Einsteigermodell - auch in Sachen "Connectivity" macht der 911er einen Sprung nach vorne. Das serienmäßig verbaute "Porsche Communication System" (PCM) mit Sprachbedienung lässt sich analog zum Smartphone mit Multitouch-Gesten bedienen. Der sieben Zoll große Monitor ermöglicht auch handschriftliche Eingaben.

All diese Neuerungen haben natürlich auch ihren Preis. Das spiegelt sich in dem Aufschlag von mehr als 4000 Euro gegenüber Vorgängermodellen wieder. Zukünftig müssen Liebhaber der schnellen Flitzer für den Elfer rund 96.605 Euro, für die sportliche Variante rund 110.766 Euro bezahlen. Während die Cabrio-Ausführung dem Carrera S ähnlich ist, liegt das 911 Carrera S Cabriolet bei stolzen 123.856 Euro. Ab Dezember soll der 911 hierzulande in den Handel kommen.

So fährt sich der 911 Carrera mit Allrad-Antrieb

vf

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