Frischzellenkur für die Ikone

Mercedes G-Klasse bleibt kernig-kantig

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Kultig-kantig: Die Mercedes G-Klasse bleibt ihrer Linie treu. Optisch hat sich draußen nur ganz wenig verändert.

Eine lebende Ikone: Seit 36 Jahren baut Mercedes seinen Geländewagen, dessen kultige, kantige Form seither kaum verändert wurde. Jetzt genehmigen die Schwaben ihrer G-Klasse eine Frischzellenkur.

Der robuste Allradler wurde innen wie außen dezent aufgehübscht, zudem erhält die Mercedes G-Klasse zwei neue stärkere und sparsamere Motoren. Das modernisierte Gelände-Urgestein gibt’s ab sofort zwischen 89.922 Euro für den G 350d und 282.209 für eine Sonderversion des G 65 AMG.

Im Gelände mit der Mercedes G-Klasse

Wir waren mit der neue G-Klasse unterwegs - auf normaler Straße und im extremen, matschigen Gelände. Äußerlich tragen alle G-Klassen-Modelle das gewohnt kantige Kleid: Nur der vordere Stoßfänger wurde leicht verändert. Die serienmäßigen Kotflügelaufsätze über den 18-Zoll-Felgen lassen den 4,76 Meter langen Offroader jetzt bulliger erscheinen. Im komfortablen, luxuriösen Inneren haben die Kombiinstrumente neu gestaltete Zeiger und Zifferblätter sowie ein 11,4 Zentimeter großes Multifunktionsdisplay.

Optional gibt’s jede Menge Luxuszubehör wie z.B. belüftete Ledersportsitze in Rautenoptik, viel Alcantara oder ein Chrompaket. Die gravierendsten Änderungen erfuhr die G-Klasse unter der wuchtigen Haube. Das Fahrwerk wurde optimiert, was vor allem das Wankverhalten in Kurven stark verbessert. Der G 500 (Basispreis 105.000 Euro) erhielt einen komplett neuen 4-Liter-V8-Motor mit 422 PS. Mit maximal 610 Nm beschleunigt er den 2,6 Tonnen schweren Allrad mit laut brabbelnden Auspuffrohren in beeindruckenden 5,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Starke 210 km/h in der Spitze schafft der G 500. Der Spritverbrauch wurde von 14,9 auf 12,3 Liter reduziert, den wir im Praxistest nie erreichten: Bestenfalls stand eine 13 auf dem Bordcomputer.

Praktisches Novum für den G 500: Optional gibt’s ein adaptives Fahrwerk (1428 Euro), bei dem der Fahrer per Tastendruck zwischen Comfort- und Sportmodus wählen und den Geländewagen flott um die Kurven flitzen lassen kann. Bei nasser Fahrbahn ist allerdings Zurückhaltung beim Gas geboten.

Aufgepeppt drinnen: Weniger Förster, mehr Formel 1. Drinnen wird die G-Klasse jugendlicher und frischer.

Richtig flott unterwegs waren wir auch im G 350 Diesel. Der drei Liter große Sechszylinder besitzt jetzt 245 statt 211 PS und das Drehmoment 600 Newtonmeter - genügend Power, um bis zu 3,5 Tonnen zu ziehen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 192 km/h, in 8,8 Sekunden beschleunigt er von null auf 100km/h. Der Verbrauch sinkt laut Werk von 11,2 auf 9,9 Liter, wobei wir beim Test nie unter die 12-Liter-Marke kamen. Doch welcher Besitzer eines Premium-G-Modells schaut schon so genau auf die Benzinpreise?

So richtig Spaß kommt in der neuen G-Klasse im Gelände auf. Die drei separat zuschaltbaren Differenzialsperren sowie die Geländeuntersetzung bescheren uns mit dem G 500 auf dem matschigen ADAC-Offroad-Parcours bei Rüsselsheim ein beeindruckendes Offroaderlebnis und so manchen Adrenalinschub: Ob über Stock und Stein, Pisten mit bis zu 50 Prozent Schräglage, bis zu 100 Prozent steile Rampen oder eine bis zu 60 Zentimeter tiefe Wasserfurt - die neuen G-Klasse-Offroader lenken uns wie von Geisterhand und schier „unkippbar“ auch durch größte Hindernisse.

Fazit

Mercedes G-Klasse von hinten.

Die neuen G-Klasse-Modelle sind nicht nur wahre Meister im Gelände, sie machen auch auf normaler Piste und den Flaniermeilen der Großstädte was her. Wer dort besonders auffallen will, der kann im Topmodell, dem G 63 mit V12-Motor und 630 PS vorfahren - oder er leistet sich für bis zu 20 000 Euro Aufpreis eine der neuen schrillen Farben wie alliengreen. Davon nimmt die Schweizer Armee sicherlich Abstand: Sie orderte jetzt 3200 neue G-Klassen-Militärfahrzeuge - in herkömmlichem Dunkelgrün.

Update für den Klassiker: Mercedes G-Klasse

Uwe Faiga

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