Der muss ins Gelände

Mercedes GLC – erste Eindrücke vom Offroader

Mercedes GLC
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Eines ist gewiss: Dieser Offroader will nicht nur spielen, der Mercedes GLC.

Der Junge muss an die frische Luft. Das gilt nicht nur für Bestseller-Autor Hape Kerkeling, sondern auch für die Automobilbranche. Offroad ist der Hit, jeder muss mit einem SUV mit.

Selbst die Kleinen werden mit Unterfahrschutz und Flankenschutz ausgestattet – nicht selten mehr Schein als Sein. Ganz vorne bei diesem Boom mischt Mercedes-Benz mit, die mit dem G-Modell seit 1979 Geländewagen-Geschichte geschrieben haben wie wenig andere. 2015 ist für die Stuttgarter das Jahr der SUV-Offensive. Der Kleinste, der GLA, kam zum Jahresende 2014, vor etwas mehr als einem Monat dann der ML-Nachfolger GLE als „normales“ Model und als Coupé und jetzt der GLC – ein Frontalangriff auf den BMW X3 und den Audi Q5. Die Premiumklasse ist heißer umkämpft denn je.

Der Mercedes GLC lehnt sich zwar an seinen Vorgänger GLK an, allerdings wurden seine markanten Ecken und Kanten rund geschliffen. Das macht ihn dynamischer. Markant sind die lange Motorhaube und der frontal aufgestellte Kühlergrill mit Doppelsteg und großem Stern. Am Heck fallen der weit hochgezogene Unterbodenschutz und die zwei großen Trapez-Auspuffrohre auf. Wir sind den GLC im hügeligen Drei-Länder-Eck zwischen Deutschland, Frankreich und der Schweiz Probe gefahren. Hut ab, der GLC ist in der Tat sowohl auf der Autobahn als auch in der Natur zu Hause, mit ungeahnten Fähigkeiten. Dazu jedoch später mehr.

Zur Europa-Markteinführung kommt der GLC – Allrad ist Standard – mit drei Vier-Reihenzylinder-Motoren daher: zwei Diesel und ein Benziner mit 170 bis 211 PS. Zum Jahresende soll es ihn auch als Plug-in-Hybrid mit 320 PS geben. Dabei konnte der Verbrauch um bis zu 19 Prozent gesenkt werden. Zu verdanken ist das unter anderem einer

Diät mit 80 Kilogramm weniger auf den Hüften bei gleichzeitig leicht größerer Karosserie. Im Kofferraum ist Platz für 550 Liter, die sich bei umgelegter Rücksitzbank auf 1600 Liter ausbauen lassen. Die zweite Reihe ist ab sofort im Verhältnis 40/20/40 dreifach teilbar.

So edel ist der Mercedes GLC

Im Innenraum erkennen wir die edle Handschrift von Mercedes sofort wieder – eine breite Mittelkonsole aus lackiertem Holz mit dem Schalter für die Neun-Gang-Automatik direkt neben dem Lenkrad. Sportlich und elegant wirken neben den Sitzen und Verkleidungen in abgestepptem Karo-Design die runden verchromten Belüftungsdüsen, über denen ein großer Bildschirm unter anderem fürs Navi thront. Der steht senkrecht und wirkt wie bei vielen anderen Mercedes-Modellen wie nachträglich eingebaut. Schade!

In der Mittelkonsole befinden sich auch die Taster und Wippschalter, die den Antrieb steuern. Hier wurde der GLC bis ins Mark überarbeitet. Serienmäßig verfügt der GLC über ein Fahrwerk mit Stahlfederung und variablem Dämpfungssystem. Als unbedingt empfehlenswerte Sonderausstattung gibt es Air Body Control, eine neue Mehrkammer-Luftfederung, die man auf und neben der Straße sofort spürt – und genießt. Fünf Programme bietet das Dynamic-Select-System an, mit dem man nicht nur auf jede Untergrundbeschaffenheit reagieren kann, sondern auch Fahrwünsche ausleben kann. Bergstrecken etwa kann man gemütlich angehen oder sie im Sport- oder Sport-Extra-Modus in Rennstrecken verwandeln. Das Handling ist dank straffer Lenkung immer ein Genuss. Für die ganz Wilden gibt es ein Offroad-Technik-Paket, das die Karosserie bis zu fünf Zentimeter anhebt und ein steiles Bergabfahren bis sechs Stundenkilometer selbst regelt. Ganz neu ist die Funktion, dass sich der GLC im größten Dreck oder rutschigstem Matsch selbst freischaukelt.

Bemerkenswert ist auch die Vielzahl der Assistenzsysteme, einschließlich 360-Grad-Kamera bis 20 Stundenkilometer. Der GLC weckt müde Fahrer, stoppt jeden nicht per Blinker angekündigten Drift nach links, bremst vor Hindernissen selbst, warnt nachfolgende Fahrer, wenn sie zu schnell nahe kommen und strafft im Inneren alle Gurte und ist sogar in der Lage, sich eine eigene Parklücke zu suchen und sich dort hineinzumanövrieren.

Zum Start in Europa ist der GLC ab 44.500 Euro zu haben. Realistisch ist aber ein Endpreis zwischen 55.000 und 60.000 Euro. Ja, eine Menge Geld, aber Mercedes bietet dafür zwei vollwertige Fahrzeuge: einen komfortablen Straßenkreuzer mit guter Rundumsicht und einen Offroader, der dieses Versprechen auch unter der Haube hält.

Mercedes GLC 2015: Das ist neu!

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Hans Moritz

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