Neue Substanz zu gefährlich!

Kältemittel-Streit: Audi, BMW und Daimler einig

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Nach Untersuchungen der Deutschen Umwelthilfe ist das chemische Kältemittel 1234yf brennbar und setzt im Brandfall hochgiftige Flusssäure frei.

Im Streit um ein möglicherweise lebensgefährliches Kältemittel für Autoklimaanlagen üben sich deutsche Autohersteller im Schulterschluss und steigen gemeinsam aus einem weltweiten Expertengremium aus.

Daimler verlässt den Verband der Automobilingenieure SAE, weil es unterschiedliche Auffassungen über die Gefährlichkeit der Substanz mit dem Namen R1234yf und die dazu absolvierten Tests gibt. Weitere deutsche Hersteller würden folgen, hieß es.

Nach Informationen der Branchenzeitschrift „Automobilwoche“ vom Mittwoch handelt es sich dabei um BMW und Audi. Ein BMW-Sprecher bestätigte auf Nachfrage: „Wir werden aus der Arbeitsgemeinschaft austreten, weil wir die Tests nicht für hinreichend halten, um die Sicherheit der Fahrzeuge vollständig beurteilen zu können.“ Bei der VW-Tochter Audi hieß es: „Wir wollen, dass eindeutig bewiesen ist, dass die Mittel sicher sind.“ Während vor allem Daimler mit großen Sicherheitsbedenken an die Öffentlichkeit ging und die Chemikalie boykottiert, spricht aus SAE-Sicht nichts gegen die Substanz.

Brandgefährlich

Streitpunkt ist das Kältemittel mit der kryptischen Bezeichnung R1234yf. Die Substanz hatte in einem Crashtest der Stuttgarter im September Feuer gefangen, wodurch sich gefährliche Flusssäure bilden könnte. Die kann zu schweren Verletzungen führen und bei Kontakt mit den Schleimhäuten sogar lebensbedrohliche Folgen haben. Um die Chemikale kommen die Autobauer aber nur schwer herum: Sie ist deutlich umweltfreundlicher als ihr weniger gefährlicher Vorgänger und erfüllt im Gegensatz zu diesem eine seit Januar geltende EU-Richtlinie.

Klimaschutz oder Sicherheit?

Die Produzenten von R1234yf, die US-Chemie-Riesen Dupont und Honeywell kritisieren Daimlers Test unterdessen als realitätsfern und verweisen auf eine Reihe von Versuchen, die keine erhöhte Gefährung gezeigt hätten. Auch die SAE sah bislang trotz des Daimler-Tests keinen Anlass, das Mittel nicht für den Autoverkehr zuzulassen. Das stößt nun auf die Kritik der deutschen Hersteller: Die SAE habe keine weiteren eigenen Tests gemacht, sondern stattdessen nur Statistiken ausgewertet.

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Unterstützt vom deutschen Branchenverband VDA und der Bundesregierung hat Daimler in Brüssel bereits einen Aufschub beantragt, um weiterhin das Vorgänger-Mittel R134a verwenden zu dürfen. Eine Entscheidung ist hierzu noch nicht gefallen.

dpa

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