Lieber rechts fahren

Mittelspurfahrer erhöhen Unfallrisiko

Auf einer Autobahn wollen viele in der Mitte oder links fahren. Dabei ist die rechte Spur ganz frei. Foto: Nicolas Armer
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Auf einer Autobahn wollen viele in der Mitte oder links fahren. Dabei ist die rechte Spur ganz frei.

Wer auf der Autobahn ordentlich die Spuren wechselt, verbessert den Verkehrsfluss. Nicht immer ist der Wechsel aber angebracht: Besonders bei Auffahrten und stockendem Verkehr gilt im Zweifel Zurückhaltung.

Auf Autobahnen gilt das Rechtsfahrgebot. Viele Autofahrer halten sich aber nicht daran. Dabei ist der Spurwechsel wichtig für den Verkehrsfluss. Denn wer permanent in der Mitte fährt, erhöht das Unfallrisiko und die Staugefahr. Darauf weist der Auto Club Europa (ACE) hin. Übrigens: Ignorieren Autofahrer in der Schweiz diese Regel, riskieren sie ein Bußgeld in Höhe von 60 Franken (rund 55 Euro).

"Für den Spurwechsel gibt es eigentlich keine Ausrede", betont Constantin Hack vom ACE. Wer aber mehrere Lkw überholt, zwischen denen nur 50 bis 100 Meter Platz sind, sollte nicht in die schmale Lücke scheren, sondern weiter links bleiben und überholen, rät Hack. Sonst bremsen Autofahrer sich nur unnötig selbst aus. Ist zwischen den Brummis aber genügend Platz, fährt man besser rüber und macht so Platz für schnellere Autos.

Das Einfädeln ist ein Unfallschwerpunkt

Oft wechseln Autofahrer auf die Mittelspur, um andere Fahrzeuge bei Auffahrten einfädeln zu lassen. "Das kann man nach genauem Blick in den Rückspiegel machen", sagt Hack. Er erinnert aber daran, dass man im fließenden Verkehr Vorfahrt hat. Ist die mittlere Spur voll oder untersagt eine durchgezogene Linie den Spurwechsel, muss der Fahrer auf dem Beschleunigungsstreifen entsprechend reagieren. Entweder ist er schnell genug, um vorher einzuscheren, oder er muss leicht abbremsen, um das nebenher fahrende Auto passieren zu lassen.

Trotzdem ist man in solchen Fällen besser auch auf der rechten Spur bremsbereit, falls der Wagen auf dem Beschleunigungsstreifen einfach herüberzieht. "Das Einfädeln ist ein Unfallschwerpunkt", so Hack.

Unangebracht sind Spurwechsel bei zähfließendem Verkehr. "Das Springen zwischen den Spuren führt zu Verzögerungen und provoziert Auffahrunfälle", sagt Hack. Schneller geht es dadurch nicht. "Dabei spielt einem die Psyche auch einen Streich: Man denkt immer, dort wo man selbst fährt, dauert es am längsten", weiß Hack.

Die rechte Spur bietet bei stockendem Verkehr wohl kleine Vorteile. Grund: Oft wird von der linken auf die mittlere Spur reduziert. Dann klemmt es dort durch das Einfädeln etwas mehr. Eine Garantie ist das jedoch nicht. "Staus können verschiedene Ursachen haben", erinnert Hack. Am besten kommt man letztlich durch, wenn man entspannt mitrollt.

Das sind die nervigsten Autofahrer

dpa/tmn

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