Elektrische Exoten in Genf

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Ist vor allem für den Stadtverkehr gedacht: Der Heuliez Mia soll rund 18 000 Euro kosten.

Mit konventionellen Autos tun sich neue Firmen offenbar ausgesprochen schwer. Doch seit alle Welt vom Elektroantrieb redet, drängen immer mehr Newcomer mit neuen Modellen vor allem für den Stadtverkehr ins Rampenlicht.

Auch auf dem Genfer Autosalon sind in diesem Jahr wieder elektrische Exoten zu sehen. Viele davon sehen zwar ungewöhnlich aus und verlangen vom Besitzer Toleranz in Sachen Geschmack sowie gewisse Einschränkungen. Doch gerade bei Stadtfahrzeugen, die nur in kleinen Serien verkauft werden sollen, haben manche dieser Autos durchaus eine Chance.

Erinnert ein bisschen an das Mondauto der Nasa: Das Konzeptfahrzeug Elmar hat aber auch einen ungewöhnlichen Antrieb.

Zu den schrägsten Entwürfen der Messe zählt das Studentenauto Elmar, das an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Mannheim entstanden ist. Der Zweisitzer mit einem zentralen Tragwerk aus Kohlefaser erinnert entfernt an das Mondauto der Nasa und fährt wie dieses elektrisch. Angetrieben wird es von Motoren in der Felge, die jeweils 7,5 kW leisten und aus Lithium-Eisen-Akkus gespeist werden. So unkonventionell wie der Antrieb des Autos ist auch seine Steuerung: Neben dem Lenkrad und einem Joystick kann der Fahrer Elmar mit dem iPhone dirigieren und muss dafür das Handy nur in die entsprechende Richtung neigen, um auch dorthin zu fahren.

Etwas näher am Hier und Heute ist der Smera des französischen Herstellers Lumeneo, der in noch in diesem Jahr den Schritt von der Studie zur Serie machen möchte: Konstruiert wie ein Kabinenroller können in dem liegenden Elektro- Ei mit vier Rädern und Neigetechnik zwei Passagiere hintereinander sitzen. 2,50 m lang, aber nur 86 cm breit, soll sich der Smera mühelos durch den Stau schlängeln und nahezu überall einen Parkplatz finden.

Rucksackreisender Elektroflitzer: Die Rinspeed-Studie UC soll weitere Strecken in speziellen Eisenbahnwaggons zurücklegen.

Angetrieben wird er von einem Elektromotor mit 40 PS, der den nicht einmal 500 kg schweren Zweisitzer in acht Sekunden auf Tempo 100 und maximal auf 130 km/h beschleunigt. Dabei reicht die Lithium-Ionen- Batterie angeblich für rund 150 km. Ebenfalls kurz vor dem Produktionsbeginn steht laut Heuliez der Mia. Der knubbelige Kasten ist ein Dreisitzer für den Stadtverkehr, misst 2,80 m und wiegt 620 kg. In Fahrt bringt ihn ein Elektromotor, der maximal Tempo 110 schafft und aus Lithium- Akkus gespeist wird. Zwar sieht der Mia aus wie eine Studie für die ferne Zukunft, doch wollen die Franzosen den Wagen schon bald in Serie bringen und noch in diesem Jahr etwa 1500 Autos verkaufen. Rund 18 000 Euro soll der Mia kosten.

Während Elmar, Smera und Mia schon optisch weit vom konventionellen Stadtflitzer entfernt sind, versuchen es Zagato und Guigiaro mit konventionelleren Konzepten, die dafür auf exotische Länder zielen. Denn der elektrisch angetriebene Joule mag zwar ein wenig an den ersten Renault Scénic erinnern, soll aber bald als erstes Auto eines Südafrikanischen Herstellers vom Band laufen. Und der Emas von Guigiaro gibt den Ausblick auf eine Kleinwagenfamilie, mit der demnächst Proton aus Malaysia punkten möchte. Diese Familie ist so modular gestaltet, dass es nicht nur drei Karosserievarianten vom Dreitürer bis hin zum Cross-Over gibt. Auch unter dem Blech ist an Elektroantrieb, Range-Extender oder Brennstoffzelle gedacht. Der Schweizer Frank Rinderknecht hat rund um seine Rinspeed-Studie UC ein Verkehrsszenario entworfen. Um die auf rund 100 km limitierte Reichweite des elektrischen Winzlings mit 2,59 m Länge, 45 PS und 120 km/h Höchstgeschwindigkeit zu strecken, sollen die Autos größere Distanzen in speziellen Eisenbahnwaggons zurücklegen.

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