Maserati 4x4

Zwei Italiener im Schnee

Maserati bietet Ghibli jetzt auch mit Allrad an – der Test.
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Rundum-glücklich-Traktion: Unser Autor Andreas Thieme vor einem Maserati Ghibli, der dank Allrad auch glatte Passagen sicher meisterte.

Schönheit und Eleganz wollen heutzutage auch im Schneematsch glänzen – deshalb kommen selbst die Geschosse aus dem Hause Maserati mittlerweile nicht mehr um einen Allradantrieb herum.

Traktion auf allen Achsen, lautet das Stichwort – für die Italiener ist das nach eigenen Angaben ein „Meilenstein“. Denn einen Allradantrieb wünschen immer mehr Kunden. Und dass die Rundum-glücklich-Traktion auch bei sportlichen Limousinen prima funktioniert, beweist der neue Quattroporte S Q4 ebenso wie sein kleiner Bruder Ghibli. Wir haben die beiden Italiener in Österreichs Alpenlandschaft getestet.

Maserati Quattroporte S Q4 sind verschneite Straßen schnuppe

Nun ja: Richtig üppig war der Schnee heuer nicht. In München fühlte man sich wegen der Frühlingstemperaturen im Winter ja fast schon wie in Mailand. Die Wahrheit liegt bekanntlich in der Mitte: Auf glitschigem Untergrund oder Glätte rund um die Skiregion Kitzbühel konnte sich der Allrad trotzdem beweisen. Und zeigt sich dabei besonders effizient: In nur 150 Millisekunden verteilt das System bei Bedarf das volle Drehmoment von den Hinterrädern gleichmäßig auf alle Räder – dank der direkt am Getriebe befindlichen Lamellenkupplung. Aber: Die Q4-Steuerungslogik hält die Vorderräder passiv, so lange sie nicht die Traktion verbessern kann. Funktioniert natürlich auch auf festem Untergrund.

Sicherheit auf allen Belängen: Verschneite Straßen sind dem Maserati Quattroporte S Q4 schnuppe.

Bei der Automatikvariante kann der Fahrer zwischen diversen Arten von Stabilisierungs-Elektronik wählen. Maximale Kontrolle auf rutschigem Belag bietet etwa der Tippschalter ICE (Increased Control and Efficiency) – selbst Fahrten auf Schnee fühlen sich wie trockener Straßenbelag an. Der Unterschied ist kaum spürbar. Mehr Spaß bringt der Sportmodus, der durch seinen unverwechselbar blubbernden Motorensound, die direktere Ansprache und ordentlichen Zug deutlich hervorsticht. Sportlich ist aber auch die Griffigkeit am Boden, denn auch glatte Steigungen meistert der Quattroporte S Q4 trotz Tempo in diesem Modus. Auch der normale Modus überzeugt, das spürt man vor allem in Kurven. Hier lautet das neue Allradmotto: Kontrolle ist gut, Vertrauen selbstverständlich.

Den Allradantrieb beim Quattroporte (Preis: circa 100.000 Euro) bietet Maserati bisher nur mit einem V6-Motor (410 PS, 550 Nm) an. Vom Stand weg spurtet er in 4,9 Sekunden auf 100 km/h und bringt 284 km/h in der Spitze. Der neu konzipierte 3,8-Liter-V8-Twin-Turbo-Motor mit 530 PS ist dabei die stärkste hauseigene Serienfertigung aller Zeiten, die mit bis zu 710 Newtonmeter Drehmoment aufwartet. In Kitzbühel erhält man von dieser Kraft leider nur eine Ahnung, aber das reicht, um zu verstehen: Dieses Auto ist Luxus – in Sachen Sicherheit (Allrad) und Antriebskraft (Motor). Und: Trotz 5,26 Meter Länge und 3,17 Meter Radstand wurde das Fahrzeuggewicht um 100 Kilogramm gesenkt.

Maserati Ghibli S Q4 mit Allrad im Test

Auch der Maserati Ghibli S Q4 (ab 80.000 Euro) kann dank Twin-Turbo-Technik ein Drehmoment von 550 Nm vorweisen – mit seinem spezifischen Drehmomentwert von 183 Nm übertrifft der Motor sogar das Aggregat des Quattroporte GTS. In Sachen Design sind beide Brüder kaum zu überbieten – sie wirken wie schwarze Panther auf der Straße. Über einzelne Elemente im Inneren lässt sich aber durchaus streiten: So ist beim Ghibli der Abstand zwischen Pedalen und Lenkrad zum Beispiel recht groß. Die Mittelkonsole wird durch eine Dreiteilung aus Fächern und Ganghebel optisch unterbrochen. Dafür ist das Navi perfekt in die Armatur integriert.

Der Quattroporte liegt zwar mindestens 20.000 Euro deutlich über seinem kleinen Bruder, dafür legt er in Sachen Antrittsschnelligkeit und Dynamik eine Schippe drauf und ist hochwertiger ausgestattet. Wer ihn wählt, will wer sein. Darf er auch, ab jetzt auf allen Belägen.

A. Thieme

Kleiner Luxus: Maserati Ghibli

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Für Feinschmecker: Maserati Quattroporte

Schneekönigin! Maserati Quattroporte S Q4

Andreas Thieme

Andreas Thieme

E-Mail:Andreas.Thieme@tz.de

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