Mittelmaß mit Fahrspaß - Der Ford Focus als Gebrauchter

Rost am Fahrwerk macht bei der zweiten Generation des Ford Focus im Gegensatz zur ersten keine Probleme mehr - dafür gibt es ein paar andere typische Mängel. Foto: Ford
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Rost am Fahrwerk macht bei der zweiten Generation des Ford Focus im Gegensatz zur ersten keine Probleme mehr - dafür gibt es ein paar andere typische Mängel. Foto: Ford

Berlin (dpa/tmn) - Wie jedes Kompaktmodell steht der Ford Focus hierzulande etwas im Schatten des VW Golf. Womöglich nicht ganz zu Unrecht, denn in Sachen Zuverlässigkeit kann der Kölner nicht wirklich punkten. So richtig schlecht macht er seine Sache aber auch nicht.

Kein Vorreiter, aber auch kein Reinfall: Fällt die erste Generation des Focus gelegentlich durch Rost am Fahrwerk auf, gibt es bei der von 2004 bis 2010 gebauten zweiten Auflage laut dem "TÜV Report 2014" in dieser Hinsicht nichts mehr zu meckern. Allerdings sind Radlagerschäden aktenkundig, und beim 1,6-Liter-Diesel gehen die Turbolader oft kaputt. Die Bremsen zählt der "TÜV Report" bei beiden Baureihen zu den Stärken des Ford. Auch bei Abgasuntersuchung und Ölverlust schneidet er besser ab als der Durchschnitt.

Als insgesamt mittelmäßig beurteilen auch die Pannenhelfer des ADAC den Ford Focus. Ärger machten verstopfte Dieselpartikelfilter bei Exemplaren der Baujahre 2006 bis 2008, noch bis 2009 gab es öfters Probleme mit der Lichtmaschine. Diverse Fehlfunktionen des Motormanagements treten bei der noch aktuellen Generation, die jüngst geliftet wurde, bei den Baujahren 2010 bis 2013 vermehrt auf. Es gab auch Rückrufe: im Dezember 2013 wegen unzureichender Abdichtung der Spritzdüsen und im Juli 2014, weil gelöstes Streusalz in die Elektronik des Kühlerlüfters eindringen konnte. Beides konnte zu Überhitzung und Kurzschlüssen führen.

Die Fahrwerksabstimmung des Ford Focus gilt als gut gelungen - ob beim Fließheck, beim Kombi Turnier oder bei der selteneren Limousine. Den größten Fahrspaß bieten die Sportmodelle ST oder RS, die allerdings mit ihren kräftigen Benzinern eher etwas für Liebhaber sind. Der Kombi indes glänzte schon in der ersten Generation mit einem der größten Laderäume seiner Klasse (465 bis 1525 Liter) durch praktische Qualitäten.

Die Leistungsspanne der Motoren der ersten Focus-Generation reicht von 55 kW/75 PS bis 158 kW/215 PS beim Focus RS. Den Nachfolger gab es als 1,4-Liter-Benziner mit 59 kW/80 PS am einen Ende des Spektrums und zuletzt als Focus RS500 mit 257 kW/350 PS am anderen. Das Diesel-Angebot startete zuletzt bei 66 kW/90 PS und reichte bis 100 kW/136 PS.

Ein zwölf Jahre alter Ford Focus mit drei Türen und Basisbenziner ist laut den Marktbeobachtern von Schwacke schon für um die 1850 Euro zu haben. Die Laufleistung beträgt dann um die 148 000 Kilometer. Ein Focus Turnier mit 66 kW/90 PS starkem Diesel von 2007 kostet noch etwa 4500 Euro (130 000 Kilometer), ein Turnier der zweiten Generation von 2010 in der Topausstattung Ghia und mit dem 136-PS-Diesel noch rund 9850 Euro (83 200 Kilometer). Den 225 kW/305 PS starken Focus RS von 2010 listet Schwacke mit 18 200 Euro (52 000 Kilometer).

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