Bußgeld ohne Grenzen

Gesetz zu Verkehrssünden im Ausland nichtig

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Seit 2010 sind „EU-Knöllchen“ möglich. Ausländische Behörden können in Deutschland Daten zum Fahrzeughalter elektronisch abfragen.

Wer im Ausland über rote Ampel brettert, muss Strafe zahlen. Dies regelt ein EU-Gesetz. Nun fordert der Europäische Gerichtshof Nachbesserungen an diesem Gesetz. 

Der Europäische Gerichtshof hat das Gesetz zum Informationsaustausch über Verkehrsdelikte in Europa gekippt - vorerst bleibt die EU-Richtlinie aber wirksam.
Bei Trunkenheit am Steuer, Überfahren roter Ampeln und sechs weiteren Delikten können die Staaten im Herkunftsland den Halter ermitteln lassen. Das entsprechende EU-Gesetz stehe auf einer falschen Rechtsgrundlage, urteilten nun die Luxemburger Richter am Dienstag (Rechtssache C-43/12).

Die Richtlinie habe eine Verbesserung der Verkehrssicherheit zum Ziel, erklärte das Gericht. Basis für das 2011 beschlossene Gesetz ist aber die Zuständigkeit der EU bei der polizeilichen Zusammenarbeit. Ein Fehler, urteilten die Richter. Denn bei der Kooperation der Polizeibehörden innerhalb der EU geht es etwa um die Abstimmung in der Asylpolitik, den Umgang mit Einwanderung, die Kontrolle der EU-Außengrenzen oder den Kampf gegen Kriminalität und Fremdenfeindlichkeit.

Die Richter betonen allerdings, dass der Austausch über Halterdaten wichtig ist für die Straßenverkehrssicherheit. Deshalb geben sie der Politik ein Jahr Zeit, den juristischen Fehler zu beheben.

Probleme bei EU-Knöllchen

Nach Angaben der EU-Kommission verstoßen Autofahrer im Ausland eher gegen die Verkehrsregeln als daheim. Besonders in Ländern mit viel Tourismus oder Transitverkehr wie Deutschland oder Österreich komme es zu Problemen. In Deutschland gibt das Kraftfahrt-Bundesamt die Halterdaten bei Anfragen zur Weiterverfolgung an die zuständige Stelle im Ausland weiter.

Wichtig zu wissen

Wenn Autofahrer in EU-Ländern Regeln missachten, gelten Strafmandate auch grenzüberschreitend. Seit 2010 sind „EU-Knöllchen“ möglich. Ausländische Behörden können in Deutschland Daten zum Fahrzeughalter elektronisch abfragen. Damit können sie ein „Informationsschreiben“ verschicken, das den Verstoß nennt und die Geldbuße einfordert. Es muss auf Deutsch verfasst sein.

dpa

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