Mercedes C-Klasse

Die reinste Freude

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Längerer Radstand, mehr Platz: Autor Armin Geier mit der C-Klasse.

Im Jahre 1982 ging es los. Da kaufte sich mein Großvater seine erste C-Klasse. Von da an besaß er nie ein anderes Auto. Und als Opa beim Nachmittagskaffee mal gefragt wurde...

...ob er sich nicht einen anderen Wagen zulegen wolle, entgegnete er barsch: „Warum? Mein Benz ist das Beste. Und damit Ende!“

Über 10 Millionen Modelle hat Mercerdes von seinem Flaggschiff seit damals verkauft. Nun stellten die Stuttgarter in Frankreich die neue Generation des Mittelklasse-Wagens vor. Zwei Tage nahmen wir den neuen Baby-Benz genau unter die Lupe. Und gleich vorweg: Opa hätte seine helle Freude gehabt – und nicht nur er!

Denn eins fällt bei der neuen C-Klasse sofort auf: Noch nie war die Modellreihe sportlicher und gleichzeitig luxuriöser. Nicht nur, dass das Fahrwerk neu abgestimmt wurde und die ganze Karosserie 100 Kilogramm leichter geworden ist – es gibt erstmals in dem Auto auch einen Fahrmodischalter (hier will man klar dem 3er-BMW und dem Audi A4 Konkurrenz machen). So kann der Fahrer wählen, ob er im Komfort-, im Eco- oder im Sport-Style über die Straßen gleiten möchte. Interessant: Das typische Benz-Fahrgefühl geht dabei nie verloren. Der Wagen schnurrt. Es gibt wohl kein Auto in dieser Klasse, das so leise ist. Limousine pur. Wer sich nun noch die Luftfederung aus der S-Klasse ins Auto holt (gegen einen Aufpreis von 1416 Euro), der schwebt regelrecht über den Ashalt, ist aber dennoch spritzig unterwegs.

Auch im Inneren ist der beliebteste Benz sportlicher geworden. Die Grundposition der Sitze liegt tiefer, die Metall-Knöpfe erinnern an einen Rennflitzer. Nix Biedermeier. Wichtig: Auch im Fond bietet der Wagen ausreichend Platz. Bei einem acht Zentimeter längeren Radstand im Vergleich zum Vorgänger wuchs das Modell spürbar in Länge wie Breite. Angeboten werden von der neuen C-Klasse übrigens erst einmal nur Vierzylinder, zwei Benziner mit 1,6 und 2-Litern Hubraum (156 und 184 PS) und ein 2,2-Liter Diesel (170 PS). Apropos Agilität: Der C 250 beispielsweise schafft es in 6,6 Sekunden von null auf hundert. Beeindruckend. Genau das ist auch der Verbrauch: Der liegt bei dem schnellsten Modell bei 5,3 Litern, bei den BlueTech-Versionen sogar bei nur 4 Litern auf 100 Kilometer.

Damit auch jeder Benz-Freund optisch zufrieden ist, haben sich die Stuttgarter noch etwas überlegt: Alle Modelle können entweder mit der klassischen Stern-auf-der-Motorhaube-Front bestellt werden oder mit dem modernen Großstern im Frontkühler. Und der Preis? Das kleinste Modell (der C 180) ist ab 33 558 Euro zu haben. Da ist aber noch nichts drin. Heißt: Mit einem etwas leistungsstärkeren Motor und ein paar Extras liegt man bei gut 50 000 Euro. Auch das ist typisch Mercedes.

Fazit: Die neue C-Klasse ist eine Limousine mit viel Luxus, aber auch Sportlichkeit. Hier will Mercedes klar jüngere Kunden für ihren Klassiker begeistern. Und Opa? Der wär sowieso glücklich gewesen: Er hätte die Sitze hochgestellt und wär eh nur im Komfort-Modus durchgestartet …

Das ist die neue Mercedes C-Klasse

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Armin Geier

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