Seat Leon ST

Schönling mit großer Klappe

Seat Leon ST
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Kantig, markant und trotzdem elegant: Der neue Seat Leon ist fesch geworden, aber auch seine inneren Werte können sich sehen lassen.

Der neue Seat Leon ST macht seinen Konzernbrüdern Octavia und Golf harte Konkurrenz. Hier finden Sie den Test.

Nicht nur SUV-Geländewagen – auch geräumige Kombis sind bei uns nach wie vor ein Renner. Über 500.000 Kunden in Europa entschieden sich im letzten Jahr für einen Kombi – ob geräumige Familienkutsche oder Lademeister für Gewerbetreibende. Mit dem Leon ST will sich jetzt auch Seat ein Stück vom großen Kuchen sichern. Der sportlich gestylte Spanier ist zwar der kleinste Kompakt-Kombi im VW-Konzern – doch dafür ist er schicker als der Skoda Octavia Combi und preisgünstiger als der Klassenprimus Golf-Variant. Ab 23. November startet das neue Seat-Flagschiff hierzulande zum Basispreis von 16.640 Euro – mit zehn sparsamen Motorvarianten, die zwischen 86 und 184 PS leisten und im Schnitt nur zwischen 3,2 und 5,8 Liter Sprit benötigen. Wir haben den Schönling mit der großen Klappe mit einem 140 PS starken 1,4 TSI schon mal unter die Lupe genommen.

ST steht beim Leon für Sport Tourer. Mit seinem sportlich-dynamischen Gesicht sowie den schnittigen Seiten- und Dachlinien gleicht er bis zur A-Säule der Leon-Limousine. Im direkten Vergleich ist er mit 4,53 Metern um 27 Zentimeter länger. Das schicke, muskulös wirkende Schrägheck am neuen Leon hat jedoch seinen Preis: Der Sportkombi hat mit 587 Litern bzw. 1470 Litern bei umgekippter Rückbank etwas weniger Ladefläche als die Konzernbrüder Golf-Variant (605–1620 l) und Skoda Octavia (610–1740 l).

Der Seat Leon ST

Der Seat Leon ST

Von den Plattformbrüdern hat der Leon ST einige praktische Details übernommen. So gibt es z. B. neben einem doppelten, tieferlegbaren Ladeboden auch eine pfiffige Ablage für die Laderaumabdeckung. Neben den Rücksitzen (optional mit Skiöffnung) lässt sich auch der Beifahrersitz vollständig umklappen und zaubert im ST eine fast ebene Ladefläche. Darauf finden nicht nur jede Menge Kisten und Kartons Platz, sondern auch bis zu 2,67 Meter lange Ikea-Regale oder Latten aus dem Baumarkt, bzw. 3 Mountainbikes, Ski, Snowboards, Surfbretter oder Müllsäcke mit Herbstlaub.

Das Cockpit des Leon ST ist praktisch und solide verarbeitet und hat nur wenig Schalter und Knöpfe. Für einen „Lifestyle-Sportler“ ist es jedoch mit den vielen schwarzen Plastikapplikationen etwas bieder. Auch in Sachen Zubehör ist die Basisversion des Leon ST ziemlich dünn bestückt: Es gibt zwar fast alles zum Dazukaufen, das meiste aber nur gegen Aufpreis: Klimaanlage (+390 Euro), Multimediapaket (ab 250 Euro) sowie Navi (ab 690 Euro) und Voll-LED-Scheinwerfer (ab 1000 Euro). Neu im Leon sind Sicherheitsfeatures wie adaptive Geschwindigkeits- und Abstandsregelung ACC (+300 Euro), Fernlicht- und Spurhalte-Assistent (+300 Euro) und Müdigkeitserkennung (+130 Euro).

Fahrtechnisch ist im Sportkombi alles ausgereift: Lenkung, Federung sowie Fahrwerk (stammt vom Golf) sind gut abgestimmt und ausgewogen. Empfehlenswert ist das optionale Dynamic-Paket mit adaptiver Fahrwerksregelung DCC inklusive Progressivlenkung (+760 Euro). Per Knopfdruck können wir zwischen drei verschiedenen Fahrprogrammen mit variabler Dämpfung wählen: von Eco bis Sport. Beim Schalten in den Sportmodus stürmt unser Testauto, ein 140 PS starker 1,4 TSI, los wie ein spanischer Stier beim Anblick eines roten Tuches. Die Progressivlenkung erhöht die Fahrdynamik speziell in Kurven und reduziert erheblich die Lenkarbeit auf kurvenreichen Straßen sowie beim Ein- und Ausparken.

Vom Spritverbrauch unseres Sportkombis sind wir nach flotter Fahrt positiv überrascht: Den angegebenen Normverbrauch von 5,3 Liter pro 100 km überschreiten wir nur geringfügig.

Fazit

Der Leon ST ist ein schickes, praktisches und sportliches Alltagsauto für Beruf, Freizeit und Sport mit Langstreckenqualität. Optisch und preislich ist der temperamentvolle spanische Lademeister bzw. Familiensportler eine ernsthafte Konkurrenz selbst für die Konzernbrüder Golf Variant und Skoda Octavia Combi. Und Mitte nächsten Jahres soll der Leon den Wettbewerbern auch noch als Allrad und als Erdgasvariante Beine machen …

Heinz Wilhelm

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