I bin der neue Kia!

Kia Soul: Auto mit Seele und Stil

Kia Soul
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Ein Auto mit Ecken und knackigen Kanten: der Kia Soul.

„Ist der süß!“ – Kurze Pause – „Wirklich süß.“ Meine Tochter, fünf Jahre alt, hat sich sofort in ihn verliebt. Und auch meinem Sohn, sieben, entfährt ein „So schnucklig!“...

...als er den zweifarbig in Creme und glänzendem Schwarz sehr schmuck gekleideten Kia Soul zum ersten Mal sieht. Ich finde ihn in der Test-Ausführung Spirit vor allem sportlich-stämmig und trotzdem elegant – mit seinen wuchtigen 18-Zoll-Rädern und einer Höhe von ganzen 1,61 m auf einer Länge von 4,14 m wirkt er wie ein gedrungener SUV. Optisch ist der neue Soul also allseits schon mal ein echter Ankommer.

Nach innen. Die SUV-typisch hohe Sitzposition erreicht man ganz leicht, ohne dass man sich zum Einsteigen wie bei manch einem Geländewagen eine Leiter wünscht. Wenn man auf dem bequemen, sehr guten Seitenhalt bietenden Gestühl hinter dem Lenkrad Platz genommen hat, wuchert der Soul mit luxuriös viel Kopffreiheit (ebenso im Fond, dort dazu noch mit reichlich Platz für die Beine). Das Cockpit setzt sich aus zwei unterschiedlichen Kunststoffen sowie Kunstleder mit gelben Doppel-Ziernähten zusammen, das sich auch noch am Lenkrad und der Mittelarmlehne wiederfindet. Der gesamte Innenraum wirkt hochwertig und tadellos verarbeitet. Klar, wem der Koreaner Konkurrenz machen möchte: europäischen Premium-Fahrzeugen, allen voran dem bulligen Mini Countryman.

Die Serienausstattung lässt wenig Raum für Wünsche: zündschlossloses Fahren, Klimaautomatik, Einparkhilfen sowie eine Rückfahrkamera, Spurhalte- und Fernlichtassistenten, LED-Tagfahrlicht, USB- und AUX-Anschluss, dazu Front-, Seiten- und Vorhangairbags, Sitzheizung vorne und ein beheizbares Lenkrad. Das allerdings ist mit ganzen 16 Knöpfen ein bisschen überfrachtet. Wer möchte, kann noch das Infinity-Soundsystem mitsamt eines schnellen Acht-Zoll-Navis und DAB-Digital-Radio hinzubuchen (1290 Euro). Was angesichts dieses Feuerwerks erstaunt, ist, dass weder ein Regensensor für die Scheibenwischer noch eine spritsparende Start-Stopp-Automatik lieferbar sind.

Elegant und schick: Das Innenleben des Soul entspricht dem frechen Außendesign.

Damit zur einzigen echten kleinen Enttäuschung: Der 1,6 CRDi-Motor mit seinen nur knackig klingenden 128 PS reicht gerade für durchschnittliche Fahrleistungen. Bei 180 km/h ist Schluss, und ein Dynamikwunder ist dieser Soul auch nicht. Dabei hätte das straffe und dabei komfortable Fahrwerk, das nur in zügiger durchmessenen Autobahnkurven noch mehr Stabilität vermissen lässt, einiges zu bieten – gerade in Verbindung mit der klug konstruierten Lenkung, die man von ganz leichtgängig (zum Einparken) bis hin zu straff dreistufig sehr praktisch per Knopfdruck am Lenkrad einstellen kann. Echten Fahrspaß kann der Soul trotzdem bieten: Wenn man ihn etwa durch enge Kurven Bergstraßen hinauf bewegt und dabei die Drehzahl hoch hält. Treibstoff spart man so allerdings nicht. Das ist aber auch sonst nicht leicht, denn während der Testrunden fordert der Wagen trotz Sechs-Gang-Getriebes und Schaltpunktanzeige stets knapp über sieben Liter auf 100 km. Noch was zu mäkeln? Das ESP könnte etwas eher und kräftiger zupacken, auch das ABS, und die Heizung schneller loslegen. Das war es dann aber schon.

Der Preis – ist mit 24.990 Euro selbstbewusst. Ähnlich viel wie beim Countryman, aber der Soul ist deutlich besser ausgestattet und besitzt überdies sieben Jahre Herstellergarantie. Einen näheren Blick ist dieser Hingucker also allemal wert – egal, ob er nun bloß süß oder doch elegant ist.

M. Brommer

Kia Soul

  • Motor: 1.6 CRDi-Motor
  • 6-Gang-Schaltgetriebe
  • Leistung: 128 PS
  • Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
  • 0 auf 100 km/h: 11,2 sek.
  • Hubraum: 1.582 cm³
  • Maximales Drehmoment: 260 Nm bei 1.900–2.750 U/min.
  • Testverbrauch: 7,1 l/100 km
  • Leergewicht: 1383 kg
  • Kofferraumvolumen: 354–1367 l
  • Basispreis: 24.990 Euro
  • Testwagen: 26.810 Euro

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