Fahrbericht

Der Ford Kuga hat nur einen "kleinen" Fehler

Ford Kuga
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Kräftiger Dauerläufer: der Ford Kuga.

Auf dem Markt für Kompakt-SUV geht immer noch was. Die Kundschaft wächst und wächst, und die Hersteller liefern und liefern. Ford etwa schickt einen deutlich aufgebrezelten Kuga ins Rennen.

Zu einem Preis von 30 .000 Euro tritt der Ford Kuga in der SUV-Klasse gegen VW Tiguan, Opel Antara oder Hyundai iX35 an.

Der im spanischen Valencia gebaute Fünfsitzer wurde in Köln ersonnen, basiert nach wie vor auf dem Ford Focus und wird unter dem Namen Escape auch in den USA verkauft. Rein äußerlich ist der Multikulti-SUV acht Zentimeter länger und markanter geworden - vielleicht dem amerikanischen Geschmack geschuldet. Die meiste Arbeit haben die Designer aber im Innenraum verrichtet. Richtig schwungvoll, ergonomisch gut und dank Deko-Leisten im Alu-Look auch schick geht es dort jetzt zu. Das Panoramadach (Aufpreis 1 .100 Euro) gibt zudem ein äußerst freundliches Gefühl von Weite.

Mäusekino im Ford Kuga

Das Handling der zahlreichen Schalter ist gewöhnungsbedürftig und nicht immer logisch, und das Lenkrad wurde für den Geschmack des Testers überfrachtet mit Bedienmöglichkeiten. Technikfreunde mögen das freilich anders sehen.

Keine zwei Meinungen dürfte es jedoch über den viel zu kleinen 5-Zoll-Bildschirm geben, der zudem noch weit drin im Armaturenbrett verbaut ist. Gut gemeint, weil blendfrei, aber fast einen Meter vom Fahrer weg. Eigentlich müsste serienmäßig eine Lupe parat liegen für dieses Mäusekino. Schwer zu begreifen, wie man ein so stattliches Auto mit einem Bildschirm in Smartphone-Größe bestücken kann. Auch das Navigationsgerät selbst stellt nicht völlig zufrieden. Beim Test hat es bisweilen die Orientierung verloren und zu spät sowohl optisch als auch akustisch Richtungsanweisungen gegeben.

Kein Sportwagen, aber ein Dauerläufer

Dafür arbeitet das Sechsgang-Schaltgetriebe im getesteten Zwei-Liter-Turbodiesel mit Allradantrieb ohne Fehl und Tadel. Und dank stattlicher 340 Newtonmeter Drehmoment kommt der 1,7-Tonner in gepflegtem Schub zügig vorwärts. Kein Sportwagen, aber ein Dauerläufer mit viel Kraft. Die Lenkung reagiert extrem gut und erlaubt schnittiges Fahren auch auf kurvigen Strecken problemlos. Die Schaltung ist leichtgängig und präzise. Bei zurückhaltender Fahrweise haben wir 6,2 Liter im Durchschnitt verbraucht - das liegt erstaunlich nahe beim offiziellen Normverbrauch von kombiniert 5,9 Litern. Und das, obwohl eine heutzutage übliche Start-Stopp-Automatik noch nicht einmal optional verfügbar ist.

Die Serienausstattung ist ordentlich. Sinnvoll: Die Ford-„Politik“, thematisch verwandte Optionen zu kleineren Paketen zusammenzufassen und den beiden Ausstattungsvarianten Trend oder Titanium nicht zwangsweise anzuheften. Wer sich etwa von der Armada an Assistenzsystemen bevormundet fühlt, braucht sie nicht zu bestellen. Für City-Stop, Toter-Winkel-Assi & Co. sind 1 050 Euro extra fällig. Wer das schon bestellt, sollte sich übrigens unbedingt auch die schlüssellose Option samt sensorgesteuerter, per Fußbewegung zu öffnender Heckklappe für 575 Euro gönnen. Hilfreich für Erwachsene, die keine Hand frei haben - und ein Riesenspaß für die Kinder.

Von Ralf Enders

Ford Kuga 2.0 TDCi Titanium

  • Hubraum: 1997 ccm
  • Leistung: 120 kW/163 PS
  • Drehmoment: 340 Nm
  • Beschleunigung 0-100 km/h: 9,9 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 198 km/h
  • Verbrauch: 5,9 l/100 km
  • CO2-Emission: 154 g/km
  • Effizienzklasse: C
  • Preis: ab 32.400 Euro

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