Limitierte Stückzahl

Für Batman gebaut? Honda NM4 Vultus

Honda NM4 Vultus
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Honda NM4 Vultus.

Schon einmal hatte Honda ein ungewöhnliches Motorrad auf die Räder gestellt: die DN-01. Nun folgt ein zweiter Versuch, die Honda NM4 Vultus und die wirkt noch einmal deutlich futuristischer.

Man könnte sie sich gut als fahrbaren Untersatz für Batman vorstellen, entsprungen ist sie allerdings den japanischen Manga-Comics – und den Köpfen einiger Auszubildender des Motorradherstellers.

Lang, flach und nahezu komplett verkleidet steht sie da. Die spitze Front erinnert an einen Tarnkappenbomber, auch wenn pfeilschnelle Geschwindigkeit und erst recht Unauffälligkeit nicht die Bestimmungen der Vultus sind. Nein, hier geht es um gemütliches und möglichst komfortables Bummeln auf zwei Rädern, und um Individualität und Exklusivität. Das Kontingent ist beschränkt. Nach 40 Maschinen im vergangenen Jahr kalkuliert Honda für 2015 rund 50 Stück ein. Zu den Besitzern einer Vultus gehört übrigens bereits auch das Deutsche Museum in München.

Die Modellbezeichnung NM4 suggeriert einen Vierzylinder unter der Plastikverkleidung. Doch in der Vultus schlägt das (zweizylindrige) Herz der NC 750. 40 kW / 55 PS und 68 Newtonmeter Drehmoment beschleunigen das futuristische Bike mit ausreichend Schub. Ab 5000 Touren gibt es noch einen kleinen Expresszuschlag, um 1000 Umdrehungen später selbst im Sport-Modus schon den nächst höheren Gang einzulegen.

Bei 65 Zentimetern Sitzhöhe und entspannt nach vorn gestreckten Beine sowie dem weit nach hinten gekröpften Lenker fühlt sich der Fahrer beinahe wie ein integraler Bestandteil der Maschine. Viel bequemer kann man auf einem Motorrad kaum sitzen. Die scheinbare Einheit von Mensch und Motorrad darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier kein Kurvenräuber am Start steht. Die Fahrzeuggeometrie sorgt in durchaus mit ordentlicher Schräglage zu nehmenden Kurven für ein spürbares Aufstellmoment, auf das man sich nach kurzer Zeit aber gut eingestellt hat. Ebenso wie auf die integrierten Spiegel, die den Blick nicht über die Schulter, sondern unter den Armen hindurch nach hinten freigegeben. Die flache Windschutzscheibe entlastet den Oberkörper wirkungsvoll, ohne den Fahrer ganz aus dem Fahrtwind zu nehmen.

Honda NM4 Vultus.

Dem Komfortgedanken der NM4 trägt Honda mit dem serienmäßigen Doppelkupplungsgetriebe Rechnung, dessen Gänge über zwei Tasten am Lenker auch manuell gewechselt werden können. Zudem steht der bereits erwähnte Sport-Modus zur Verfügung, der die Gänge höher ausdreht. Die Elektronik des nun mittlerweile in der zweiten Evolutionsstufe vorliegenden und im Motorradbau immer noch einzigartigen Doppelkupplungsgetriebes reagiert zügig auf die Gasbefehle. Für die schnelle Umsetzung ist auch ein kleines „Gedächtnis“ verantwortlich, dass sich das Verhalten des Fahrers für eine gewisse Zeit merkt, und die Gänge entsprechend bereitstellt.

Nicht nur das Verhältnis von Höhe und Radstand erinnert bei der Vultus ein wenig an ein Liegefahrrad. So lässt sich das Soziuskissen hochklappen und zur – sogar dreifach neigungsverstellbaren – Rückenlehne umfunktionieren. Oder ist es doch umgekehrt und die Rückenlehne auch als Soziussitz benutzbar? Dem ungewöhnlichen Charakter entspricht auch das Cockpit: Die Beleuchtung des Displays lässt sich in 25 Farben von Weiß über Gelb, Rot und Grün bis Blau einstellen. Die jetförmige Verkleidung beherbergt in ihren „Flügeln“ links und rechts je ein abschließbares Staufach, in denen schon einmal eine Steckdose und auf der anderen Seite das Bordwerkzeug Platz genommen haben.

Beinahe überflüssig zu erwähnen: Die Honda NM4 Vultus gibt es nur in Schwarz. Oder haben Sie schon einmal ein Batmobil in einer anderen Farbe gesehen? Bliebe noch zu klären, was Vultus heißt. Es ist der lateinische Begriff für „Miene“, „Gesichtsausdruck“ oder „Blick“.

ampnet/jri

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