Frühlingsträume - zwei ungleiche Brüder

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6er Cabrio und Z 4 machen beide Spaß.

Beide machen viel Spaß: Das BMW 650i Cabrio und der Z 4. Verwandt sind die beiden schon, doch jeder hat seinen eigenen Charakter. Hier ein Vergleich.

Wie das oft so ist mit den größeren Brüdern! Sie sind einem um einiges an Jahren und Erfahrungen voraus. Und das Schlimme ist, sie benehmen sich auch so. Großspurig, und manchmal wie ein echtes Großmaul. Das BMW 650i Cabrio ist der größere Bruder vom Z4 – ein Duell unter (ungleichen) Brüdern. 

Optik

Cockpit BMW 650

Schön sind sie beide. Der kleinere Z 4 ist jedenfalls in der Klasse der jungen Wilden der unumstrittene Star. Mit seiner langen, flachen Motorhaube, der breit gezogenen BMW-Niere und den kräftigen Hinterbacken dürfte er jetzt schon eine Stil-Ikone sein. Dynamisch aber trotzdem eleganter verhält sich der 650er gegenüber seinem kleinen Bruder, in etwa so wie vielleicht George Clooney zu Leonardo di Cabrio. Es kommt ganz auf den Standpunkt der Betrachterin an. Steht sie mehr auf den ungestümen Liebhaber oder doch mehr auf den erfahrenen Graumelierten?

Kraft

Cockpit BMW Z 4

Der 650i-Motor ist wirklich ein Tier: Ein Achtzylinder Bi-Turbo (407 PS, Drehmoment 600 Nm, von 0 auf 100 in 5,0 Sekunden), der in den beiden Fahrmodi Sport und Sport + jederzeit über ausreichende Kraftreserven verfügt, um die handelsübliche Konkurrenz, sofern sie nicht aus dem Motorsport-Sektor kommt, locker in Schach zu halten. Der große Z 4 (306 PS, von 0 auf 100 in 5,1 Sekunden) kann da zwar auf dem Papier nicht ganz mithalten. Dazu fehlt ihm im Spurt auf 100 Stundenkilometer ein wenig. Gefühlsmäßig aber ist der ebenfalls doppelt aufgeladene Sechzylinder jedoch agiler und giftiger.

Platz

Beim Z 4: Haarbürste, CDs – mehr geht nicht! Beim 650er Platz für zwei Personen, aber nur rein theoretisch und abhängig davon, wer vorne sitzt. Beim Test war der beste Kumpel (knapp 1,90 Meter) auf dem Beifahrersitz. Damit aber dessen Freundin (1,60 Meter) überhaupt hinter ihm sitzen konnte, musste er sich in die eher unbequeme Schnappmesser-Haltung begeben. Vorteil Z 4, hier hätte man nur die Freundin mitnehmen können… Vorteil 6er: Durch den größeren Kofferraum und den Platz hinter den Vordersitzen kann man auch eine Städtereise mit einer Frau und angeschlossener Shopping-Tour machen.

Preis

Da ist der große Bruder deutlich teurer. Mit einem Grundpreis von 85.700 Euro ist das große Spaßmobil nur was für die wirklich Großen. Da kostet der Z 4 deutlich weniger. Aber 49 000 Euro sind ebenfalls viel Geld für ein im Wesentlichen nur dem Fahrspaß geweihtes Auto.

Design

Damit ist auch schon die Frage beantwortet, was schöner und besser als ein 650 er Cabrio ist. Der Z 4 jedenfalls nicht, weil er in einer ganz anderen (Alters-)Klasse spielt. Schöner als das Cabrio sieht in diesem Fall erstaunlicherweise das Coupé aus. Designmäßig ist das elegante und fast bis zur Schmerzgrenze lang gestreckte Fahrzeug der noch größere Wurf, weil die dynamische Linie nicht durch das Softverdeck unterbrochen wird. Und auch motormäßig hat BMW beim Coupé noch ein Pfund draufgelegt: Der 640d ist ein wahres Wunderwerk (Kostenpunkt ab: 78.200 Euro). Mit einem Drehmoment von 630 NM und ausgerüstet mit 313 PS, beschleunigt das Diesel-Ur-Viech in 5,6 Sekunden von 0 auf 100. Das Ganze übrigens bei einem Durchschnittsverbrauch von 5,4 Litern.

Fazit

Das Coupé ist ein echter großer Bruder, zu dem man aufschauen kann. Das 6er Cabrio liegt da eher auf Augenhöhe mit dem Z 4.

RDF

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