Revoluzzer & Sparkönig

Erster Dreizylinder für VW Golf

ERster Dreizylinder für den VW Golf.
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Die Revolution steckt unter der Motorhaube: Unser Autor Sven Westerschulze neben dem sparsamen Golf TSI BlueMotion.

Es hat schon etwas von einer kleinen Revolution, was VW mit seinem Golf veranstaltet hat. Seit über 40 Jahren wird er schon produziert, inzwischen in der siebten Generation doch eines war immer gleich:

Der Golf grüßte als Vierzylinder. Doch das ist jetzt Geschichte. Ende des Monats gibt es den König der Kompaktklasse erstmals auch als Dreizylinder.

Was vor Jahren noch undenkbar gewesen wäre, ist heute die logische Konsequenz des Downsizing. Kurzum: Der Antrieb wird verkleinert. Einen Einlitermotor haben die Wolfsburger ihrem Golf TSI BlueMotion verpasst, der ab 20.450 Euro bald zu haben ist und eindrucksvoll unter Beweis stellt, dass weniger manchmal mehr ist. Denn VW ist es gelungen, das typische Schütteln eines Dreizylinders nach Start und Stopp fast komplett zu eliminieren.

Der Turbobenziner überzeugt mit einer angenehmen Laufruhe, Ausgleichswellen braucht er dafür nicht. Die würden nur Reibung und Gewicht steigern – genau daran hat VW im TSI gespart. Gerade einmal 89 Kilogramm wiegt der Motor, bei 2000 Umdrehungen liefert er trotzdem beeindruckende 200 Newtonmeter – das macht richtig Spaß. Während die Sparmaßnahmen unter der Haube dem Fahrspaß mit dem Golf keinen Abbruch tun, sollen sie den Käufer an anderer Stelle erfreuen: beim Verbrauch. Mit gerade einmal 4,3 Litern auf 100 Kilometern preisen die Wolfsburger ihr 115 PS starkes Kraftpaket an. Diesen Wert erreichten wir bei unserer Testfahrt nicht, doch auch die von uns ermittelten 5,0 Liter können sich für einen Benziner wahrlich sehen lassen.

Trotz verkleinertem Motor bleibt der Fahrspaß keinesfalls auf der Strecke, meint unser Autor, der den Dreizylinder- schon mal auf Herz und Nieren testete.

Serienmäßig gibt es den revolutionierten VW Golf mit manuellem Sechsganggetriebe, ebenso wie mit Start-Stopp-System, elektronischer Differenzialsperre, Klimaanlage und Alufelgen. Auf Wunsch und gegen 1.875 Euro Aufpreis kontrolliert aber auch ein Siebengang-DSG die Leistung des Downsizing-Aggregats, das sich vor den Geschwistern seiner Golf-Familie nicht verstecken muss. Schließlich erfüllt es, wie die BlueMotion-Varianten mit Diesel und Erdgas, die Anforderungen der Effizienzklasse A und landet mit 99 g/km CO2-Emission sogar noch unter der dreistelligen Prestigegrenze.

Auch das Tanken könnte mit dem ersten BlueMotion-Benziner langsam zur Rarität werden: Der Hersteller verspricht mit einer Tankfüllung über 1100 Kilometer weit zu kommen. Natürlich nur, wenn man nicht mit dem Bleifuß unterwegs ist. Ist der durchgedrückt, schafft der TSI in der Spitze 204 km/h.

Ein kleines Schmankerl hält VW übrigens auch noch bereit: Damit es im BlueMotion-Benziner keine Probleme mit Steuerketten gibt, hat der EA-211-Motor für den Antrieb der Nockenwellen einen Zahnriemen, der 250.000 Kilometer halten soll.

Wie die Zeit vergeht! Mit dem VW Golf...

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Sven Westerschulze

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