Video als Beweis

Kamera im Auto - ist das überhaupt erlaubt?

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Datum, Uhrzeit oder Tempo: An der Windschutzscheibe befestigt, zeichnet die Kamera eine „Dash-Cams“ das Geschehen im Auto auf.

Im Auto fährt immer öfter eine Kamera als Beifahrer mit. Hinter der Windschutzscheibe zeichnen die Kameras aggressive Drängler, aber auch eigene Rotlichtsünden auf. Ist das überhaupt erlaubt?

Im Internet findet man sie mittlerweile zuhauf: Videos aus russischen Autos, die in aberwitzige und skurrile Unfälle verwickelt sind. Was es in Russland schon in vielen Autos gibt, wird nach Angaben des ADAC auch in Deutschland immer beliebter: Unfallkameras. „Das Angebot an diesen Kameras ist sehr groß geworden“, sagt Hubert Paulus, Sicherheitstechnik-Experte des ADAC.

Die sogenannten Dash-Cams - zusammengesetzt aus den englischen Worten „dash board“ für Armaturenbrett und „camera“ - sind ähnlich wie Navigationsgeräte leicht an der Windschutzscheibe zu befestigen und speichern alles, was sich vor dem Auto abspielt.

„Die Kameras hören sich gut an, weil sie eben viel können. Was aber wenige Autofahrer wissen: Sie können sich damit auch selbst belasten“, sagt Paulus. „Wenn es zu einem Unfall kommt und die Polizei sieht, dass der Fahrer eine Unfallkamera eingebaut hat, kann sie diese ohne weiteres sicherstellen.“ Auch wenn man am Unfall selbst schuld ist, kann man die Herausgabe nicht verweigern. Die Polizei darf die Kamera als Beweismittel einzuziehen.

Statistisch ist jeder Autofahrer nur alle acht Jahre in einen Unfall verwickelt

ADAC-Experte Paulus rät Dränglern und Rasern von Unfallkameras ab. Es komme auf die unterschiedlichen Fahrertypen an: „Wenn jemand gerne etwas schneller und forscher fährt, ist er wahrscheinlich weniger daran interessiert. Ein defensiver Fahrer wird sich wiederum eher eine Kamera einbauen, um ein Beweismittel gegen andere, aggressivere Autofahrer zu haben.“ Interessenten sollten sich über die rechtlichen Grundlagen informieren. „Die Kameras können viel Gutes tun, aber eben auch schnell zum Nachteil des Fahrers werden.“

Datenschutz: Keine Fahrt bleibt privat  

Kritisch sehen auch Datenschützer die Kameraaufnahmen. „Das Interesse der Autofahrer ist berechtigt, aber man muss es in Relation zu dem Großteil sehen, bei dem nichts passiert“, sagt Peter Meier vom Bayerischen Landesamt für Datenschutzaufsicht. Die Benutzung laufe auf eine dauerhafte Überwachung der anderen Verkehrsteilnehmer hinaus. „Unfälle zu verfolgen, ist zudem Aufgabe der Polizei.“

Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) haben die Kameras noch keine große Auswirkung auf das Versicherungsgeschäft. Schließlich sei es jedem selbst überlassen, ob er eine Kamera benutzen wolle, sagte eine Sprecherin.

Die Kameras kosten zwischen 40 und 360 Euro. Je nach Ausstattung haben die Modelle ein GPS-Modul eingebaut, filmen auch den Innenraum oder können im Parkmodus Stöße erkennen und aufzeichnen. In den vergangenen Jahren ist nach Angabe des Herstellers Rollei die Nachfrage nach den Unfallkameras stark gestiegen. „Für das Jahr 2014 planen wir 100.000 Unfallkameras zu verkaufen“, sagte Firmensprecherin Heike Schubert. Im vergangenen Jahr sei es etwa die Hälfte gewesen.

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dpa

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