Experten Check-Liste für den Winter

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Reifen-Check mit Daniel Pires bei Autoteile Schindelar.

Schnell ein Reifenwechsel am Auto und schon ist für viele das Fahrzeug fit für den Winter. Doch ein bisschen mehr gehört schon zum Winter-Check dazu. Hier gibt‘s die wichtigsten Punkte von Experten.  

Was Sie wirklich beim Winter-Check für Ihr Auto beachten sollten haben ADAC-Experten Maximilian Maurer und Schindelar-Mitarbeiter Daniel Pires zusammengestellt.

Winterreifen

„O bis O“ ist die Faustregel für die Nutzung von Winterreifen. „Es macht Sinn, sie von Oktober bis Ostern zu nutzen“, rät Daniel Pires. Auch das Gesetz schreibt vor, dass im Winter mit einer geeigneten Bereifung gefahren werden muss. „Bei unseren österreichischen Nachbarn herrscht ab 1. November Winterreifenpflicht“, weiß ADAC-Experte Maximilian Maurer. #

Doch welcher Reifen ist der richtige? „Das kommt darauf an, wie viel und wo man fährt“, so Reifenexperte Pires. Für Wenigfahrer tut es ein günstiger Neureifen. Ein Geheimtipp vom Fachmann: der Champiro GT Radial. „Der fährt sich auch in ländlichen Bereichen und bei Schnee sehr gut. Für 39 Euro pro Reifen ein echtes Schnäppchen.“

Im mittleren Preissegment liegen Reifen von Hankook und Vredestein für 60 Euro. „Für Leute, die mehr unterwegs sind.“ Von runderneuerten Reifen rät Pires ab: „Die kosten gerade einmal fünf Euro weniger als günstige Neureifen, haben aber schon ein ganzes Reifenleben hinter sich.“ Eine Alternative zu Winterreifen sind Allwetter- oder Ganzjahresreifen. „Aber die sind weder im Sommer noch im Winter richtig gut“, warnt Pires. „Davon würde ich in Bayern die Finger lassen.“

Wer seine Reifen selber wechseln möchte, sollte einige Tipps beherzigen: „Die Radnaben müssen gereinigt und gefettet werden, damit das Rad gerade angebracht werden kann“, so Pires. Auch sollte man nach der Montage den Reifendruck prüfen und nach 50 bis 100 Kilometern die Schrauben noch einmal nachziehen. Komfortabler ist es, den Wechsel gleich in der Werkstatt machen zu lassen. Dafür ist mit zirka sechs Euro pro Rad zu rechnen. Zusätzlich können die Sommerreifen auch dort gelagert werden. Hierfür wird eine Jahresgebühr von etwa 35 Euro fällig.

Lichttest

 „Wenn das Wetter wechselhaft ist und es früh dunkel wird, dann spielt das Sehen und Gesehen werden eine wichtige Rolle“, warnt Maurer. Aus diesem Grund veranstaltet der ADAC zusammen mit den Werkstätten, die der Kfz-Innung angehören, eine große, kostenlose Lichttestaktion. „Dabei prüfen wir die Lichtanlage, ob beide Scheinwerfer gleich eingestellt sind“, erklärt Werkstattexperte Pires.

Die Leuchtweitenregulierung gehöre zum Service. Nur wenn Lampen ausgetauscht würden, kämen Kosten auf den Autobesitzer zu: „Das ist aber nur sehr selten der Fall.“

Winter-Check

Bei tiefen Temperaturen muss auch die Kühlerflüssigkeit winterfest gemacht werden. „Es gibt die Möglichkeit, das an der Tankstelle oder in der Werkstatt messen zu lassen, denn auch Dauerfrostschutz verliert nach und nach seine Wirkung“, so Maurer.

Sind die Werte zu schlecht, dann muss die Kühlflüssigkeit getauscht werden. Ein Service, den auch die Firma Schindelar bietet: „Denn das sollte der Fachmann übernehmen, da sich die Mittel stark unterscheiden, die bei warmen oder kalten Motor verwendet werden müssen“, rät Pires.

Ein Liter Kühlflüssigkeit ist ab 2,95 Euro zu haben. Zum Wintercheck sollte auch die Überprüfung des Reifendrucks gehören: Dieser sollte zwischen 2,3 und 2,5 bar liegen.

Scheibenwischer

Werkstattkunde Anton Meyer prüft die Scheibenwischer. 

Die Blätter der Scheibenwischer sollten kontrolliert werden: „Die kleben im Sommer häufig an der Scheibe fest, kleine Risse entstehen“, warnt Maurer.

Dazu hat auch der Werkstattexperte einen Tipp: Wenn die Sonne halbhoch steht und man nichts mehr durch die Scheibe sehen kann, dann wird es Zeit für neue Wischerblätter. Diese kosten zwischen 10 und 15 Euro. Von der Selbstmontage rät Pires ab: „Es passiert oft, dass die Wischer ohne die Gummis auf die Scheibe zurückschnalzen. Dann ist das Glas hin.“ Beim Winter-Check muss auch die Scheibenwischanlage frostfest gemacht werden: „Scheibenreinigungsmittel gibt es mit Frostschutz entweder als Konzentrat für 3,95 Euro, das man selber noch aufgießen muss, oder als 5-Liter-Kanister für 4,95 Euro.“

Klare Sicht

Auch der guten Sicht aus dem Fenster kann man nachhelfen: „Jetzt müssen die Scheiben von innen gesäubert werden, so verhindert man, dass sie im Winter so schnell beschlagen“, erklärt Maurer.

Haushaltsüblicher Glasreiniger bringt dabei gute Ergebnisse gegen den fetthaltigen Schmutz, den die Klimaanlagen im Sommer an die Scheibe gepustet haben.

„Auch die guten Heizungen bergen Probleme in sich: Abends ist es im Auto zwar schön warm, aber auch feucht“, so der ADAC-Sprecher. Wenn es dann nachts kalt ist, gefrieren die Scheiben von innen. „Da hilft es nur, das Gebläse auf die höchste Stufe zu stellen — nach ein paar Kilometern ist das dann erledigt.“

Blick in den Kofferraum

Taucherbrille, Sonnenschirm und Liegen — all das befindet sich häufig am Ende des Sommers noch im Kofferraum. „Solche Sachen sollte man gegen einige winterliche Helfer austauschen“, rät Maurer.

Eine kleine Schaufel oder ein Kehrbesen, damit man sich im Notfall mal freischaufeln kann, und eine warme Decke können in den schneereichen Monaten sinnvoll sein.

Eis kratzen

„Am schlausten ist, wenn man überhaupt nicht kratzen muss“, so Maurer. Dazu würde es reichen, wenn man abends eine Dämmfolie unter die Scheibenwischer klemmt. Pappe eignet sich nicht: Sie friert schnell an der Scheibe fest. Eine günstige Alternative sei Blasenfolie.

Wer die Scheiben aber doch von Eis befreien muss, der sollte die Finger von heißem Wasser lassen: „Damit bringt man im schlechtesten Fall die Scheibe zum Platzen“, warnt der Experte von den gelben Engeln.

Gute Eiskratzer sollten einen kurzen Stiel haben: So kann beim Kratzen mehr Druck auf die Scheibe ausgeübt werden.

Versicherungswechsel

Die Beiträge für Autoversicherungen werden im kommenden Jahr um bis zu neun Prozent steigen. Für viele Autobesitzer ein Grund, über einen Wechsel nachzudenken. Stichtag für eine Kündigung ist traditionell der 30. November.

Doch wann ist ein Wechsel sinnvoll?
Wer bisher mit dem Service seiner Versicherung im Schadensfall zufrieden war, der sollte sich diesen Schritt gut überlegen. Denn billiger heißt bei Autoversicherungen nicht unbedingt besser. Oft werden bei Schnäppchen gewisse Leistungen ausgeschlossen.

Wenn dann ein Schaden eintritt, zehren die Reparaturkosten die Ersparnis häufig auf. Welche Leistungen entscheidend sind, dass hängt von den persönlichen Bedürfnissen ab: So spielen zum Beispiel der Fahrstil und das Alter des Autos eine Rolle.

Neu ist die Aufteilung der Versicherungen nach Fahrleistung und Abstellplatz wie zum Beispiel Garage, Caport oder Straße. Nachteil: Der niedrigste Tarif wird erst nach 25 Jahren, statt wie bisher nach 18 gewährt.

 Diana Millgramm

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