Wenn der Airbag mit bremst

Airbag
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Aus dem Weg: Bei einem Unfall zählt jeder Millimeter, weswegen Pre-Safe Pulse, wenn ein drohender Seitencrash erkannt wurde, den Fahrer und Beifahrer zur Fahrzeugmitte hin verlagert und ein Schutzpolster zwischen den Sitzen zündet.

In Sachen Sicherheit ist Mercedes seit Jahren ganz oben mit dabei - und will das auch bleiben. Was die Schwaben für die nächsten Jahren noch austüfteln, verraten wir Ihnen hier schon.

Die verblüffendste Neuheit ist der flach zusammengefaltete Flankenschutz aus Metall. Das sich in der Tür befindliche System füllt sich bei einem drohenden Seitencrash mit Hilfe eines Gasgenerators in Sekundenbruchteilen mit einem Innendruck von 20 bar, um so Stabilität aufzubauen.

Weil die Verformung nicht reversibel ist, darf das Aufblasen nur ausgelöst werden, wenn ein Crash unvermeidbar ist. Gleichzeitig muss das System bereits vor dem Zusammenstoß ausgelöst werden, was sehr verlässliche Sensoren voraussetzt - eine Problematik, die den Entwicklern noch Kopfzerbrechen macht.

Die sich entfaltenden und mit Luft gefüllten Metallkörper sparen Platz und Gewicht und sind im aufgeblasenen Zustand dennoch äußerst stabil. Sie könnten auch bei Seitenschwellern und Sitzquerträgern angewendet werden. Diese hätten den Vorteil, dass sie weiter von der Aufprallstelle entfernt sind und das Entfalten erst bei einem tatsächlichen Crash stattfinden muss.

Der sogenannte „Braking Bag“ ist eine Art Airbag und sitzt unter dem Fahrzeug unmittelbar hinter der Vorderachse. Droht ein Aufprall, entfaltet er sich und stützt sich gegen die Fahrbahn ab, wobei durch das Eintauchen beim Bremsen die Reibung erhöht wird. Die Verzögerung wird damit kurzzeitig verdoppelt. Auch der Braking Bag löst nur aus, wenn ein Crash unvermeidbar ist. Das System soll bei einem Zusammenstoß mit Tempo 50 so effektiv sein, wie ein um 18 Zentimeter längerer Wagenbug.

Leichter realisierbar sind die stufenlos agierenden Airbags, die sich je nach Unfallschwere, Statur und Sitzposition mit 90 Liter bis 150 Liter aufblasen. Ein Airbag zwischen den Vordersitzen und ein Schutzpolster zwischen den Rücksitzen gehören in Zukunft ebenso zur Ausstattung wie Sicherheitsgurte, die ihre Breite im Notfall verdoppeln und dadurch das Risiko für Brustkorbverletzungen reduzieren. Die Gurte, die vorwiegend im Fond eingesetzt werden sollen, bestehen aus zwei Lagen mit Reißnähten und werden von einem Generator schlagartig mit Luft gefüllt.

Dan gibt es auch Vordersitze, welche die Oberkörperbelastung bei einem Seitenaufprall um rund ein Drittel reduzieren, indem sie Fahrer und Beifahrer bis zu 50 Millimeter in Richtung Fahrzeugmitte verlagern. Sie basieren auf den schon in der neuen Mercedes E-Klasse verwendeten Multikontursitzen, bei denen der Druck in den Luftkammern abhängig von Lenkeinschlag, Tempo und Querbeschleunigung variiert.

Um Nachtfahrten sicherer zu machen, arbeitet Mercedes an einem adaptiven LED -Fernlicht, mit dem das Abblenden überflüssig wird. Das System passt die Lichtverteilung dem Gegenverkehr an und dunkelt den Bereich, in dem sich andere Verkehrsteilnehmer befinden, automatisch ab.

Per Rotlichtkamera werden zudem weit vor dem Ausleuchtbereich etwa Personen oder Tiere auf der Fahrbahn erkannt und dann wie mit einem Suchscheinwerfer kurzzeitig angestrahlt. Seitliche Reflexelemente - Leuchtstreifen an den Reifen sowie reflektierende Dichtungen zwischen Türen und Dach - erhöhen die Sichtbarkeit des Fahrzeugs bei Nacht.

Das Risiko, dass man bei einem Heckaufprall vom Hintermann auf den Vordermann oder an einer roten Ampel auf den Fußgängerüberweg geschoben wird, wird mit einer neuen Software reduziert. Diese aktiviert bei einem im Stand drohenden Crash von hinten die Bremsen.

osw.

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