Infiniti Q50S Hybrid

Wer braucht schon großes Gepäck?

Infiniti Q50S im Alltagstest.
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Markante Optik, technisch ausgereifte Lösungen: Infiniti Q50S.

„Auf geht’s Kinder zum Kurztrip in Berge! Schnappt euch die Wanderschuhe, steckt nur das Nötigste in den Rucksack!“ Und los geht’s, der dynamisch-sportliche Familienvater...

...springt samt Familie in den Infiniti Q50S Hybrid und rauscht in die Alpen …

Ein schönes Bild, beim Tester allerdings sieht es anders aus: Die Tochter will vorsichtshalber noch den Roller mitnehmen, der Sohn das Skateboard, und wenn man schon mal dabei ist, packen Vater und Mutter noch die Picknick­utensilien ein. Und schon ist es passiert: Der Kofferraum ist quasi voll, 400 Liter sind eben nicht die Welt.

Kurvenspaß mit dem Infiniti Q50S Hybrid

Aber das soll uns heute nicht stören, wir hatten uns ja was vorgenommen: dynamisch-sportlich, Sie wissen schon. Und 364 PS Hybrid-Power, das hat schon was. Satte 300 PS kommen dabei aus dem V6-Benziner, der Rest wird elektrisch beigesteuert – also von der Batterie, die das Platzangebot im Kofferraum so minimiert … Hybrid, allein das Wort soll ja die grünen Gedanken beflügeln. Wenn es sich aber um eine 1818-Kilo-Reiselimousine handelt, dann stehen im Test eben doch 8,6 Liter Verbrauch im Bordcomputer, und die grünen Gedanken verfliegen.

Familie Heydenreich auf Tour – ihr Urteil: Sofern man das Gepäck auf das Nötigste reduziert, lässt es sich mit dem Q50S komfortabel reisen.

Aber, und damit sind wir bei dem Punkt, der den Q50S von anderen Autos unterscheidet: Wie diese 8,6 Liter Superbenzin in Kurvenspaß verwandelt werden können, ist neu. Beim Direct Adaptive Steering werden die Lenkbefehle elektronisch an die Räder weitergegeben, das Lenkrad ist mechanisch komplett entkoppelt von Reifen und Straße. Hat man sich an die dadurch sehr direkte Lenkung gewöhnt und die per Computer regulierbare persönliche Einstellung gefunden, zieht man punktgenau und mit minimalem Aufwand durch die Kurven. Gerade auf Bergstraßen macht das Laune, allerdings fehlte mir persönlich die Rückmeldung bei Straßenunebenheiten – da gibt es kein Vibrieren und kein Wackeln, das wirkt etwas steril.

Sollte einer der drei Computer, die für diese Lenkung zuständig sind, ausfallen, wird die klassische Lenksäule eingekoppelt, dann geht es analog zur Werkstatt. In der Regel aber ist der Computer zuständig, und zwar in fast allen Belangen: Er regelt verschiedene Fahrstufen (von Eco bis Sport), zwei Bildschirme stellen Navi (oben) und Entertainment sowie Fahrzeugeinstellungen dar (unten), dazu arbeiten die Fahrassistenzsysteme souverän. Vor allem die Spurassistenz arbeitet überdurchschnittlich: Registrieren die Kameras ein Verlassen der Spur, kann – anders als bei klassischer Lenkung – eben auch elektronisch gegengesteuert werden.

Die Passagiere interessieren sich unterdessen mehr für die Bequemlichkeit. Und, wen wundert’s bei einem Einstiegspreis von 51.356 Euro, da bleiben wenig Einwände. Einzig die sehr weit nach vorne gezogenen Kopfstützen der Vordersitze waren für mich als großen Fahrer (1,93 Meter) eher unbequem – schade. Denn ansonsten ist der Q50S ein optisch markantes, stimmiges Auto mit vielen ausgereiften technischen Lösungen – und da muss dann einfach mal das kleine Gepäck reichen …

Klaus Heydenreich

Infiniti Q50S

  • Systemleistung: 364 PS (306 PS Benziner/68 PS Elektromotor)
  • Höchstgeschw.: 250 km/h
  • Drehmoment: 546 Nm (kombiniert)
  • 0 auf 100 km/h: 5,1 Sek.
  • Hubraum: 3498 ccm
  • Verbrauch EU-Drittelmix: 8,6 l/100 km (im Test)/ 6,2 l/100 km (Herstellerangabe)
  • Wendekreis: 11,2 Meter
  • Kofferraumvolumen: 400 l
  • Basispreis: 51.356 Euro
Klaus Heydenreich

Klaus Heydenreich

E-Mail:Klaus.Heydenreich@tz.de

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