Lust auf Herzhaftes

Fantastico! Der neue Fiat 500X

Fiat 500X mit Allrad
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Auf geht's zu Berghütte: Der neuen Fiat 500X mit 4X4 macht sich gerne schmutzig. Die geländetaugliche Version ist am Unterfahrtschutz zu erkennen

Pasta, Parmesan und Prosciutto - im Winter und bei miesem Wetter hat man eher Lust auf etwas Herzhaftes. Der Fiat 500X passt irgendwie zu diesem Gefühl, aber auch zum Zeitgeist.

In den 50er Jahren hat Fiat den Cinquecento gebaut: ein kleines Auto für die ganze italienische Familie. Die Neuauflage im Jahr 2007 - als Fiat 500 - war eine geniale Idee. Allein der vertraute Retro-Look macht das Modell bis heute auf Anhieb sympathisch. Nun, im Jahr 2014 bringt den Crossover Fiat 500X. Vernünftig, denn wer dem Trend folgt, parkt einen Mini Countryman, Opel Mokka, Skoda Yeti oder Renault Captur schon lange an der Bordsteinkante. In Turin stellt der italienische Autobauer den Nachwuchs seiner 500er-Familie gerade vor. Hier hatten wir Zeit den Fiat 500X in seiner Heimat im Piemont ein bisschen näher kennenzulernen.

Erster Eindruck vom neuen Fiat 500X

Beim ersten Treffen grinst die Fiat-Front umwerfend charmant. Die runden Scheinwerfer, die verchromte Querspange und das klassische Firmenlogo wecken sofort Erinnerungen an den kleinen 500er. Vor allem in einer der meistverkauften Lackierung "Bossa Nova Weiß" wirkt der Neue für einen Moment fast wie ein Cinquecento. Aber, das täuscht. Der Crossover ist alles andere als klein: Er ist 4,25 Meter lang, 1,80 Meter breit und 1,61 Meter hoch und verfügt über rund 18 Zentimeter Bodenfreiheit. Groß also, aber nicht zu groß.

Von vorne ein echter Fiat 500er: der neue Fiat 500X als Crossover-Modell. 

Als kultiviert und unkompliziert erweist sich unsere Testwagen, ein Fiat 500X 1.4 MultiAirTurbo mit 140 PS 6-Gang Handschaltung, im Innenraum. Hinter dem Lenkrad hat der Fahrer alle wichtigsten Anzeigen im Blick. Sämtliche Tasten im Cockpit lassen sich gut erreichen. Auffällig in der Mittelkonsole ist das große Touch-Farbdisplay (je nach Ausstattung 12,7 Zentimeter oder 16,5 Zentimeter in der Bildschirmdiagonalen). Für Licht sorgt selbst an einem bewölkten Herbsttag ein großes Glasdach. Schickes Detail ist übrigens der Türgriff an den Innenseiten. Sonst gibt es viel Platz und Stauraum, der Kofferraum fasst 350 Liter. Das ist ein Plus für Familien. Nur auf der Rückbank könnte es für den Nachwuchs schnell etwas eng werden, wenn vorne zwei Erwachsen sitzen.

Auf unserer Route durch den Stadtverkehr von Turin wuselt sich der Fiat 500X wie ein Kleiner. Wer sich trotz (oder wegen) des Navi mal verfährt, kann locker wenden und geschmeidig wieder einfädeln. Ungewohnt dagegen ist das scheinbar grundlose Blinken und Warnen vom Totewinkelsystem beim Spurwechsel im dichten Berufsverkehr. Entweder reagiert der Fiat 500X auf Nähe einfach zu sensible oder der gute Überblick vom Fahrersitz täuscht.

Der Fronttriebler lässt sich gemütlich schalten. Unser 500X mit seinen 140 PS (maximales Drehmoment von 230 Newtonmeter bei 1.750 U/min) beschleunigt, laut Fiat, in 9,8 Sekunden von null auf 100 Stundenkilometer. Höchstgeschwindigkeit fährt der Crossover damit wohl Tempo 190.

Unbequem ruppig wird er dann nur auf der Landstraße, sowie auf der Autobahn: Bodenwellen und Schlaglöcher sind für die Insassen gut zu spüren. Andrerseits hat das irgendwie einen herzhaften Charakter, wie Pasta, Parmesan und Prosciutto.

Fiat 500X mit Allrad

Das X im Namen steht für die Kreuzung aus Knutschkugel und SUV. Autorin Martina Lippl testete den flotten Grenzgänger.

Mehr Charakter steckt im Fiat 500X mit Allradantrieb. Von Weitem ist diese Variante am vorderen Unterfahrtschutz zu erkennen. Die technische Basis dafür stammt vom amerikanischen Schwestermodell Jeep Renegade. Das System trennt die Hinterachse bei Bedarf vom Antrieb. Aus dem 4x4 wird dann ein Frontantrieb, bei dem die Traktion aber weiter arbeitet. Das soll Sprit sparen.

Für den Wochenendtrip zur Berghütte oder zum Landhaus reicht der Offroader allemal. Der 500X Turbodiesel 2.0 Multijet mit 140 PS Allrad und Neungang-Automatik meistert im Testparcours unwegsames Terrain, pflügt sich zuverlässig durch Wasserpfützen und kraxelt sicher aufwärts. Sicherlich genug Abenteuer-Format für ein trendiges Lifestyle-Fahrzeug.

Fiat 500X Crossover

Das ist der Fiat 500X Crossover

Zum Start gibt es den Fiat 500X Crossover als Benziner und Diesel mit einer Leistungspanne von 120 bis 140 PS. Die für die Stadt optimierte Variante mit Frontantrieb ist ab 16.950 Euro zu haben. Der Crossover mit Allrad kostet mindestens 32.330 Euro. Alle Fiat 500X Varianten haben ab Werk sechs Airbags, Tagfahrlicht, ESC bzw. ESP an Bord. Je nach Paketoption gehören Spurhalte-Assistent und Totwinkel-Warnsystem dazu. Rückfahrkamera, Auffahrwarnsystem gibt es auf Wunsch gegen Aufpreis. Daneben stehen fünf Ausstattungsversionen und zwölf Lackfarben zur Wahl.

Testfahrt mit dem neuen Fiat 500X

ml

Martina Lippl

Martina Lippl

E-Mail:martina.lippl@merkur.de

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