Brav oder böse

Alle Achtung! A-Klasse aufgewertet

Mercedes A-Klasse
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Gutes muss man nicht neu erfinden: Bei der Optik hat sich wenig getan. Neu sind die Stoßfänger an Front und Heck. Der Grill verfügt jetzt bei allen Modellen der Mercedes A-Klasse über eine Lamelle.

Ein schicker und braver Kompakter mit 102 PS und 190 Sachen Spitze? Gibt es bei Mercedes, heißt A 160 und kommt Ende September zum Händler. Ein reinrassiger Kompaktrenner mit 381 PS und 270 km/h Spitze?

Gibt es auch bei Mercedes. Das Gerät heißt AMG A 45 4Matic und schaut so scharf aus, wie es auch ist. Willkommen in der nach drei Jahren kräftig überarbeiteten A-Klasse aus Stuttgart. Wir haben den schwäbischen Golf-Gegner schon ausführlich ausprobiert. Die 381 PS machen die rasante AMG-Version zum leistungsstärksten Kompaktsportler der Welt, wie man bei der Mercedes-Tochter stolz anmerkt. Die fulminante Leistung stammt aus einem Vierzylinder mit gerade mal zwei Litern Hubraum und allen Finessen.

Der Kompakte von Mercedes

Gekoppelt an ein Doppelkupplungsgetriebe und Allradantrieb, mit elektronisch einstellbarem Fahrwerk und einer Vielzahl sonstiger Finessen gibt der A 45 mit großem Talent die Jekill-und-Hyde-Nummer: Mal als zwar optisch recht auffälliger, aber brav vor sich hingrummelnder Gleiter, der auch Fahrten zum Supermarkt und zur Eisdiele klaglos auf sich nimmt. Oder als bitterböse sprotzender und brabbelnder Racer, der über die Rennstrecke fegt, dass die Fahrerhände schweißnass werden und der Puls auf 200 steigt. Faszinierend, diese Wandlungsfähigkeit - und nicht ganz billig: Immerhin 51.051 Euro sind für den Sportsfreund mindestens fällig. Aber es geht auch deutlich günstiger. Etwa mit dem schon erwähnten neuen Einstiegsmodell namens A 160 ab 23.746,45 Euro, das für alle die völlig ausreicht, die ohne sportliche Ambitionen einfach nur gepflegt von A nach B fahren wollen.

Die Modelle der aufgefrischten Mercedes A-Klasse

Als AMG-Version mit 381 PS wird die A-Klasse zum leistungsstärksten Kompakten der Welt.

Irgendwo zwischen diesen beiden extremen Polen der aufgefrischten A-Klasse ist das Modell zu finden, das Effizienz und Dynamik wohl am besten unter einen Hut bringt. Es heißt Mercedes A 220 d (nicht mehr wie bisher CDI!), leistet muntere 177 PS, ist an ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe gekoppelt, sprintet in 7,5 Sekunden von 0 auf 100 und schafft 224 km/h Spitze.

Der Normverbrauch von vier Litern pro 100 Kilometern war zwar bei ersten Testfahrten nicht zu schaffen. Der Bordcomputer zeigte trotz flotter Fortbewegung sehr akzeptable Werte zwischen 6,0 und 6,5 Liter, die sich mit etwas Zurückhaltung durchaus noch deutlich unterbieten lassen. Der A 220 d ist ein wirklich angenehmer Begleiter für alle Gelegenheiten, zu haben ab 34.646,85 Euro.

Technisch ist in der A-Klasse viel los 

Optisch wurde die A-Klasse, seit dem 26. September mit insgesamt fünf Diesel- und sieben Benzinmotoren bei den Händlern steht, nur sehr dezent überarbeitet. Technisch tat sich deutlich mehr. So wurde durch MirrorLink und Apple CarPlay die Smartphone-Konnektivität verbessert, das Touchpad am Armaturenbrett wuchs auf bis zu acht Zoll Durchmesser, die Sitze sind jetzt noch besser auf unterschiedlich große Menschen einstellbar, neue Zierelemente, Ziffernblätter und Ambiente-Beleuchtungen sollen für einen noch nobleren Eindruck sorgen. Der Müdigkeitswarner ist jetzt serienmäßig installiert, der optionale Anti-Kollisions-Helfer führt nun bei Bedarf auch autonome Teilbremsungen durch.

Das ist die neue Mercedes A-Klasse

Rudolf Huber

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