Mercedes A45 AMG

Im Kleinen pocht ein großes Herz

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Der kleinste AMG schafft mit 360 PS den Spurt von null auf hundert in 4,6 Sekunden

AMG vervollständigt sein Alphabet: Mercedes A-Klasse und CLA bekommen neuen Dampf. Der A 45 AMG ist das neue Topmodell mit nur Vierzylindern. 

Die blubbernden, spratzenden und trompetenden Triebwerke von AMG sind Legende unter Sportwagenfans. Aber kann die PS-Schmiede, die sich normalerweise nicht unter Achtzylinder herablässt, auch auf vier Töpfen noch AMG sein?

Im kleinsten Mercedes, dem A, und dem CLA pocht jetzt so ein minimalistisches Herz. Es hat vier Kammern, aber 360 PS, nur zwei Liter Hubraum, aber es schlägt so schnell, dass der kleinste AMG von 0 auf 100 in 4,6 Sekunden spurtet.

Durchstarten und abheben: A45 (re.) und CLA liefern brillante Leistungen ab.

Mit diesen Werten wollen die Affalterbacher ihr Portfolio auch nach unten erweitern. Im Rahmen der Produktstrategie, nach der es im Jubiläumsjahr 2017 (AMG wird dann 50 Jahre alt) mehr als 30 unterschiedliche Modelle geben soll, spielt die A-Klasse quasi die Rolle als Einstiegsdroge für sportlich ambitionierte Fahrer.

Der A45 AMG (Grundpreis: knapp unter 50.000 Euro) soll dabei in Europa und dem Rest der Welt angreifen, das Coupé CLA (knapp über 56.000 Euro) ist für den Limousinen-Markt der USA und Kanada gedacht. Groß unterscheiden sich die beiden Autos außer in der Form ohnehin nicht. Unter der Haube steckt in beiden Fällen der vom jeweiligen Motorenbauer mit einem Autogramm versehene Vierzylinder und die Kraft wird vom neu entwickelten Vierradantrieb auf die Straße gebracht.

Nur bei der Ausstattung (der CLA ist komfortabler ausgelegt) gibt es leichte Abweichungen. Die vielleicht auffälligste: Beim Sound hat man dem CLA ein wenig Kreide zum Fressen gegeben. Der A45 (der mit der Sport-Auspuffanlage) hingegen brüllt und röhrt wie eine Raubkatze, der man im Busch versehentlich auf den Schwanz getreten ist. Das Zwischengas schießt raketenartige Stöße durch die zusätzliche Auspuffklappe und überhaupt: ein sonorer basslastiger Soundteppich wie bei einem Achtzylinder …

Das Cockpit im AMG-Nachwuchs.

Im Straßenbetrieb fährt sich der AMG-Nachwuchs unspektakulär, zwar kraftvoll, immer genug Power in der Reserve, aber unaufdringlich. Understatement, das sich auch auf den Verbrauch auswirkt. Mit 6,9 Liter auf 100 Kilometer soll die AMG-A-Klasse eine neue Marke setzen. Geht aber nur, wenn man dem Gasfuß Filzpantoffel überzieht – wir hatten sie nicht dabei und lagen bei knapp über zehn Litern.

Auf der Straße ein Wolf im Schafspelz, auf der Rennstrecke ein echter Werwolf! Auf dem neuen Kurs am Bilster Berg (bei Paderborn) testeten wir den Baby-AMG auf Herz und Nieren. Das Ergebnis: So viel Renngene in einem Vierzylinder aus der Serienproduktion hat es noch nie gegeben. Kraftvoll bläst der Turbo den Mini-Boliden mit dem spektakulären Dachspoiler über die Piste, er fetzt dem Führungsfahrzeug, einem SLS, fast mühelos hinterher, und das Auto klebt dank des neu entwickelten Vierradantriebs so am Boden als ob es mit einem Drei-Komponenten-Kleber angepappt worden wäre. Spätestens jetzt ist klar: Der Baby-AMG mit dem kleinen Herzen ist doch ein ganz Großer.

RDF

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