Wir helfen durch den Kasko-Dschungel

Jetzt noch wechseln! Die besten Kfz-Versicherungen

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Wenn‘s mal kracht, wird es schnell teuer: die richtige Versicherung ist nach einem Autounfall Gold wert.

Bis zu 30. November können Sie noch Ihre Kfz-Versicherung wechseln. Ob sich das lohnt? Die Stiftung Warentest hat 100 Tarife unter die Lupe genommen und verglichen.

Die Deutschen sind treu – jedenfalls bei ihrer Kfz-Versicherung: 26 Prozent aller Autofahrer hierzulande haben ihr Fahrzeug noch bei ihrem allerersten Versicherer unter Vertrag. Dabei rentiert sich vergleichen durchaus. Und gegebenenfalls zu wechseln. Die Stiftung Warentest hat sich in der aktuellen Ausgabe ihrer Zeitschrift Finanztest die Mühe gemacht, über 100 Tarife diverser Assekuranzanbieter miteinander zu vergleichen. Zutage getreten sind dabei Unterschiede für vergleichbare Policen von mehreren Hundert Euro pro Jahr. Wir nehmen Sie an die Hand, führen Sie durch den Versicherungs-Dschungel und klären die wichtigsten Fragen rund um Wechsel, Schaden, Schutzbrief:

Welche Policen gibt es?

Grundsätzlich drei Arten: Haftpflichtversicherung (HV), zusätzlich noch Teilkasko (TK) und Vollkasko. Die Haftpflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben, ohne die HV kann das Auto nicht zugelassen werden. Sie ersetzt die Schäden am gegnerischen Fahrzeug und zahlt das Schmerzensgeld für den Unfallgegner. Ganz wichtig ist hierbei, darauf zu achten, dass die Schadensdeckungssumme bei mindestens 50 Millionen Euro liegt. Wer auch Schutz für den eigenen Pkw wünscht, kann zwischen Teilkasko und Vollkaso wählen. Die TK übernimmt Schäden durch Diebstahl, Wild, Überschwemmung, Hagel, Sturm, Blitz, Brand, Steinschlag in der Windschutzscheibe und Explosion. Die VK leistet Ersatz für selbst verschuldete Schäden am eigenen Pkw sowie durch Vandalismus Dritter. Die TK-Leistungen sind mit enthalten.

Wie setzt sich der Preis zusammen?

Aus ganz vielen Bestandteilen. Am wichtigsten sind Typ- und Regionalklasse, also: Welches Auto mit welchem Motor fahre ich und wo wohne ich. Die Versicherer stufen hier nach der Maßgabe ab, inwieweit wie viele Unfälle das jeweilige Modell schon verursacht hat und wie viele Schäden in der jeweiligen Gegend üblich sind. Zusätzlich berücksichtigen die Gesellschaften das persönliche Fahrverhalten: die Unfallfreiheit. Die HV kennt hier 16 Klassen, die TK 25 und die VK 24. Jedes Jahr rückt man eine Stufe höher und zahlt (meist) weniger. Außerdem relevant sind unter anderem Alter, Beruf und Wohnart (Eigentum oder Miete) des Fahrers, Unterbringung des Autos (Garage), Kilometerlaufleistung des Pkws sowie die Nutzung des Wagens durch Dritte.

Welche Zusatzbausteine sind sinnvoll?

Geld sparen kann, wer eine Werkstattbindung vereinbart. Damit akzeptiert er, nach einem Schaden nur in die vom Versicherer vorgegebene Werkstatt zu fahren. Manche Versicherer bieten einen Rabattschutz an: Man darf pro Jahr einen Schaden – gleich welcher Höhe – melden, ohne dass man in der Typklasse zurück gesetzt wird. Das kann sich auszahlen, denn eine Rückstufung um oft fünf bis 13 Schritte ist finanziell meist recht schmerzlich. Ein Schutzbrief ist dagegen für die meisten weniger sinnvoll – er umfasst in der Regel Pannendienstleistungen. Wer also beim ADAC ist oder eine Mobilitätsgarantie des Kfz-Herstellers in Anspruch nehmen kann, braucht ihn nicht. Wichtig kann allerdings sein, wenn der Versicherer seinen „Verzicht auf die Einrede der groben Fahrlässigkeit“ erklärt hat. Dann zahlt die Gesellschaft auch, wenn man einen Unfall wegen des Telefonierens am Ohr oder anderer vermeidbarer Fehler verursacht hat.

Wer schneidet am besten ab?

Die DA Deutsche Allgemeine wird in allen Vergleichsgruppen als besonders günstig und gut bewertet. Aber ein Blick in die Tabelle zeigt für jede Altersgruppe zahlreiche Alternativen.

Wie finde ich die richtige Versicherung für mein Auto?

Sie können sich bei Internetportalen wie etwa verivox.de gratis informieren, wobei bei kommerziellen Vergleichsanbietern nicht überall sämtliche Versicherer oder Tarife berücksichtigt werden. Finanztest bietet unter test.de/analyse-kfz ein kostenpflichtiges Angebot.

Bis wann kann ich wechseln?

Bei den meisten Anbietern bis zum 30. November jeden Jahres. Die Frist ergibt sich aus dem Versicherungsvertrag: einen Monat vor Ablauf. Es lohnt sich übrigens, jedes Jahr einen Preisvergleich anzustellen, weil die Beiträge nicht nur zwischen den Anbietern, sondern sogar innerhalb desselben Versicherers merklich schwanken können. Ein Sonderkündigungsrecht innerhalb von vier Wochen besteht, wenn Ihre Gesellschaft den Beitrag erhöht, ohne den Versicherungsschutz gleichzeitig angemessen zu erweitern.

Wie wechsle ich die Versicherung?

Durch schriftliche Kündigung. Grundsätzlich sollten Auto­besitzer ihre Kfz-Versicherung aber erst dann kündigen, wenn der neue Versicherungsvertrag bereits unter Dach und Fach ist.

Was passiert dann mit meiner Schadenfreiheitsklasse?

Der Schadenfreiheitsrabatt wird nicht direkt übernommen, die individuelle Eingruppierung erfolgt beim neuen Versicherer aber anhand der bisherigen Schadensereignisse, die der neue Anbieter vom alten abfragt.

Michael Brommer

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