Der Porsche-Jäger

Supersportler Weltpremiere: Mercedes AMG GT

Mercedes AMG GT
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Imposante, grimmige Optik, gewaltige Power: Der AMG GT fordert den 911er zum Duell heraus.

Zwischen diesen beiden Adressen lagen zwar bislang exakt nur 22,9 Kilometer schwäbische Landstraße, aber doch ganze Welten.

Der Porscheplatz 1 in Zuffenhausen und die Daimlerstraße 1 in Affalterbach. Hier die Sportwagen-Kultmarke Porsche, dort die Hightech-Motorenschmiede AMG von Mercedes. Jetzt treten die beiden zum ersten Duell an. Denn mit dem neuen komplett selbst entwickelten Sportwagen Mercedes GT rast AMG ins prestigeträchtige 911er-Segment. Wir klären die wichtigsten Fragen zum GT:

Wie viel SLS steckt im GT?

Der GT ist nicht der offizielle Nachfolger des Supersportwagens. Er wird zwar auch in Sindelfingen produziert, ist aber eine Kategorie weiter unten angesiedelt. Die Fahrzeugarchitektur ist allerdings die Gleiche. Das heißt: Transaxle-Prinzip mit Frontmittelmotor und Doppelkupplungsgetriebe an der Hinterachse. Transaxle heißt nichts anderes, als dass es sich um einen Hinterradantrieb handelt, bei dem Getriebe, Differenzial und Achsantrieb in einem gemeinsamen Gehäuse untergebracht und durch eine gelenklose Welle mit dem Motor auf der Vorderachse verbunden sind.

Wie viel Power hat der GT?

Sein „Kampfgewicht“ liegt bei 3,08 Kilogramm pro PS. Wem das zu kompliziert ist: Der GT schöpft 462 PS aus dem völlig neu entwickelten V-8-Doppelturbo-Triebwerk, in der GT S-Variante sind es 510. Letzteres bringt 650 Newtonmeter an Drehmoment auf die Straße, spurtet in 3,8 Sekunden von null auf 100. Der Verbrauch soll dabei auf unter zehn Liter (9,3) sinken.

Was sind die Renn-Gene?

Da ist an erster Stelle der Motor, der ein heißes Innen-V hat. Das heißt, die Turbolader sitzen nicht außen an den Zylinderbänken, sondern innen im Zylinder-V. Das bringt zum einen ein besseres Ansprechverhalten des Aggregats, zum anderen wird der Motor in seinen Abmessungen dadurch kompakter, kann tiefer eingebaut werden und bringt eine optimale Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse. Die liegt beim GT bei 47 Prozent vorne und 53 Prozent hinten. Der tiefe Schwerpunkt und das geringe Gewicht (93 Prozent von Rohbau und Karosserie sind aus Aluminium) sorgen allein schon für eine gschmackiges Kurvenverhalten, dazu kommen die Doppelquerlenker-Achsen sowie die elektronisch geregelte Dämpferverstellung. Wer noch einen satteren Tiefpunkt haben will, der kann im Modus Sport Performance den Motor um weitere 5,5 Zentimeter absenken.

Was bedeutet der GT für AMG?

Für AMG-Chef Tobias Moers ist der Bolide ein weiterer Meilenstein. Nach dem SLS das zweite komplett entwickelte Auto von AMG und mit Sicherheit ein Fahrzeug, das den Kult AMG vorantreibt und damit auch die Absatzzahlen. Nach dem Rekord von weltweit 32.000 verkauften Fahrzeugen im Jahr 2013 soll heuer die 40.000er-Marke geknackt werden.

Was kostet der GT?

Der Preis soll bei etwa 115.000 Euro liegen, bewegt sich dann also auf Porsche 911er-Niveau.

Sinnlicher Supersportler: Mercedes AMG GT

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RDF

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