Streber statt cooler Schönling

Fiat Doblo Van Kompakt Modell 2010
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Mit vielen nützlichen Talenten ausgestattet: Fiats neuer Kompakt-Van Doblo ab 15 450 Euro

Autos aus Bella Italia haben meist das Flair einer Bella Macchina: In erster Linie attraktiv, aber nicht unbedingt praktisch. Ganz anders der neue Fiat Doblo:

Statt als Schönling umherzustolzieren, wirkt er zwar etwas hemdsärmlig, ist dafür aber mit vielen nützlichen Talenten gesegnet. Das macht den Doblo sogar zum Streber, denn er ist Klassenbester in vielen Disziplinen – unter anderem geringster Verbrauch, größter Laderaum, längster Radstand, außerdem einziger Vertreter seiner Klasse mit serienmäßigem ESP und Einzelradaufhängung hinten. Einstiegspreis ab sofort: 15 450 Euro.

Lademeister: Bis zu 3200 Liter passen in den Kofferraum.

In der Klasse des Fiat Doblo sucht man vergebens nach Schönlingen. Klassenkameraden wie VW Caddy, Renault Kangoo oder die Zwillingsbrüder Peugeot Partner und Citroen Berlingo überzeugen mit inneren Werten, nicht mit oberflächlichem Charme. So auch der Fiat Doblo in zweiter Generation: 97 Prozent Neuteile und 450 Mio. Euro Entwicklungskosten machen ihn zum völlig neuen Nachfolger des gut eine Million Mal verkauften praktischen Großraum-Fiats. Fragt man nach dem äußeren Erscheinungsbild des Doblo, antwortet Fiat Deutschland-Chef Manfred Kantner selbstbewusst: „Italienisches Design und schöne Autos gehören unweigerlich zusammen.“ Darauf folgt jedoch ohne Zögern das Eingeständnis: „Aber Schönheit liegt natürlich im Auge des Betrachters.“

Verwandlungskünstler: Bis zu sieben Passagiere können mitfahren, die Sitze sind alle umklappbar.

Der typische Betrachter hat bei vielseitigen und erschwinglichen Kompakt- Vans ohnehin mehr die inneren Werte im Auge, als chices Design. Und innere Werte hat der Fiat Doblo reichlich zu bieten. Er ist nicht der Längste im Konkurrenzumfeld, kann aber dank platzsparender und komfortabler Einzelradaufhängung hinten dennoch mit dem größten Kofferraum glänzen: Bis zu 3200 Liter Ladevolumen sind möglich, und zwar ohne die Rücksitze ausbauen zu müssen – umklappen genügt. Zwei Schiebetüren hinten sind ebenso einzigartig in dieser Klasse wie ESP mit integrierter Anfahrhilfe am Berg. Oder Start-Stopp- Automatik für alle Motoren (ein Benziner mit 95 PS, drei Diesel mit 90, 105 und 135 PS), was beim Einstiegs- Diesel 1.3 Multijet 16V für den niedrigsten Klassenverbrauch sorgt (4,9 Liter/100 km, 129 g CO2/km). Die bei den Nutzwert- Vans besonders beliebten Dieselmotoren des Doblo wuchten ihr maximales Drehmoment bereits bei 1500 Umdrehungen auf die Kurbelwelle. Deshalb ist der Großfamilienvater mit bis zu sieben Passagieren an Bord auch ohne hektische Schaltarbeit komfortabel unterwegs. Die dritte Sitzreihe bietet als Extra allerdings nur Platz für Kleinkinder.

Gut einsehbar: Reichhaltiger Instrumentenblock im Cockpit.

Großes Lob verdient sich der Fiat Doblo in Sachen Ablagen. Kaum ein Gegenstand ist vorstellbar, der nicht irgendwo Unterschlupf findet. Dazu gehören auch die klassentypischen Overhead-Staufächer über der Windschutzscheibe, die hier allerdings so geräumig sind, dass im Laufe der Zeit wohl einiges an unnötigem Ballast darin für ewige Zeiten verschwindet. Insgesamt überzeugt der Streber unter den Kompakt-Vans mit Fahrkomfort beinahe auf Pkw-Niveau. Günstige Preise, umfangreiche Ausstattung, niedrige Unterhaltskosten – damit drängt der neue Fiat Doblo oberflächliche Schönheitsideale in den Hintergrund und hat ganz im Sinne des Fiat-Slogans „Weniger ist genial“ das Zeug zum Klassenliebling.

 Ralf Schütze

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