Mercedes C-Klasse Coupé

Das hohe C der neue C-Klasse!

Mercedes C-Klasse Coupé
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Rauchende Reifen: Das Mercedes C-Klasse Coupé ist ein echter Sportler.

Mercedes vergrößert das Angebot in der C-Klasse. Nach der Limousine für den Business-Mann und dem T-Modell für die Familie folgt im Dezember die mit Abstand emotionalste und fescheste Version: das Coupé.

Die Stuttgarter haben sich erkennbar angestrengt, dieses eher für den Spaß- als am Nutzwert orientierte Gefährt ganz und gar auf maximale Dynamik und das dazu passende Design zu trimmen. Wir waren schon vor dem Marktstart mit dem Mercedes C-Klasse Coupé unterwegs. Und mit dessen schnellem Bruder, der bis zu 510 PS starken AMG-Version.

Gegenüber dem Vorgänger hat das neue Coupé in Länge und Breite zugelegt, die Höhe blieb annähernd gleich. Das ergibt eine fein modellierte, lange Motorhaube, eine optisch knapp bemessene Passagierkabine und ein knackiges Heck. Spontan erinnert das Ganze an einen leicht geschrumpften S-Klasse-Zweitürer – und das mit voller Absicht: Das Coupé bringt Stil und Anmutung aus der Luxusklasse ins schon deutlich zivilere Preissegment.

So komfortabel ist das Mercedes C-Klasse Coupé

Dieser Eindruck setzt sich nach dem Einsteigen nahtlos fort. Elegant geschwungene Linien, hochwertige Materialien, die gewohnten Bedienelemente und eine sehr ordentliche Serienausstattung vermitteln reichlich Wohlfühl-Aroma. Die Sportsitze geben guten Halt, der Gurtbringer erspart lästige Verrenkungen, vorne ist das Platzangebot richtig gut, wer sich die Kletterei in den Fond antut, wird mit einem für normal große Menschen akzeptablen Platzangebot belohnt. Trotzdem ist das Coupé ganz klar ein klassischer 2+2-Sitzer.

Das Fahrwerk ist höchst aufwendig konstruiert, neben dem mit normalen Stahlfedern, das 15 Millimeter tiefergelegt ist, gibt es auch ein Sportfahrwerk mit Direktlenkung und als Krönung eine Luftfederung. Der Charakter von Fahrwerk, Motor, Getriebe und Lenkung lässt sich per Drückschalter je nach Laune und Einsatzzweck auf sparsam, komfortabel oder dynamisch einstellen.

S-Klasse-Feeling im Mercedes C-Klasse Coupé Innenraum.

Zum Start bietet Mercedes zwei Diesel mit 170 und 204 PS an, dazu vier Benziner mit 156 bis 245 PS. Bei den ersten Testfahrten erwies sich der 250 d mit Neungang-Automatik als extrem angenehme Kombination aus reichlich Dampf aus niedrigen Drehzahlen und angemessenem Durst. Den Normverbrauch von nur 4,2 Litern schafften wir zwar nicht, aber die knapp über sechs Liter bei zurückhaltender Fahrweise sind für ein Auto dieses Formats auch ein wirklich guter Wert. Immerhin sprintet der zweitürige Selbstzünder in 6,7 Sekunden auf 100 und schafft eine Spitze von 247 Stundenkilometer. Eine sehr gute Note gibt es für das Fahrgefühl, das coole Coupé liegt so richtig satt und sicher auf der Straße und macht in noch so engen Kurven richtig Laune. 

Großes Lob: So knackig war bisher noch keine C-Klasse. Dass sich Mercedes bei der Sicherheit mit reichlich serienmäßigen und optionalen Assistenzsystemen, beim Online-Zugang und bei der Einbindung von Smartphone oder iPhone keine Blöße gibt, ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Über die Mercedes connect me-App lassen sich jetzt sogar von der Apple-Watch Routen direkt ans Bord-Navi schicken. Und natürlich kann man per Handy auch die Klimatisierung einstellen oder die Türen öffnen und schließen.

Mercedes C-Klasse AMG Version C63

Für das ab Frühjahr 2016 verfügbare AMG-Sportgerät namens C63 mit 476 oder C63 S mit 510 PS aus einem Vierliter-V8 mit Doppelturbo wurden nur Dach, Türen und Heckdeckel vom „normalen“ Coupé übernommen, der Rest ist breiter, flacher, eindrucksvoller, sportlicher. Bei einer ersten Ausfahrt auf der Rennstrecke kam in der Power-Flunder ein Hauch von DTM-Stimmung auf: Das 1800 Kilo-Gerät klebt förmlich auf dem Asphalt, lässt sich auch durch provozierte Fahrfehler nicht irritieren und vermittelt ein unglaubliches Maß an Souveränität. 

Vier Auspuffrohre beim Mercedes C63 AMG.

Wer den AMG vorbehaltenen Fahrmodus „Race“ aktiviert, kann sich auch noch über fulminante Powerslides freuen, weil dabei das ESP zu einem erheblichen Teil weggeregelt wird. Aber das ist dann doch eher ein Fall für den Künstler an Lenkrad und Gaspedal. Faszinierend ist die einfache Art und Weise, mit der sich der C-AMG auf öffentlichen Straßen bewegen lässt. Brav rollt er im Kolonnenverkehr mit, bollert entspannt vor sich hin – um bei Bedarf wie ein Raubtier auf Beutefang loszusprinten. In Zahlen: 0 bis 100 Stundenkilometer in 3,9 Sekunden – das ist doch ein Wort.

Und jetzt müssen wir auch noch ein paar Worte übers liebe Geld verlieren. Die Preisliste für das Mercedes C-Klasse Coupé startet bei 35.581 Euro für den 156 PS starken C 180, der getestete 250 d ist ab 45.041,50 Euro, der C63 S ab 86 096,50 Euro zu haben.

Erste Fotos vom Mercedes C-Klasse Coupé

Rudolf Huber

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