Bullig, aber elegant

Jaguar F-Type? Reine Typfrage!

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Sonnige Aussichten: Das Jaguar F-Type Cabriolet ist ein Spaßauto für Frischluftfans.

Das Jaguar F-Type Cabriolet ist ein Spaßauto für Frischluftfans. Bei längeren Urlaubsfahrten ist das Gepäckangebot im Kofferraum leider übersichtlich. Eine Tatsache, die Frauen nachdenklich stimmen dürfte.

Klingt wie ein großkalibriges Motorrad, ist aber keins. Die Bikerkolonne auf dem Weg durch die Südtiroler Tunnel ist verunsichert. Restlos. Immer wieder, wenn der Jaguar F-Type einen Gang höher schaltet, brabbelt es frech, das satte Fehlzündungsstakkato beim Gaswegnehmen klingt wie eine Salve. Im nächsten Tunnel dann ein Gang runter. Hohes Sägen, trompetendes Brausen.

Der Jaguar F-Type ist bullig, aber elegant 

Wieder Kopfschütteln, die Biker sehen nur ein zweisitziges Cabriolet und keine zweirädrige Höllenmaschine. Der Jaguar kann aber auch leise. Mit einem einzigen Knopfdruck lassen sich die Auspuffklappen leise schalten. Und so ist der Klang des Jaguar F-Types auch eine Frage des Typs.

Elegantes Leder: Sonst ist das Interieur dem flotten Exterieur nicht gewachsen.

Ansonsten ist dieser Jaguar eine echte Type: Er hat mit Sicherheit das charakteristischste Hinterteil seiner Fahrzeugklasse, bullig wie ein Zuchtstier, die Linienführung der Karosserie ist die pure Eleganz einer Raubkatze. Jetzt kann man natürlich gleich die Frage stellen, ob’s das braucht: 380 PS (beim S-Modell mit dem 3,0 Liter Kompressor), Verbrauch 9,1 Liter (allerdings ein utopischer Wert), Schadstoffausstoß von 203 g und auch noch kaum Platz fürs Gepäck (doch dazu später).

Natürlich braucht’s das nicht. Nicht unbedingt. Es sei denn, man darf sich auch an den emotionalsten Seiten der Fortbewegung erfreuen. Und das ist nun mal ein feurig fahrender und gut klingender Sportwagen. Und seien wir mal ehrlich: Wer würde sich nicht, das entsprechende Geld vorausgesetzt, so etwas gönnen?

Doch zurück zum Jaguar F-Type, der abgesehen vom hohen Spaßfaktor und dem ungewöhnlich knackigen Design noch etwas anderes ist. Nämlich der Botschafter von Jaguar, der die einst fast in Trümmern liegende Marke Wiederauferstehung feiern lässt. Finanziert vom indischen Mischkonzern Tata (Schwerindustrie, Hotels, Handynetz) stellen die Briten nicht nur eine Sportwagen-Ikone wie den F-Type auf die Straße, sondern mischen auch die Mittelklasse künftig mit dem XE auf (ab Frühjahr) und feiern vor allem mit der Konzernschwester Land Rover, erst mit dem Evoque und jetzt aktuell mit dem Discovery Sport (wir berichteten), große Erfolge.

Coole Optik beim Jaguar F-Type

Der F-Type wartet neben der coolen Optik mit adäquaten Fahrleistungen (4,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h) auf und erzeugt dieses tiefe Bauchgefühl von Unbedingt-haben-wollen im Manne. Bei Frauen stößt der Jaguar bei der Ausfahrt allerdings auf wenig Gegenliebe. Denn wie jeder anständige Sportwagen bietet er zwar viel Platz für den Motor, dafür umso weniger für die Reise.

Beim dreitägigen Kurzausflug nach Südtirol musste der üblicherweise mitgeführte kleine Schuhschrank der Frau leider daheim bleiben. Ein Umstand, der abgesehen vom doch recht hohen Einstandspreis ab 72.000 Euro nicht zu unterschätzen ist und eine Kaufentscheidung seitens des schönen Geschlechts eher negativ beeinflussen dürfte.

Jaguar F-Type

Jaguar F-Type

RDF

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