Frische für den Stadtfloh

Fiat 500 bekommt sanftes Facelift

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Kultiges Blechkleid: Nur vorsichtig haben die Designer den Fiat 500 gestrafft. Mit Second-Skin-Folien lässt er sich nun individueller gestalten.

Ohne Zweifel: Er ist eine Ikone und lässt noch immer die Herzen höher schlagen – mehr als 1,5 Millionen Fiat 500 wurden seit dessen Markteinführung 2007 verkauft.

Nach acht Jahren spendieren die Italiener ihrem zweitürigen Bestseller eine sanfte Frischekur: Ab diesem Wochenende steht der neue Cinquecento bei den Händlern – mit leicht retuschiertem Blechkleid, neuen Chrom­elementen im Innenraum, modernerem Infotainment und drei Benzinmotoren von 69 bis 105 PS, die alle die strenge Euro-6-Norm erfüllen. Die Preise für den viersitzigen Stadtflitzer sind gleich geblieben: Los geht’s mit 12 250 Euro für die Limousine, die Cabrio-Version ist ab 14 750 Euro zu haben.

1800 neue Teile für den Fiat 500

1800 neue Teile hat Fiat dem Cinquecento verpasst. An der Optik der 3,57 Meter langen und 1,49 Meter hohen Knutschkugel wurde jedoch kaum gefeilt: Zwei Chromspangen am Kühlergrill verleihen dem Kleinen etwas mehr Biss. Die Tagfahrlichter verfügen jetzt serienmäßig über LED, ebenso die großen trapezförmigen Heckleuchten. Wer mit seinem Fiat 500 unbedingt auffallen will, der kann seinen Zwerg gegen Aufpreis mit einer der zig Varianten der neuen Folien-Technologie „Second Skin“ (= zweite Haut) bekleben lassen. Wenn das Design nicht mehr gefällt, – einfach abziehen und ein neues drauf!

Auffällig sind jedenfalls die Änderungen im luftigen Innenraum. Das Cockpit gibt es jetzt serienmäßig mit Multifunktionslenkrad, mit Multimediasystem Unconnect samt fünf Zoll großen Bildschirm in der Mittelkonsole sowie Smartphoneanbindung. Neu auch das schließbare Handschuhfach – der Vorgänger hatte nur eine offene Ablage. Die Vordersitze sind ergonomischer und jetzt in neun Farbkombinationen erhältlich. Es bleibt jedoch bei schwer erreichbaren und unkommoden Rückplätzen in der Limousine – sie sind allenfalls als Notsitze für Kurzstrecken oder Kleinkinder geeignet. Das Kofferräumchen fasst knappe 185 Liter, bei umgeklappter Rücksitzlehne steigt der Stauraum aber doch auf beachtliche 610 Liter.

So fährt sich der Fiat 500

Zu Testfahrten stiegen wir in einen Flitzer mit dem aus dem Vorgänger bekannten 1,2 Liter 8V mit 69 PS ein: Im Stadtverkehr und auf Landstraßen sind wir damit relativ zügig unterwegs. Von null auf 100 km/h braucht er im Idealfall 12,9 Sekunden, in der Spitze erreicht er 160 Stundenkilometer. Auf bergigen Straßen geht unserem Vierzylinder dann bald die Puste aus und schnelles Herunterschalten ist angesagt. Den Verbrauch gibt Fiat mit 4,9 Liter auf 100 km an – eine Illusion, die wir bei unserer Fahrt um zwei Liter überboten. Positiv fällt hingegen die angenehme Laufruhe des Zwergerls auf.

Schick, aber klein: Insassen genießen jetzt mehr Chrom, aber leider nicht mehr Platz. Autor Uwe Fajga freut sich daher über ein offenes Dach.

Um einiges lauter, dafür aber auch spritziger sind wir in den beiden 0,9 Liter-Zweizylindern unterwegs. Der 105 PS starke Twinair Turbo (ab 16 650 Euro) sprintet in zehn Sekunden von null auf 100 km/h und schafft in der Spitze bis zu 188 km/h. Großen Fahrspaß haben wir aber bereits im 85-PS-Twinair (ab 15 950 Euro): Der spurtet in 11,0 Sekunden von null auf 100 km/h und schafft 173 km/h Spitze. Unser Spritverbrauch liegt jeweils knapp über 7,5 Liter. Im Oktober folgt eine Sparversion des 1,2-Liter-Benziners sowie ein 1,3-Liter-Turbodiesel mit 95 PS. Auffällig bei allen gefahrenen Modellen: die leichtgängige Lenkung , das komfortable Fahrwerk sowie der kleine Wendekreis von 9,3 Metern.

Fazit

Der überarbeitete, aufgehübschte Cinquecento - Fiat 500 - hat seinen unverwechselbaren Charme und Charakter noch gesteigert und bereitet jede Menge Fahrspaß. Vor allem im Stadtverkehr und auf Landstraßen– nicht nur als Cabrio und nicht nur fürs weibliche Geschlecht.

Das ist der neue Fiat 500

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Uwe Fajga

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