Alltagstest

Kleine Höllenmaschine mit großem Spaßfaktor

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München - Das ist doch mal was für uns Konsumenten, die wir uns ständig betrogen fühlen. Auf dem Kleinen steht 208 drauf, doch es ist viel mehr drin als 208, genauer gesagt 208 GTi.

Peugeot knüpft damit an eine 30-jährige Tradition an, die mit dem 205 GTi begann. 2012 kam der 208 auf den Markt, jetzt rüsteten ihn die Franzosen zur Rennversion hoch. Herausgekommen ist eine kleine Höllenmaschine, die richtig viel Spaß bereitet.

Die erste Begegnung mit dem 208 GTi findet im Dunkeln statt. Wer die Fernbedienung drückt, wird mit aufleuchtendem Blinker und Abblendlicht begrüßt. Es scheint, als fletsche da ein ganz Wilder die Zähne. Was den 208 GTi zu einem echten Erlebnis macht, ist die Kraft, die in dem Peugeot steckt. Den Löwen trägt er mehr als zu Recht. Der Turbobenziner kommt auf eine Leistung von 200 PS. Setzt man das ins Verhältnis zu Größe und Gewicht, kann man erahnen, mit was für einem Kraftprotz man es zu tun hat. Seine Beschleunigung ist schlichtweg irre, seine Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h atemberaubend.

Die Überraschung gelingt, obwohl die Designer alles getan haben, die Power mit dem Aussehen in Einklang zu bringen. Lichter und Frontpartie machen einen aggressiven Eindruck. Die einheitliche Front, bei der Karosserie und Stoßfänger ineinanderfließen, die tief liegenden Nebelscheinwerfer sowie die ausladenden Kotflügel unterstreichen den sportlichen Anspruch. Beim Blick aufs Heck fallen die mittig in den Stoßfänger integrierte Nebelschlussleuchte, die Chromleiste als unterer Abschluss sowie der trapezförmige Doppelauspuff auf, bei dem die Sounddesigner Hand angelegt haben. Der kleine Mann kann ordentlich röhren. Fast schon ein wenig pubertär wirkt hingegen die Folienbeklebung auf dem Dach, die ein bisschen an Rallye erinnern soll. Hätte es nicht unbedingt gebraucht.

Sportliche Sparsamkeit

Sportliche Sparsamkeit dominiert auch das Innere. Nachts fällt die rot leuchtende Umrandung der Instrumententafel auf. Das Hartplastik ist in schwarz-rot Bicolor – mal was anderes. Anzeigen, Knöpfe und Hebel sind auf ein Minimum reduziert. Die Lichtautomatik ist so ausgeklügelt, dass die Hersteller gleich ganz auf den Schalter hätten verzichten können. Die Bordunterhaltung befindet sich in der Mitte des Armaturenbretts. Einen CD-Player sucht man vergebens, der 208 GTi ist bereits vollständig im USB-Zeitalter angekommen. Griffig und formschön ist das kleine Lenkrad, das nach unten abgeflacht ist. Ärgerlich ist, dass es permanent in die Instrumententafel ragt und die Anzeigen teils nur mit Verrenkungen zu erkennen sind. Dieses leidige Peugeot- Problem müsste doch bei der Breite der Produktpalette in den Griff zu bekommen sein.

Fahrer und Beifahrer nehmen in Lederschalensitzen Platz, bei denen man zum Glück nicht das Gefühl hat, direkt vom Orthopädie-Mechaniker zu kommen. Ärgerlich ist die Seitenverkleidung, die eher billig daherkommt. Sie passt so gar nicht zum überzeugenden und sportlichen Gesamtkonzept.

Mit 23.300 Euro ist der Peugeot 208 GTi auch preislich kein Leichtgewicht. Die Stoßrichtung ist klar: Der kleine Franzose richtet sich an ein ambitioniertes Publikum, das sich aus der Masse vor allem der Golf-Fahrer abheben will.

Hans Moritz

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