Maximaler Fahrspaß

Audi RS3 Sportback: Das Sportdress steht ihm gut

+
Kontrollierter Drift: Der Ingolstädter Sportler erlaubt unglaubliche Kurvengeschwindigkeiten.

Es röhrt, sprotzt, brabbelt, blubbert und faucht im Autodromo Vallelunga in der Nähe von Rom. Hier sind heute mal nicht die Formel-1-Testteams oder die Superbike-Piloten unterwegs.

Sondern ein (fast) ganz normales Straßenauto. Heilbronner Zulassung, schicker roter Lack, starker Sound: Audi hat zum ersten Kontakt mit dem neuen RS3 gebeten, der im Juni zu den Händlern kommt. Ein Kennenlernen der ziemlich flotten Art.

Wo RS draufsteht, ist reichlich Power drin – das ist so bei Audi. Schon die Papierdaten verraten die Potenz des Sportbacks, also des fünftürigen Steilheck-A3 im Sportdress. 367 PS in einem rund eineinhalb Tonnen schweren Kompakten – das reicht für einen Standardsprint in 4,3 Sekunden von null auf 100 km/h und auf Wunsch für eine Spitze von 280 km/h. Serienmäßig wird bei 250 abgeregelt. Dass diese Power von einem feinst abgestimmten, optional in mehreren Stufen verstellbaren Sportfahrwerk, einem blitzschnellen Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, einem optimierten Quattro-Antrieb, einer besonders knackig abgestimmten Lenkung und einem auf Wunsch auch teilweise deaktivierbaren ESC passend auf die Straße gebracht wird, ist bei einem Produkt der Quattro GmbH eigentlich selbstverständlich. Schließlich sind deren Modelle alle „konsequent auf maximalen Fahrspaß ausgelegt“, so ihr Chef Heinz Hollerweger.

Langeweile ist hier ausgeschlossen: Im Cockpit herrscht Rennwagenfeeling.

Eine Aussage, die sich nach dem Rennstrecken-Erlebnis mit dem RS3 vorbehaltlos unterschreiben lässt. Der Kompakte mit je nach Geschmack mehr oder weniger auffälligen Spoiler- und Schweller-Ausstattung reagiert unglaublich spontan auf jede Gaspedalbewegung, macht jeden Beschleunigungsvorgang zum Genuss. Gas geben, einlenken, bremsen, aus der Kurve raus beschleunigen – nach ein paar Versuchen stellt der Pilot fest: Das Gerät klebt förmlich auf der Straße, erlaubt unglaubliche Kurvengeschwindigkeiten und lässt sich in der Einstellung Dynamic so richtig schön im kontrollierten Drift durch die engen Kurvenkombinationen scheuchen – gelenkt wird mit dem Gaspedal.

So fährt sich der Audi RS3 Sportback auf der Landstraße

Szenenwechsel. Es geht über italienische Landstraßen in Richtung Rom. Hier zeigt der RS3 sein zweites Gesicht: das des Alltagsfahrzeugs mit jeder Menge Reserven für alle Fälle. Ein paar Meter reichen, um den langen Viehtransporter quasi im Wimpernschlag-Tempo zu überholen, dann fahren die Systeme wieder auf Normalbetrieb, schnurrt der 2,5 Liter große Fünfzylinder wieder entspannt dahin.

Der Normverbrauch von 8,1 Litern ist machbar, macht aber keinen Spaß. Bis zu fünf Passagiere passen in den Kompakt-Renner, der gerade mal 280 Liter große Kofferraum (100 Liter weniger als beim A3) schränkt aber seine Alltags-Nutzbarkeit ein wenig ein. Auf die Verbreitung des RS3 dürfte sich auch der Einstiegspreis dämpfend auswirken. Pro PS sind 143,60 Euro fällig. Macht zusammen 52.700 Euro.

Kleiner Kraftprotz! Der neue Audi RS 3 Sportback

Kleiner Kraftprotz! Der neue Audi RS 3 Sportback

Rudolf Huber

Mehr zum Thema:

auch interessant

Meistgelesen

Unsere ersten Eindrücke vom neuen BMW 5er
Unsere ersten Eindrücke vom neuen BMW 5er
Ups! Auto versinkt in Baugrube
Ups! Auto versinkt in Baugrube
Die Sünden beim Eiskratzen 
Die Sünden beim Eiskratzen 
Viele Geländewagen haben ein Gewichtsproblem
Viele Geländewagen haben ein Gewichtsproblem

Kommentare