Erster Eindruck

Lexus NX 300h: Die optische Attacke

Diese Formen provozieren: Mit dem mutigen Design des Lexus NX riskieren die Japaner bewusst, dass es nicht allen gefällt.
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Diese Formen provozieren: Mit dem mutigen Design des Lexus NX riskieren die Japaner bewusst, dass es nicht allen gefällt.

Die Mitbewerber wie Audi, BMW, Mercedes oder sogar Infiniti machen es Lexus seit Jahren vor. Die Premium- Hersteller bieten kompakte SUVs an – wie Q3, X3 oder GLK.

Und die Verkaufszahlen geben ihnen recht. Das Segment boomt. Mit einiger Verspätung startet am 18. Oktober nun auch die Toyota- Luxustochter durch: Lexus NX 300h heißt ihr Angebot, an dem sich die Geister scheiden. Nicht so sehr wegen des Hybridantriebs mit Benziner und Elektromotor. Auch nicht wegen des stufenlosen Automatikgetriebes. Obwohl dazu später noch etwas zu sagen sein wird. Nein, Knackpunkt des NX ist sein Design.

Die Japaner wollten nicht den x-ten Soft-SUV-Aufguss auflegen und entschieden sich zur optischen Attacke: Der Neue ist vom Diabolo-Kühlergrill bis zu den gezackten Heckleuchten auf Auffallen getrimmt. „Wir wollen riskieren, dass er vielleicht nicht allen gefällt“, heißt es bei Lexus, wo man erklärt, bei Befragungen hätten 80 Prozent den Daumen rauf und nur 20 Prozent selbigen runter gehalten.

Zum Ansatz des Lexus NX passt auch, dass die Marketing- Strategie zur Einführung ganz auf Ex-Black-Eyed Peas- Sänger und Multi-Künstler will.i.am (sprich: will ei äm) abgestimmt ist. Am klassischen Lexus-Kunden zielt das wohl eher vorbei. Aber die Strategen rechnen ja auch mit 80 Prozent Käufern, die bis dato noch nichts mit der Marke am Hut hatten. Also: Heiß oder heftig schaut der NX je nach Geschmack des Betrachters aus. Aber wie ist er innendrin – und wie fährt er sich? Gar nicht so revoluzzermäßig, wie man vom Äußeren schließen könnte. Die Japaner haben feines Echtholz und Leder verbaut, rühmen die im Vergleich zur Konkurrenz große Beinfreiheit hinten und den mindestens 555 Liter großen Kofferraum.

Der Lexus NX 300h verfügt über den bereits bekannten Hybridantrieb, der in diesem Fall 197 PS leistet und nach EU-Norm als Fronttriebler ab fünf Liter Super schluckt. Theoretisch, denn bei unseren ersten Testfahrten rund um Wien kamen wir auf 8,0 Liter. Was für einen 2,5-Liter- Benziner zwar kein schlechter Wert ist, aber von einem anständigen Diesel weit unterboten werden kann. 7,0 Sekunden gibt Lexus für den 100er-Sprint an, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei eher bescheidenen 180 km/h.

Wie beim Toyota Prius und den übrigen Lexus-Hybriden muss man die Art und Weise, in der die Kraft stufenlos in Vortrieb umgesetzt wird, mögen: Das große Heulen des Benziners beim kräftigen Gasgeben paart sich mit gefühlt eher wenig Vorwärtsdrang. Positiver Effekt: Um das nicht dauernd anhören zu müssen, lässt man es gern ruhiger angehen. Dabei geht der NX durchaus munter ums Eck, rollt bei entspannter Fahrweise ruhig dahin und bietet teils serienmäßig, teils optional eine Menge Komfort und Technik. Etwa diverse Sicherheits-Assistenten, optionalen Allradantrieb oder eine phänomenale Mark Levinson-Anlage mit 14 Lautsprechern und 835 Watt Leistung. Praktisch, zumindest für iPhone 6- und Samsung S5-Eigner, ist die Ladeschale, in der sich das Smartphone kabellos aufladen lässt.

Gregor Rudolph

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